Rezension – Cassandra Clare: Clockwork Angel. Chroniken der Schattenjäger

Rezension – Cassandra Clare: Clockwork Angel. Chroniken der Schattenjäger

Leseprobe

Inhaltsangabe:

Nach dem Tod ihrer Tante verlässt die 16-jährige Tessa New York, um sich in London mit ihrem Bruder zu treffen. Doch als Tessa 1878 in London ankommt, erwarten sie nur die dunklen Schwestern, die sie in ihre Gewalt bringen, um ihre magischen Fähigkeiten zu trainieren. Doch Tessa wusste bis zu diesem Zeitpunkt weder, dass sie eine übernatürliche Gabe besitzt, noch dass in der Welt neben Menschen Vampire, Hexenmeister und Dämonen gibt.

Der Situation hilflos ausgeliefert, kann Tessa mit Hilfe des Nephilim Will fliehen und in der Obhut des Instituts der Schattenjäger mehr über sich und die Welt der Schattenwesen erfahren. Doch Tessa schwebt in großer Gefahr, denn die Unterwelt möchte sich ihrer Gabe bemächtigen, zudem Tessa nicht mehr weiß, wem sie noch trauen kann …

Bewertung:

Die Welt der Schattenjäger hat mich in ihren Bann gezogen. Gleich von Beginn an prasseln so viele Eindrücke auf den Leser ein, dass es einige Zeit bedarf, diese alle zu verarbeiten. Geschickt verknüpft Clare die einzelnen Puzzleteile aneinander, spinnt ein Geflecht von Ereignissen, die bis zum Schluss nicht gänzlich zu einem Stück zusammengebracht werden können. Diese Art von Handlungsführung entspricht meiner unstillbaren Neugier nach Neuem, denn wo viele Geheimnisse zutage treten, gilt es auch, diese zu lösen. Und so wird der Leser immer tiefer in die Schattenwelt hineingezogen. Und Clare gelingt es wahrlich, den Leser zu überraschen. Ungeahnte und verschlunge Wege führen letztendlich zu neuen Ereignissen, die neue Fragen aufwerfen. Geschickt vermag die Autorin so, den Leser anzuregen, doch noch ein Kapitel zu lesen und mag das Ende in gewissen Hinsicht unbefriedigend sein, da es ebenso nur eine Überleitung zu einem neuen Kapitel darstellt, so kann man sich auch freuen, dass diese anregende Geschichte noch nicht zu Ende ist.

Gefallen hat mir nicht nur die Handlungsführung, sondern ebenso der Handlungsort. Das London des späten 19. Jahrhunderts ist wahrlich ein Ort, an denen solche Geschichten stattfinden sollten. Durch die aus meiner Sicht gute Recherche gelingt es Clare eine Art Authentizität herzustellen. Plausibel erklärt sie im Anhang die wenigen Abänderungen des Stadtbildes. Ebenso tragen die Auszüge aus den Gedichten des 19. Jahrhunderts dazu bei, die damalige Zeit näher an den Leser zu bringen.

Einzige Schwachstelle des Romans ist meines Erachtens die Präsentation einiger Figuren sowie manche Dialogführung. Sicherlich mag das Heldentum des 19. Jahrhunderts ausgeprägter als heute sein, dennoch fällt es mir manchmal schwer, den Helden auf dem fliegenden Ross ganz ernst zu nehmen. So präsentiert sich die Figur des Will: unnahbar, unglaublich attraktiv und natürlich mit einem tief verborgenen Geheimnis, dass das Interesse der Damenwelt weckt. Der Gegenspieler Jem präsentiert sich dann als gallanter Gentlemen mit einer körperlichen Schwäche, die eine Art Ausgleich zu seinem offensichtlich makellosen Charakter darstellt. Diese Art von Figurenbildung ist mir persönlich zu abgenutzt. Etwas mehr Raffinesse hätte ich mir durchaus gewünscht, wobei zu betonen ist, dass längst nicht alle Geheimnisse der beiden Schönlinge preisgegeben wurden.

Auch Tessa ist eine Figur, die mir als Hauptcharakter zu flach, zu unbeholfen und zu infantil agiert, zumal ihre Handlungsweise manchmal nicht nachvollziehbar ist. So neigt sie zu Verherrlichung ihres Bruders oder zur überstürtzen Reaktionen auf Will, die mir manches Mal nicht einleuchten und auch so manches Mal nicht mit ihrem jungen Alter zu erklären sind. Und so muss der Leser sich durch manches unbeholfene Gespräch leiten lassen, bei dem nur mit dem Kopf geschüttelt werden kann.

Zwar mögen die einzelnen Figuren ihre Schwächen haben, so muss doch an dieser Stelle betont werden, dass das Gesamtarragement der Figuren stimmig ist. Das Institut beherbergt eine überschaubare Anzahl von 8 unterschiedlichen Figuren, die neben Tessa die Geschehnisse begleiten. Daneben gibt es diverse Randfiguren, die als der Rat fungieren und sicherlich zu einem späteren Zeitpunkt auch noch in die Handlung eingreifen können. Auf der Seite der Schattenwesen gibt es ebenso eine handvolle Figuren, die die Gegenspieler darstellen. Auch diese sind mit Bedacht zusammegestellt wurden, sodass sich durchaus interessante Konstellationen ergeben.

Fazit:

Alles in allem finde ich den ersten Teil der Schattenjäger-Reihe sehr gelungen, auch wenn es gewissen Figuren an Esprit fehlt und die Dialogführung manchmal sehr stockend erscheint. Diese wenigen Kritikpunkte können meines Erachtens in den weiteren Teilen durchaus behoben werden, zumal die Geschichte und das Figurenarragement so interessant ist, dass das Lesen des zweiten Teils auf jeden Fall lohnenswert erscheint.

Daten:Rezension – Cassandra Clare: Clockwork Angel. Chroniken der Schattenjäger

Cassandra Clare: Clockwork Angel. Die Chroniken der Schattenjäger
Verlag: Arena Verlag
ISBN: 978-3401064741
Seitenzahl: 569Erscheinungsdatum: Februar 2011
Originaltitel: The Infernal Devices 01. Clockwork Angel


Bewertung:

Rezension – Cassandra Clare: Clockwork Angel. Chroniken der Schattenjäger

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Zusatzinformationen

Autorin:

Bilder von Cassandra ClareCassandra Clare wurde in Teheran geboren und verbrachte die ersten zehn Jahre ihres Lebens in Frankreich, England und der Schweiz. Cassandra Clare lebt mit ihrem Mann, ihren Katzen und einer Unmenge an Büchern in einem alten viktorianischen Haus in Massachusetts.

Weitere Informationen zur Autorin finden sich hier.

Reihe:

1. Chroniken der Schattenjäger

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2. Chroniken der Unterwelt

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