Review: Valkyria Chronicles 4 | Xbox One

Mit dem vierten Teil der Serie Valkyria Chronicles kehrt SEGA zu den Wurzeln der Serie zurück und verspricht ein gelungenes Strategie-Abenteuer. Doch kann der Ableger diesen Erwartungen gerecht werden?

Mehr als zehn Jahre hat die Serie nun schon auf dem Buckel. Nachdem mit Valkyria Revolution das Kampfsystem von einem rundenbasierten System auf ein Echtzeitsystem umgestellt wurde, setzt man dieses Jahr im vierten „Hauptteil" wieder auf Altbewährtes.

So schlüpft man in die Rolle der Soldaten von Trupp-E unter der Leitung von Claude Wallace, welche in das Feindesland vordringen wollen, um ein schnelles Ende des Krieges herbeizuführen. Die Geschichte spielt ungefähr gleichzeitig zum ersten Teil der Serie.

Das Spiel scheut sich dabei aber nicht davor, die Schrecken des Krieges seinen Zuschauer zu präsentieren. Von Nahrungsmittel- und Munitionsknappheit über klirrende Kälte im Osten des fiktiven Europas werden vielfältige Aspekte über die Story erzählt.

Gameplay

Valkyria Chronicles 4 glänzt besonders von dieser Seite und lässt bei Strategiespiel-Fans wenig Wünsche offen. In einem rundenbasiertem Kampfsystem misst man sich mit der gegnerischen Seite. Meistens mit der Mission Punkt x einzunehmen oder Feind yz auszuschalten. Dennoch gibt es auch andere Aufgaben wie überlebe einige Runden.

Soweit, so simpel. Euch stehen hierfür fünf Hauptklassen zur Verfügung: Aufklärer, Stoßtrupp, Scharfschütze, Pionier, Lancer und, neu in diesem Teil, der Grenadier. Die meisten dieser Rollen sind selbsterklärend und jeder hat seine eigenen Stärken und Schwächen. So eignet sich ein Scharfschütze mehr für offenes Feld und ein Lancer ist besser in Panzergefechten. Des weiteren gibt es Fahrzeuge, wie der Panzer von Claude, welche euch auf dem Abenteuer begleiten.

Zu Beginn jedes Gefechtes sucht ihr euch Soldaten aus und platziert diese.

Hier ist zu beachten, dass jeder Soldat eigene Events mit sich bring. So kann es passieren, dass ein Lancer seine komplette Munition verliert, weil er zu eitel ist. Aber auch Positives, wie eine erhöhte Genauigkeit, zählen zu den Events. Dies führt zwar zu etwas Abwechslung während den Gefechten und zeigt die Charakterzüge von jedem Soldaten, zerstört dir jedoch an manchen Stellen deine komplette Strategie, was zu einem genervten Neustart der Mission führt.

Was leider auch zu bemängeln ist, ist der doch sehr schwankende Schwierigkeitsgrad des Spieles. Versteht uns nicht falsch, das Spiel wird an keinem Punkt „zu leicht" oder „zu schwer". Jedoch wird das Spawning der Gegner an manchen Stellen unfair und macht so manche Missionen im „first try" fast unmöglich. So erscheinen plötzlich aus dem nichts, wohlgemerkt mitten auf dem Schlachtfeld, eine Gegnertruppe und ein Boss. Ohne gute Positionierung ist das nicht zu schaffen. Beim zweiten Versuch wird diese Mission jedoch kinderleicht, weil man schon gleich kontern kann.

Dazu wäre anzumerken, dass die Bosse doch teils sehr monoton scheinen. So erscheint ein Boss in gleicher Form mehrmals hintereinander, was zwar aus Sicht des Storytellings Sinn macht, jedoch relativ schnell eintönig wird.

Neben den Missionen kann man im Hauptquartier seine Soldaten aufleveln und sie mit neuen Items ausstatten. Dies ist auch nötig, denn tut man dies nicht steht man nach kurzer Zeit vor einer undurchdringbaren Wand imperialer Soldaten. Das Ausrüsten kostet aber oftmals mehr Zeit, als ein Gefecht selbst. Viele wird das freuen, gerade Veteranen der Serie. Jedoch kann dies auch viele Neulinge abschrecken und demotivieren.

Wie bereits oben schon erwähnt, sind die kleinen Mängel zu vernachlässigen. Die KI funktioniert meistens gut, wobei sie an manchen Stellen gerne einmal einen Blinden simuliert.

So schafft es Valkyria Chronicles 4 nach Valkyria Revolution wieder zu alter Stärke zurück und präsentiert uns ein abwechslungsreiches Spiel mit einer Gameplay-Wertung von 8.5 von 10 Punkten.

Präsentation

Valkyria Chronicles kommt in einer Bilderbuchoptik. So wird auch die Geschichte zwischen den einzelnen Gefechten erzählt. In mehreren Episoden bekommt ihr meistens Dialoge zwischen den Charakteren, welche euch die Handlung schildern. Aber auch Momentaufnahmen sind oftmals die Regel.

Die Grafik kommt ebenso als Gemälde her, was in den meisten Situationen stimmig und für die Art von Gameplay ausreichend ist. Jedoch kommt es leider auch oft zu Pixelmatsch, was aber leider auch der Art geschuldet ist. Außerdem sind manche Grenzen von Objekten und Hindernissen nicht eindeutig feststellbar. Deshalb stellt man sich beim Spielen öfters die Frage, ob man nun durch dieses Element schießen kann oder nicht.

Die Geschichte ist gut erzählt und ist, auch dank den Gefechten und deren Inhalt, packend und mitreisend. Neulinge der Serie kann der Einstieg jedoch etwas schwer fallen. Zudem ist fraglich, ob die schiere Anzahl an Cutszenes wirklich notwendig ist. Denn möchte man nur eine gute Story kann man sich gleich einen Anime anschauen. Viele „nur Gamer" können durchaus die vielen Cutszenes als störend empfinden, wenn sie nur spielen wollen. Jedoch sind die Einspieler für Fans ein wahrer Segen.

Im Hauptquartier kann man sich zudem Hintergrundinformationen über die verschiedenen Charaktere und Handlungsorte durchlesen. Dies verschafft euch beim Spielen, wenn ihr interessiert seid, einen noch tieferen Einblick ins Game. Auch dunklere Töne werden oftmals angeschlagen. So wird der Sinn des Krieges hinterfragt und es geht oftmals tief in die menschliche Psyche. Wie reagieren Soldaten auf den Rückzug, was passiert, wenn man von Vorräten abgeschnitten ist und so weiter?

Auch das Schlachtfeld passt sich der Stimmung gut an. So existieren verschiedene Wetterlagen wie Nebel oder Schnee, welche beispielsweise die Sicht verringern oder am Boden liegende Soldaten schneller ausbluten lassen. Die Levels sind allesamt gut designet. Auffällig ist hier leider nur, dass manche Elemente für nur ein Level eingeführt werden (samt Tutorial), nur um dann nie wieder vorzukommen.

Eigentlich wäre hier noch als Stimmungselement der permanente Tod von Charakteren zu nennen, jedoch kommt dieser so selten zu tragen, dass er eigentlich nicht existent ist. Meistens startet man einfach das Gefecht neu, was die Mechanik untergräbt.

Für die gute Story, die den ersten Teilen der Serie in nichts nachsteht, den stimmigen Bonuselementen und einer meistens zuverlässigen Grafik vergeben wir hier eine Punktzahl von 8 von 10 Punkten. Trotz einiger mangelhaft entwickelter Spielmechaniken.

Sound

Der Soundtrack des Spieles ist angenehm. Lediglich in langen Leveln können die häufige Wiederholung der ein und selben Melodie doch ab einem gewissen Punkt sehr nervig werden und frustriert machen. Das Spiel besitzt außerdem keine deutsche Sprachversion. Die Englische und die Japanische sind jedoch gut gelungen. Auch die Nebengeräusche (z.B. Waffen) sind gut gelungen.

Trotz fehlender deutscher Sprachversion und repetitiven Melodien gibt es für die gelungene englische/japanische Sprachversion 7 von 10 Punkten.

Umfang

Valkyria Chronicles 4 hat, haltet euch fest, eine reine Spielzeit, mit normaler Schwierigkeit und normalem Tempo, von circa 50-65 Stunden. Insgesamt gibt es 18 Hauptkapitel mit ein bis zwei Gefechten in der Regel. Hinzu kommt die Zeit für das Ausrüsten und Aufleveln. Außerdem fressen die Dialoge, wenn man die Story halbwegs mitliest, auch ein gutes Stück Zeit. Für momentan knapp 50€ bekommt man also Einiges geboten.

Hinzu kommen noch mehrere Truppgeschichten, Scharmützel und Bonusmaps. Außerdem kommen die oben erwähnten Nebengeschichten wie Charakterbeschreibungen und Zeitungsartikel auf die Spielzeit oben drauf. Leider hat Valkyria Chronicles 4 aber keinen hohen Wiederspielwert bei gleichem Schwierigkeitsgrad, was bei Strategiespielen aber mehr die Normalität ist.

Für diesen Umfang mit Nebenquests, Charaktersteckbriefen und Scharmützel geben wir eine Punktzahl von 9 von 10 Punkten.

Fazit

Ist Valkyria Chronicles 4 ein gutes Spiel? Auf jeden Fall. Gerade Strategie-Fans werden voll auf ihre Kosten kommen. Eine komplexe Spielmechanik in Verbindung mit einer guten Story lassen einem das Herz höher schlagen. Die Grafik ist meistens angenehm und schön. Neulingen kann der Einstieg jedoch etwas schwer fallen.

Besonders gut punktet der Umfang des Spiels, welcher auch auf viel Detailarbeit beruht und sein ganzes Geld wert ist.

Zu bemängeln ist lediglich die repetitiven Soundtracks in den Level, eine fehlende deutsche Sprachausgabe und zeitweise schlechtes Spawning von Gegnern. Zudem könnte die KI sich an manchen Stellen intelligenter verhalten.

Das getestete Spiel könnt ihr hier zum Beispiel kaufen.

Kennt ihr schon unsere mobile App? Mit ihr könnt ihr nun auch unterwegs alle Neuigkeiten bei Japaniac nachlesen.

Kostenlos verfügbar für Apple und Android


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