Review | Evidence – “Cats & Dogs”

Bereits Ende September ist das zweite Solo-Album „Cats & Dogs“ vom Dilated Peoples Rapper Evidence erschienen. Nachdem wir den Album-Release hier bei beatsRus und hypesRus gepusht haben, konnten wir es gar nicht abwarten, bis wir unser Ohr an die Scheibe legen konnten.

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Als Produzenten hat Evidence neben wenigen Beats aus der eigenen Tasche, vor allem prominente DJs und Produzenten für das 19-Track-starke Album gewinnen können. Darunter sind vor allem Namen wie The Alchemist, DJ Premier und Sid Roams mehrfach vertreten, aber ebenso auch junge aufstrebende Leute, mit denen EV gerne zusammen arbeiten wollte. Jedoch ist es kein Wunder, dass „You“ – eine der drei bisherigen Single-Auskopplungen – vom New Yorker Beat-Mastermind DJ Premier auf einem Mavis Staples-Sample produziert, es sogar den Weg unter die Top 3 der deutschen Black Musik Charts geschafft hat. So vermischt das Album musikalisch, ähnlich wie bei den Dilated Peoples-Alben, eher düster klingende Ost-Küsten-Beats mit kalifornischer Rhyme-Leichtigkeit.

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Doch nicht nur beat-technisch hat Evidence prominente Gäste für sein Album geladen. Auch die Liste der Männer am Mikrofon klingt wie das Who-is-Who der zeitgenössischen Rap-Musik: Raekwon (Wu-Tang Clan), Aloe Blacc, Slug (Atmosphere), Aesop Rock, Termanology, Prodigy (Mobb Deep), Lil’ Fame (M.O.P.), Krodon (Strong Arm Steady) und sein Dilated Peoples Partner Rakaa verstärken Evidence am Mic.

Wobei von Verstärkung im eigentlichen Sinne nicht die Rede sein kann. Denn Evidence schafft es in diesem Album, in seinem unverwechselbaren Stil und mit seiner prägnanten Stimme, zwischen emotionalen und persönlich tragischen Themen („I Don’t Need Love“) bis hin zu Underground-Mainstream-Differenzen („Fame“) zu wechseln, ohne das man auch nur eine Sekunde daran zweifelt, dass auch nur eine Zeile nicht authentisch sein könnte. Vielleicht lässt sich auch durch die thematische Schwere, bedingt durch die intensive Auseinandersetzung mit der düsteren Seite des Lebens, der Titel des Albums „Cats & Dogs“ des Weatherman erklären, welcher im britischen Englisch für starken Regen steht.

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Trotz der überdurchschnittlichen musikalischen und textlichen Qualität dieses Albums, kann man in der heutigen Zeit kaum erwarten, dass das Album zu einem Mega-Seller wird. Für Leute mit den Hörgewohntheiten eines 90er-Jahre-Boom-Bap-Rap-Liebhabers wird dieses Album ein Beweis dafür sein, dass es The Real Hip Hop noch gibt. Deswegen sollte dieses Album auch in derartigen Plattenregalen auf keinen Fall fehlen. Wenn man sich jedoch ansieht, welche Rap-Form heute zur Kommerzialisierung taugt, wird man ohne langes zögern Evidence NICHT in diese Schublade stecken wollen.

So kann man nur hoffen das EVs neues Label Rhymesayers (aus dem 3000 Kilometer von Los Angeles entfernten Minneapolis) mit den Leistungen zufrieden sein wird, damit wir auch weitere Solo-Soundperlen erwarten dürfen, die hoffentlich auch wieder sonnigeres Wetter versprechen. Das neue Album der Dilated Peoples ist übrigens für 2012 angekündigt.

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