{Rezension} Beth Revis: Godspeed – Die Suche

Von Maura @Maura_EB


Autor: Beth RevisTitel: Godspeed – Die SucheOriginaltitel: A Million Suns Teil einer Reihe?: Ja, zweiter Teil (Across the Universe #2)Seitenzahl: 464 SeitenVerlag: CDV DresslerISBN: 978-3-7915-1677-6 Preis: 19,95€ [Hardcover] 15,99€ [eBook]Genre: Dystopia, Young Adult, Science Fiction Veröffentlichung: August 2012Altersempfehlung: 14 – 17 Jahre

Inhalt:

Drei Monate sind vergangen seit Amy aufgetaut wurde. Doch das Leben auf der Godspeed ist alles andere als leichter geworden: Für alle ist sie nur der Freak, der nicht dazu gehört und nicht hier sein sollte. Anders als seine Vorgänger will Junior ohne Lügen und ohne die Droge Phydus das Schiff regieren. Doch als die Nahrungsmittel immer knapper werden wird genau das zum Problem für Junior. Die Bewohner der Godspeed wollen sich selbst regieren, doch alles was dabei entsteht ist nur Chaos.Zu allem Überfluss erfährt Junior dann auch noch, wie schlecht es um das Schiff wirklich steht. Gemeinsam mit Amy versucht er, hinter die dunklen Geheimnisse zu kommen, die die Godspeed verbirgt. Der Zustand auf dem Schiff wird immer schlimmer und bald müssen sie um ihr Leben fürchten.

Aufmachung:

Ich finde das Cover viel schöner als das des ersten Teils. Das ganze Cover ist in Blau gehalten, was, wie ich finde, viel mehr zur Geschichte passt, die ja im Universum spielt, als das Grün des ersten Bandes. Auf dem Cover sind wieder die beiden Gesichter von Junior und Amy zu sehen, die allerdings zum Großteil im Schatten liegen. 

Aufbau, Schreibstil und Perspektiven:

Das Buch ist in 72 Kapitel unterteilt, die allesamt eine angenehme Länge haben.
Der Schreibstil der Autorin ist einfach gehalten, weshalb man ihn nicht nur flüssig, sondern auch sehr schnell lesen kann – viel schneller als bei anderen Büchern.
Das Buch wird, wie schon im ersten Teil, aus zwei Perspektiven erzählt: die von Junior und die von Amy. Beide Perspektiven sind in der Ich-Form im Präsens geschrieben.

Meine Meinung:

Ich habe für dieses Buch, obwohl es ja nicht gerade dünn ist, nicht einmal zwei Tage gebraucht. Das Buch lässt sich wirklich sehr schnell lesen – selbst von so langsamen Lesern wie ich einer bin. Im Grunde rauschen die Seiten nur so dahin. Man inhaliert die Geschichte regelrecht.
Und ich fand nicht einmal, dass das Buch besonders spannend ist. Natürlich gibt es Stellen, die einen in Atem halten, aber die gehören eher zu Minderheit. 
Viel mehr ist es die Story, die einen nicht mehr loslässt. Es laufen mehrere Handlungsstränge parallel nebeneinander ab. Einerseits geht es um die Bewohner des Schiffes, die mit dem System des Ältesten immer unzufriedener werden. Andererseits geht es um ein Geheimnis, das die Godspeed verbirgt und das Junior und Amy unbedingt herausfinden müssen, da davon das Überleben der Leute auf der Godspeed abhängt. Bei dem Teil mit dem Geheimnis gibt es einen Saboteur. Leider ist ziemlich schnell klar, wer das ist. Ich habe mir dann immer gedacht, dass diese Lösung viel zu einfach sei, um richtig zu sein, allerdings hat sich dann am Ende meine Vermutung bestätigt und davon war ich dann ein bisschen enttäuscht. Und das ist im Grunde auch der einzige Punkt, was mir am Buch nicht so gut gefällt. 
Amy ist mir in diesem Buch sehr sympathisch. Sie hat sich natürlich immer noch nicht damit abgefunden, dass sie nun den Rest ihres Lebens auf diesem Schiff verbringen muss und dass sie ihre Eltern nicht auftauen kann, aber in gewisser Weise akzeptiert sie ihr Schicksal und ist nun sehr daran interessiert, dass es der Godspeed und deren Bewohner weiterhin gut geht – auch wenn die Amy nur als Freak bezeichnen und sie so eine relativ gesonderte Position von der Gesellschaft einnimmt. So bleibt ihr auch viel Zeit, dem Geheimnis um die Godspeed auf den Grund zu gehen, wobei sie viel zielstrebiger vorgeht als Junior.Dieser hat hart mit den Bewohnern der Godspeed zu kämpfen. Sie lehnen sich gegen ihn auf und er steht ihnen im Grunde machtlos gegenüber. Meines Erachtens verhält er sich Amy gegenüber nicht immer ganz korrekt. Viel zu sehr ist der damit beschäftigt, der „Älteste“ zu sein, als dass er sich noch wirklich um Amys Gefühle kümmert. An diesen Stellen hätte ich ihn am liebsten ein bisschen geschüttelt und ihm mal meine Meinung zu seinem Verhalten gesagt.Die meisten Personen in dem Buch sind vielschichtige Charaktere, die einen immer wieder überraschen und einem immer wieder neue Gesichter offenbaren.
Ich bin nun ganz gespannt wie es im finalen dritten Teil weiter geht, weil das Buch natürlich viele Fragen noch offen gelassen hat, die ich nun aber unbedingt beantwortet haben möchte. 

Mein Fazit:

„Godspeed – Die Suche“ ist ein wirklich packendes Buch, das man innerhalb kürzester Zeit durchgelesen hat, weil es einen einfach nicht mehr loslässt. Das hat damit zu tun, dass zwei Handlungsstränge parallel nebeneinander herlaufen und man immer von einem zum anderen wechselt. Die Protagonisten sind vielschichtige Charaktere, die einen immer wieder von neuem überraschen. Für mich ist „Godspeed – Die Suche“ also eine absolute Leseempfehlung, genauso wie im Grunde die ganze „Godspeed“-Trilogie.

Mein Bild im Kopf:

Ich war es leid, den ganzen Tag arbeiten zu müssen und nicht einmal meine Tagesration an Nahrung zu bekommen. Ich war es leid, das mir der Älteste sagt, was ich zu tun oder zu lassen habe. Ich finde es gut, dass wir endlich ohne Phydus selbständig denken können und uns zu allem eine eigenen Meinung bilden können. Ich finde es gut, dass wird diese auch sagen. Aber ich finde es weniger gut, wie gewalttätig sich das bei manchen meiner Mitbürger äußert. Ich habe Angst, die nächste zu sein, die ihr Leben für das freie Denken lassen muss. 

Die Autorin:

© Visio Photography

Beth Revis, geboren und aufgewachsen in den Ausläufern der Appalachen in North Carolina/USA, schrieb schon während der Schule lieber Kurzgeschichten, statt dem Unterricht zu folgen. Diese Gewohnheit behielt sie auch an der Universität bei - aus ihren Kurzgeschichten waren mittlerweile halbe Romane geworden. Nach ihrem Abschluss an der NC State University in Englischer Literatur wurde Beth Revis Lehrerin. Da sie es auch weiterhin nicht lassen konnte, Geschichten zu schreiben, statt Essays zu korrigieren und Unterrichtspläne zu erstellen, hat sie sich inzwischen ganz dem Schreiben gewidmet. Beth Revis lebt mit ihrem Ehemann und einem Hund im ländlichen North Carolina/USA. "Godspeed - Die Reise beginnt" ist ihr Debütroman und der Auftakt einer Trilogie. [Quelle: CDV Dressler]

Die Reihe: