Review: THE DAMNED UNITED – DER EWIGE GEGNER – Und immer wieder Leeds…

Review: THE DAMNED UNITED – DER EWIGE GEGNER – Und immer wieder Leeds…
Fakten:
The Damned United – Der ewige Gegner (The Damned United)GB. 2009. Regie: Tom Hooper. Buch: Peter Morgan, David Peace. Mit: Michael Sheen, Colm Meany, Timothy Spall, Jim Broadbent, Stephen Graham, Joseph Dempsie, Brian McCardie u.a. Länge: 98 Minuten. FSK: ab 6 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.
Story:
Tatort England, 1968. Es ist Pokalzeit. Der kriselnde englische Zweitligist Derby County hat das Traumlos gezogen und den amtierenden Meister Leeds United gezogen. Trainer Brian Clough will ihnen ein Bein stellen, doch genau dies tun die Favoriten, indem sie nach Cloughs Meinung unfair, überhart und brutal zur Sache gehen. Leeds gewinnt so und Clough ist angefressen. Doch das Trainergespann Clough/Taylor arbeitet sich mit dem kleinen Verein aus Derby nach oben und schafft es sogar, die Meisterschaft zu gewinnen. Doch mit seiner sturen Art macht er sich damit nicht nur Freunde. Besonders, als er nach Differenzen mit der Derby-Vorstandschaft ausgerechnet beim ihm verhassten Verein aus Leeds der neue Coach wird.


Meinung:
In einer Zeit, als in Deutschland der damalige Rekordmeister 1. FC Nürnberg zum letzten Mal die Meisterschaft gewinnen konnte und sich der FC Bayern und Borussia Mönchengladbach so langsam anschickten, mit ihrem dynamischen Fußball eine Ära zu prägen, da wurde in England Fußball gearbeitet. Es wurde gekämpft, gebissen und mit nicht immer erlaubten Mitteln gespielt. Eine dreckige, alles andere als ansehnliche Zeit war es. Von der besten Liga der Welt, wie heute viele behaupten, konnte damals in England sicher nicht die Rede sein. Und in dieser Zeit trat der unerfahrene, junge Trainer Brian Clough auf die Bühne des Fußballs. Sein Ziel war es, attraktiven und vor allem fairen Fußball zu spielen. Dass er schnell zu einem erfolgreichen Vereinstrainer aufsteigen sollte, davon war er ohnehin überzeugt, denn an Selbstvertrauen mangelte es ihm wahrlich wenig. Und diese Brian Clough ist die Hauptperson in diesem Fußball-Biopic, das sich um die ersten sechs Karrierejahre von Clough und seinem Co-Trainer Peter Taylor dreht.

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Sogar im Training geht es richtig hart zur Sache.

Das Gespann Clough/Taylor wird dabei aber nicht nur als das erfolgreiche Duo dargestellt, das sie mit ihren zahlreichen Titel ohne Frage waren. Stattdessen wird besonders bei Clough die innere Zerrissenheit zwischen Anpassung und seinem übergroßen Ego deutlich, wenn er versucht, seinen Weg im immer größer werdenden Geschäft Fußball zu gehen, was auch die intensive Freundschaft von Taylor und Clough auf eine harte Probe stellt. Dazu wird auch die Liebe zum Detail in Hoopers Filmen ins Extreme getrieben, wie seine weitaus bekannteren Filme „Les Misérables“ und „The King’s Speech“ eindrucksvoll unter Beweis stellen. So ist die Detailversessenheit auch in „The Damned United“ in jeder Sekunde zu spüren. Nicht nur das Aussehen der Figuren stimmt teilweise haargenau mit den echten Persönlichkeiten überein, auch die Trikots, die nachgedrehten Spielszenen, die Optik der Fernsehsendungen und vieles mehr ist so echt, dass man, wenn man es nicht wüsste, phasenweise keinen Unterschied feststellen könnte.

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Auch Brian Clough kann uns den Kloppo machen.

Im Mittelpunkt stehen Michael Sheen als Trainerlegende Brian Clough und der wohl ewig unterschätzte Timothy Spall als Cloughs Assistent Peter Taylor. Die beiden harmonieren dermaßen gut, dass man meinen könnte, dass Spall und Sheen selbst schon all das erlebt haben. Ein Duo, wie man es nicht besser hätte zusammenstellen können, wobei besonders Sheen die Gratwanderung zwischen leidenschaftlichem Kämpfer, dauerlächelndem Sympathieträger und selbstverliebtem, sturem Saftsack wie selbstverständlich aus dem Ärmel schüttelt. Für Colm Meaney passt die Rolle der Leeds-Trainerlegende Don Revie so sehr, dass man auch hier stets das Original vor Augen hat. Zudem können Stephen Graham und Jim Broadbent den stimmigen Cast abrunden. Als Ensemble schaffen sie es auch, den Film erfrischend, leicht und locker rüberzubringen, unterhaltsam bis zum Ende und ohne eine einzige Länge. Ach die verschachtelte Erzählweise trägt hier ihren Teil dazu bei.

Sicherlich ist es kein Nachteil, wenn man als Zuschauer eine gewisse Affinität für den wundervollen Fußballsport hat, ansonsten könnte man es unter Umständen schwer haben, direkt einen Zugang zu erhalten und erst mal auf verlorenem Posten stehen. Aber gerade wer sich selbst als echter Fußballfan bezeichnet sollte an „The Damned United“ seine wahre Freude haben. Selten war ein Fußballfilm authentischer, selten war er unverfälschter und kein anderer Film bringt die Leidenschaft, die man für diesen Sport entwickeln kann und die sich zur regelrechten Sucht entwickeln kann, intensiver und doch zugleich subtiler herüber als Hoopers Film. Oder kurz: So geht Fußballfilm.

8 von 10 schlammige Fußballtrikots

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