Rezension: Begegnung mit Skinner von Harald A. Weissen

Von Falballa

...wenn der Kontrollraum in die falsche Hände gelangt....
Kurzinhalt des Klappentextes:
SCREAM, Band 1: Stell dir vor, dass alles Große, das seit Anbeginn der Zeit in der Welt geschieht, aus einem Kontrollraum gelenkt wird - Erfindungen, Kriege, politische Umschwünge, Armut und Wohlstand. Stell dir vor, dass eine einzelne Person für mehrere Jahrzehnte in diesem Kontrollraum sitzt und die Geschicke der gesamten Menschheit nach eigenem Gutdünken beeinflusst.
Stell dir vor, dass die nächste Person in diesem Raum verrückt ist.
Die Suche nach dem Kontrollraum führt eine traumatisierte, junge Frau namens Laika, Elendes Biest und Skinner, den letzten Illusionisten, zusammen

Meine Meinung:
Das Buch „Begegnung mit Skinner“ von Harald A Weissen ist ein Roman, der sich mit sehr viel Fantasy und abstrakten Ideen auszeichnet, die bei mir allerdings nicht auf fruchtbaren Boden trifft. Denn die Absurdität, die ich normalerweise nicht ablehne, wirkt hierbei auf mich jedoch zu weit hergeholt und daher konnte mich die Geschichte nicht richtig packen , geschweige denn begeistern.
Vor allem die Hauptfigur Laika, für dich ich keine Sympathie empfinden konnte, trug für mich den Hauptfaktor an Unzulänglichkeit bei.
Obwohl Laika ein bemitleidenswertes Mädchen ist (denn sie hat als Kind nicht nur ihre Eltern durch einen Autounfall verloren, nein auch ihren Verstand), konnte sie von mir nicht mal den Mitleidsbonus erzielen, denn auch wenn ihre Handlungen durchaus für einen Verrückten Menschen normal sind, war sie mir einfach zu farblos und ohne Tiefe.
Einzig und alleine Skinner, die 2. tragende Rolle in diesem Horror Phantastik Werk , konnte mich überzeugen und mich auch tapfer durch die weitere Handlung in dem Roman tragen. Skinner, der letzte lebende Illusionist, der einiges mit Jack the Ripper zu tun hat, beweist nicht nur zu überraschen, nein sondern auch mit seinem sehr eigenen Humor zu punkten. Für mich definitiv ein sehr toller Charakter, der sozusagen die Stütze ausmacht, ohne die der Inhalt zusammenfallen würde wie ein Kartenhaus.
Die Stimmung im Roman schwankt bei mir von einer sehr bedrückenden, dunklen Stimmung, die einen leicht depressiv macht (liegt vermutlich an den mehr als düsteren Handlungen und Gedanken von Laika) und von einigen ekligen Szenen die mich jedoch nicht gruselten sondern mir eher auf den Magen schlugen.
Nun ja aber da es ein Horrorroman ist, war mit einigen blutigen und näheren Beschreibungen der Innereien zu rechnen.....hüstel....wobei ich wie gesagt leider den Gänsehautfaktor vermisst habe.
Die Geschichte handelt in Kurzform davon, dass Laika zusammen mit ihrem verlorenen Verstand, mit dem Namen „Elendes Biest“, Skinner dem letzten Illusionist sich auf eine Reise begibt um die Welt vor einem drohenden Untergang zu retten.
Denn der Kontrollraum, Angelpunkt von Gut und Böse und allen Entscheidungen auf der Welt, droht von einem Irren und zwar vom Schatten von Pompeji und ihrer verlorenen Eigenschaft der Kreativität eingenommen zu werden. Während sie sich zusammen auf den Weg machen, bekommt der Leser Ausschnitte von der Entstehung des Hautorakels und der Lebensgeschichte vom Schatten von Pompeji präsentiert.
Sehr gelungen finde ich dabei die Story über den stummen Andalusier. Denn hierbei wird der Leser in eine etwas grausame Zirkuswelt entführt, die mich recht positiv begeistert hat.
Das Cover finde ich passend zur Geschichte, dennoch trifft es nicht ganz meinen Geschmack. Denn Skinner stellte ich mir die ganze Zeit anders vor und nicht so sehr skurril wie auf dem Titelblatt. Obwohl der Zylinder, den er immer auf hat,schon meinen Vorstellungen entsprach :-)
Was ich mehr als positiv hervorheben kann ist, dass die Story und Idee sehr neu ist und nicht wie andere Geschichten abgekupfert oder alt wirkt. Auch der Schreibstil des Autoren fand ich richtig ansprechend und mehr als gekonnt auf das Papier gebracht! Ein richtig guter Lesefluss überkam mich, der mich trotz der nicht so als richtig überzeugend empfundenen Story bei Stange hielt. Vielleicht war mir alles zu viel des Guten.....sprich des Verrückten....?! Wer dennoch das Wagnis einer etwas abgedrehten und ziemlich fantasiereichen Geschichte mit Science- Fiction Einflüssen eingehen mag, ist hierbei bestimmt bestens bedient. Denn eins ist sie mit Sicherheit und zwar einzigartig Anders :-)
Buchinformationen:
Verlag: Sieben-Verlag, ISBN:9783940235985,Science-Fiction/Fantasy, Preis: 14,90
Autoreninformation:
Harald A. Weissen wurde am 18.11.1971 in Uster (Schweiz) geboren- und wie damals weiß er auch heute nicht, was das Abenteuer Leben noch alles für ihn bereithalten wird....aber es muss viel sein. Den Hang zur Phantastik verdankt er alten Monster und SF-Filmen, die ihm als 10-jährigen Knirps so manche schlaflose Nacht einbrachten. Etwas später war es dann Stephen King , der die Idee in Haralds Kopf pflanzte, die so erschreckende Themen auf Papier zu bannen und in wilden Verstrickungen zu kombinieren.
(Quelle: Auszug aus dem Buch Begegnung mit Skinner)