Review: DIE DSCHUNGELOLYMPIADE – Ein Kinderfilm für sportbegeisterte jeden Alters

Review: DIE DSCHUNGELOLYMPIADE – Ein Kinderfilm für sportbegeisterte jeden Alters
Fakten: Die Dschungelolympiade (Animalympics)USA. 1979. Regie: Steven Lisberger. Buch: Roger Allers, Michael Fremer, Steven Lisberger, John Norton. Mit: (Originalsprecher:) Billy Crystal, Michael Fremer, Gilda Radner, Harry Shearer u.a. Länge: 75 Minuten. FSK: ohne Altersbeschränkung freigegeben. Auf DVD erhältlich.


Story:
Nicht nur die Menschen, auch die Tiere auf der ganzen Welt feiern die Olympischen Spiele. In einer TV-Übertragung werden dem Zuschauer die verschiedenen Sportarten und ihre Protagonisten durch Moderatoren und Experten näher gebracht. Dabei werden in den nur wenige Minuten dauernden Beiträgen romantische, spannende, dramatische oder einfach nur schöne Geschichten erzählt.


Meinung:
Achja, das sind wunderbare Erinnerungen. Was habe ich diesen Film geliebt. Und wie liebe ich diesen Film noch immer. „Die Dschungelolympiade“ ist im Stil einer Liveübertragung eines Großereignisses wie den Olympischen Spielen aufgezogen. Moderatoren, Kommentatoren und Experten berichten von den diversen Wettkämpfen, analysieren und führen den Zuschauer durch die Sportarten, geben Informationen und bringen einem die Sportler näher. Im Studio verbindet die Schildkröte Johnny Turtle die einzelnen Beiträge und begleitet uns durch die Live-Sendung. Das Besondere? Die Sportler, die Veranstalter, die TV-Leute, sie alle sind die unterschiedlichsten Tiere, die hier wie Menschen reden und handeln können und die mit ihren jeweiligen Eigenschaften, Stärken und Schwächen in die diversen Sportarten verortet werden.
„Die Dschungelolympiade“ ist ein liebevoll gezeichneter Trickfilm aus den späten Siebzigern. Er hat wunderbaren Humor, der Slapstick, Wortwitz und herrliche überdrehte und skurrile Figuren vereint. Manchmal werden auch tiefschwarze Sprüche rausgehauen, die in einem Kinderfilm zumindest ungewöhnlich sind. Besonderen Spaß machen die Namen der Tiere. Manchmal sind es einfach witzige Namen wir Jim Panse, Bernhard Diener oder Kurt Wuffner, aber manche, wie der Delfin Mark Spritz oder der Fußballexperte Melé, sind deutliche Anspielungen auf echte Sportlegenden. Dazu vertreten die Tiere in ihren Sportarten auch immer Nationen, die auch in der Realität zu dieser Zeit großartige Sportler hatten. Beim rasanten Motorsprint ist zum Beispiel ein österreichisch anmutender Hase dabei, der Niki Lauda repräsentieren könnte, beim Schwimmen werden die traditionell starken Amerikaner durch den Sunnyboy Dean Wilson repräsentiert.
Die Figuren, die Tiere im Film, sie sind mehr als nur Unterhaltungsobjekte. Sie zeigen Personentypen, die es auch in der Realität gibt, sie spielen auf unterschiedliche politische Systeme im kalten Krieg an, zeigen auch unterschiedliche Fördermöglichkeiten im Rahmen des Sports, wenn zum Beispiel die eurasische Turnerin Tatjana Tushenko in ihrem Heimatland von frühester Jugend an zu Disziplin und Ordnung gedrillt wurde. Es gibt Anspielungen auf Doping, auf PR und Marketing, es gibt die Rocky-Story, in der das Krokodil Bolt Jenkins, diesmal allerdings nicht im Boxen, sondern in der Leichtathletik, zum Superstar wird. Es wird gezeigt, dass Gewinnen nicht alles ist, dass es auch wichtigere Dinge gibt als nur Sport, Leistung und Sieg. Dazu gesellen sich wunderbare kleine Anspielungen wie eine Entwicklung der Sportschuhe durch die verschiedenen Zeitalter oder auf verschiedene Figuren aus Literatur und Film. Die Comtessa, eine fechtende Henne, erinnert zum Beispiel an eine Mischung aus Robin Hood, Zorro und Peter Pan.

Was ich damit sagen will? Der Film macht sich intensive Gedanken und sprüht vor kreativen und intelligenten Einfällen. Das macht den Film zu einem Fest für Sportfans, aber auch für alle, die sich an Kreativität und Fantasie erfreuen können. Und das müssen nicht nur Kinder sein.

Review: DIE DSCHUNGELOLYMPIADE – Ein Kinderfilm für sportbegeisterte jeden Alters

Barbara Wuschig, Moderatorin des Marathonevents

Weiterhin ist sehr viel Musik im Film vorhanden. Mal Discosound, mal ein Popsong, dann wieder eine traurige, kleine Ballade. Wunderbare verschiedene Stile, emotional bis witzig – und dazu immer diese schönen Bilder der Tiere, die unabhängig ihrer Rasse, ihrer Herkunft, ihrer natürlichen Fressfeinde gemeinsam Sport treiben. Der olympische Gedanke wie er sein soll. Wie er eigentlich auch in der Gesellschaft vorhanden sein sollte. Die einen sind nicht wichtiger als die anderen, dabei sein ist alles, auch, wenn dabei nicht ein gewisser Realismus vergessen wird, der sagt, dass es viele eben auch nur aufs Siegen abgesehen haben. Aber generell ist die Message, dass es egal ist, wo wir herkommen, ob wir gewinnen. Wir sind alle wichtig, wir haben alle Rechte. Wir können alle gemeinsam in Frieden leben. Und so wird der Sport zu einer Metapher, die sogar Kinder verstehen können. Leider muss man auch heute noch diese Themen immer wieder in den Fokus rücken, weil es so viele Menschen noch nicht verstanden haben. Wenn ich an die Gesetze gegen Homosexuelle in Russland denke. Das macht mich traurig.
Genau so müssen Trickfilme für Kinder und alle Junggebliebenen sein. Jeder kann sich seine Elemente rausziehen. Natürlich, eine Affinität für Sport kann nicht schaden, aber kindgerecht werden wichtige Themen angesprochen und verschiedene Personengruppen kritisch hinterfragt, auch wenn die kleineren Kinder das noch nicht so ganz verstehen mögen. Klar, deswegen gibt es hier ein recht deutliches schwarz-weiß-Schema. Die unfairen Tiere, die Sportler ohne Moral und Ehre, die gehen letztlich auch immer leer aus. Die Betrüger gewinnen nicht. Das mag wie gesagt zu idealistisch sein, aber ich denke, da dieser Film primär für Kinder gemacht wurde, ist das durchaus in Ordnung. Ein wunderbarer Film, den ich bereits als Kind auf der knallgelben Videokassette verschlungen habe, der mir Spaß macht, seit ich ihn damals in unserem Garten in einem Osternest gefunden habe. Ein Film, der mir auch heute noch Spaß macht, der mich immer wieder nostalgisch werden lässt. Und ein Film, den ich einmal meinen Kindern und Enkeln zeigen werde. Und darum, auch wenn ich mir im Klaren bin, dass es vielen auch nicht so gehen wird, kann es nur eine Wertung hierfür geben.
10 von 10 Bobfahrende Kalamaris


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