[Rezension] Bis zum letzten Tropfen von Mindy McGinnis (Not a Drop to Drink #1)

[Rezension] Bis zum letzten Tropfen von Mindy McGinnis (Not a Drop to Drink #1)

Bis zum letzten Tropfen

by Mindy McGinnis
Series: Not a Drop to Drink #1
Published by Heyne fliegt
Erscheinungstermin: August 11th 2014
Genres: Dystopie, Postapokalyptisch, Young Adult
Pages: 320
Format: Hardcover
Source: Rezensionsexemplar
Verlag
Goodreads
three-stars

Nach einer Choleraepidemie und dem Zusammenbruch der Zivilisation ist sauberes Wasser das wertvollste Gut. Die sechzehnjährige Lynn hat schon früh gelernt, es um jeden Preis zu verteidigen. Gemeinsam mit ihrer Mutter bewohnt sie ein einsames Farmhaus und verbringt ihre Tage damit, Brennholz und Nahrung zu beschaffen. Und den Teich hinter dem Haus vor durstigen Eindringlingen zu schützen. Als eines Tages ein Fremder auftaucht und Lynn und ihre Mutter Fußspuren um den Teich herum entdecken, wird ihnen sofort klar, dass jemand ihre geheime Quelle entdeckt hat. Der Ernstfall, auf den Lynn seit Jahren vorbereitet ist, scheint einzutreten. Eigentlich hat sie keine Angst. Doch dann wird ihre Mutter von Kojoten schwer verletzt. Und Lynn muss sich in den umliegenden Siedlungen Hilfe suchen, denn allein kann sie die Farm nicht retten.

RomanzeDystopieApokalypse


 Lesegrund

Bis zum letzten Tropfen von Mindy McGinnis war eines der Bücher das mich Aufgrund der recht guten Bewertungen bei Goodreads und dem tollen Originalcover vor ein paar Monaten neugierig gemacht hat. Klar musste es bei mir einziehen, als es auf deutsch erschien, doch leider konnte es mich nicht so fesseln wie ich es mir gewünscht habe. 

Meine Gedanken zum Buch

Lynn war neun, als sie das erste Mal tötete, um den Weiher zu verteidigen. Der süße Geruch des Wassers hatte den Mann angelockt, den sie abschoss wie die Rauchschwalben, wenn sie herabstießen, um zu trinken. - Der erste Satz

OKAY, ohne dass ich mich jetzt hier groß aufrege und eigentlich hat es auch wenig mit dem Buch selber zu tun, aber ich habe selten so einen schlecht gewählten Klappentext gewählt. Dieser deutsche Klappentext hat mir am Anfang einen ganz anderen Eindruck vermittelt. Es sind ganz einfach Unwahrheiten in diesem Klappentext enthalten, die dort so nicht stehen sollten/dürfen.

Fakt 1: Lynns Mutter wird zwar von den Kojoten schwer verletzt, aber es ist zum einen die nur eine halbe Wahrheit und zum anderen macht es einen ganz falschen Eindruck von der ganzen Situation. 

Fakt 2: Der Klappentext vermittelt einem, dass Lynn die Wasserquelle verlässt um Hilfe zu holen um ihrer Mutter zu helfen. Fast die Hälfte dieses Klappentextes ist einfach so in seiner Darstellung falsch. 

Aus diesem Grund hatte ich auch mit einer ganz anderen Geschichte gerechnet. Ich dachte Lynn muss den Weiher verlassen um Hilfe zu holen und dabei erlebt sie in gewissen Maßen ein kleines Abenteuer. Immerhin bin ich davon ausgegangen, dass sie sich dann auf einer Reise befindet, die aufgrund der Umstände nicht ganz ungefährlich ist. 

Ungefährlich ist die Situation auf keinen Fall, aber Lynn muss weder ihr zu Hause verlassen um ihrer Mutter zu helfen, noch weil das Wasser am Weiher zu knapp ist. Dafür sind ganz andere Faktoren verantwortlich. Durch diese Erkenntnis, dass das Buch einen ganz anderen Verlauf nehmen würde, als ich es erwartet hatte war ich erst einmal ein bisschen geschockt und frustriert, denn die Geschichte stand am Anfang ein bisschen auf der Stelle. Wir haben auf vielen Seiten erfahren wie Lynn und ihre Mutter Lauren alleine in dem großen Haus überlebten, wir erfuhren, wie Lynn aufgewachsen war, was zwar sehr gut nachzuvollziehen war, aber auf Dauer langweilig wurde. 

Als dann endlich ein bisschen mehr Leben in die Handlung kam konnte ich mich damit zwar ein bisschen besser arrangieren, aber glücklich war ich nicht. Mir hat einfach ein gewisser Handlungsfluss gefehlt. Leider fällt es mir ziemlich schwer diesen Umstand genauer zu beschreiben, aber es hat etwas gefehlt. Und dann kam auch noch die Tatsache dazu, dass das Buch so kurz war. Zum einen kann man natürlich sagen wenn es schon so langatmig war, dass es von Vorteil ist, wenn es nicht zu lang ist, zum anderen hatten aber weder die Charaktere noch die Handlung an sich dadurch Zeit und Raum sich zu entwickeln. 

Neben der Handlung konnten mir leider auch nicht die Protagonisten zu sagen. Lynns Mutter konnte mir von der Autorin gar nicht nahe bracht werden und auch zu Lynn konnte ich keine Beziehung aufbauen. Es war mir egal was mit ihr geschah und ich habe auch keine Angst um sie gehabt, oder konnte mitfiebern. Sicherlich wird deutlich, dass Lynn ein Produkt der Erziehung ihrer Mutter war und kein anderes Leben kannte, als zum das Überleben zu kämpfen, aber genau das bewirkte nur eine Gewisse Distanz zwischen uns. 

Der Schreibstil war leider auch nicht mein Fall. Die Sätze waren mir für meinen Geschmack zu kurz und zu prägnant. Es hat ein bisschen die Liebe fürs Detail gefehlt. Durch diesen abgehackten Schreibstil fehlte eine gewisse Bildhaftigkeit und ich konnte mir die Umgebung nur schlecht vor stellen. Schade, denn man hätte hier noch eine Menge heraus holen können. 

Der Weltenaufbau

Der Weltenaufbau kam mir leider ein bisschen zu kurz. Schon im ersten Satz des Klappentextes erfahren wir mehr als im Buch. Das die Zivilisation durch eine Choleraepidemie zugrunde gegangen ist erfahren wir im Buch nur neben bei. Auch wie die Strukturen im Moment sind erfahren wir als Leser zusammen mit Lynn erst auf den aller letzten Seiten. Hier hätte ich mich ein bisschen mehr Erklärungen gewünscht. Aber die geringen Information und der fehlende Weltenaufbau passte einfach zur kurzen Schreibweise. 

Abschließend ist zu sagen...

Bis zum letzten Tropfen gehört leider zu den Büchern die mich nicht in ihren Bann ziehen konnten. Ein Schreibstil mit zu kurzen Sätzen und einer fehlenden Haupthandlung machen es mit als Leserin nicht leicht die Story oder die Protagonisten zu mögen. Leider gibt es in meinen Augen bessere Bücher in dieser Richtung und auch jetzt beim schreiben der Rezension frage ich mich, was die Autorin mit ihrem Buch eigentlich erzählen wollte. Ob ich mir den zweiten Band noch antun werde weiß ich nicht, auch wenn dieser einige Jahre später als Bis zum letzten Tropfen spielt. Sicherlich werde ich hier ein paar Meinungen abwarten. Dennoch zeigen die Bewertungen, dass es auch Leser gibt, die das Buch großartig fanden. Daher möchte ich keinem davon abraten das Buch zu lesen, sondern rate dazu kurz hinein zu lesen und dann selber zu entscheiden ob es einem zu sagen könnte oder nicht. Mein Geschmack traf es leider nicht. Aus diesem Grund kann ich auch gut gemeinte 3 Belles vergeben. 

 belle-3 

22923359  

August 2014  

Bis zum letzten Tropfen eng. #1 Bis zum letzten Tropfen eng. #2

September 2013 September 2014

About Mindy McGinnis

Mindy McGinnis

Mindy McGinnis beschäftigt sich ununterbrochen mit Büchern und Geschichten: Wenn sie nicht gerade schreibt, arbeitet sie in einer Bibliothek. Ihre zweite Leidenschaft gehört dem Überleben in der Wildnis. Sie kocht gern Konserven ein, musste sich bisher aber noch nie außerhalb der Zivilisation behaupten. Mindy McGinnis lebt in Ohio.

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Rating Report

Handlung

Charaktere

Schreibstil

Spannung

Genre Wertung

Overall: 3.3