Review: DANCE OF THE DEMONS 1 & 2 - Deutlicher Klassenunterschied zwischen Kino und TV


                                                                         
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Fakten: Dance of the Demons (Dèmoni)IT, 1985. Regie: Lamberto Bava. Buch: Dardano Sacchetti, Dario Argento, Lamberto Bava, Franco Ferrini. Mit: Urbano Barberini, Natasha Hovey, Karl Zinny, Fiore Argento, Paola Cozzo, Fabiola Toledo, Nicoletta Elmi u.a. Länge: 85 Minuten. FSK: Keine Freigabe. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.
Story:
In einem berliner Kino findet die Premiere eines Films statt, der sich um mörderische Dämonen dreht. Während der Vorführung kommt es zeitgleich mit der Handlung im Film auch in der Realität zum Ausbruch einer Dämonenplage. Die panische Menge wird im Kino eingeschlossen und die sich rasch vermehrenden Höllenwesen richten ein Blutbad an.

  

Meinung:Kostengünstiges, arg trashiges, dafür kanckiges und tierisch unterhaltsames 80er-Splatter-Kino von Lamberto Bava, Sohn von Genrelegende Mario Bava, produziert und mitgeschrieben vom (damals noch) großen Dario Argento.


Review: DANCE OF THE DEMONS 1 & 2 - Deutlicher Klassenunterschied zwischen Kino und TV

Die Stars kommen persönlich zur Premiere.

Was geht da ab? Berlin erweißt sich als böse Touristenfalle (keine der Figuren scheint aus Deutschland zu stammen). Die Gäste einer Kinopremiere erleben ihr blutiges Wunder, als der gezeigt Film plötzlich Realität wird. Wie im Film setzt sich eine Bordsteinschwalbe fatalerweise eine Maske auf, die sie in einen herrlich widerlichen Dämon verwandelt. Ab dann geht die wilde Hatz los: Das ahnungslose Publikum ist zum Abschlachten freigegeben. Jeder kleinste dämonische Kratzer (die oft ein wenig mehr als nur klein sind) lässt das Opfer auch zum Dämon werden, das Dämon-Mensch-Verhältnis im Kino ist bald im Ungleichgewicht. Blöd, das die bald panische Masse zu allem Überfluss auch noch im Kino eingesperrt ist (blöd für die, nicht für uns).

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So sehen Helden aus.

Lamberto Bava feuert nun aus allen Splatter-Rohren, "Dèmoni" nimmt richtig Fahrt auf und macht einen Heidenspaß. Masken und Effekte sind (selbstverständlich nur in anbetracht der Mittel) hervorragend, die Dämonen richtig eklig-schleimig und das Tempo rasant. Eine wüste Sauerei, sehr anständig gefilmt, mit bösem Augenzwinkern und bretterndem 80er-Heavy-Metal-Soundtrack. Das darf man bitte nicht zu ernst nehmen, funktioniert dann prima. Highlight ist sicherlich eine epische Schlacht mit Motorrad und Schwert quer durchs Kino, getoppt von einem Hubschrauberabsturz mitten in den Saal. Was will man denn mehr?
Freunde des deftigen handmade Gorefilms der einfach nur Spaß machen will, 80er-Schick und Coca aus der Coke-Dose, immer herein spatziert. Kurzweiliger Schweinkram, den es heute viel zu selten gibt, muss ja alles immer so schrecklich ernst gemeint sein. 

7 von 10 Sondervorstellungen.



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Fakten:Dance of the Demons 2 (Dèmoni 2...l’incubo ritorna)IT, 1986. Regie: Lamberto Bava. Buch: Dario Argento, Lamberto Bava, Franco Ferrini, Dardano Sacchetti. Mit: David Knight, Nancy Brilli, Coralina Cataldi-Tassoni, Bobby Rhodes, Asia Argento, Virginia Bryant, Anita Bartolucci u.a. Länge: 86 Minuten. FSK: Keine Freigabe. Auf DVD und Blu-ray erhältlich.
Story:
In einem hamburger Hochhaus feiert Sally gerade ihren Geburtstag, als über die Fernsehmattscheiben eine Sendung flimmert, die vier junge Leute auf der Suche nach den Überresten der Dämonenplage von Berlin zeigt. Als diese fündig werden, tritt das Grauen durch den Bildschirm. Der Strom fällt aus, das Gebäude ist abgeriegelt und die Bewohner dem blutigen Treiben hoffnungslos ausgeliefert.


  
Meinung:Ein Jahr nach den Vorfällen in einem berliner Kino fallen die sich rapide vermehrenden Dämonen über einen Wohnkomplex in Hamburg her. Könnte ebenso Spaß machen wie der Erstling, mehr als bösartig-trashigen Splatter-Spaß hatte der ja eigentlich auch nicht zu bieten, nur an „Dèmoni 2“ erkennt man leider, dass selbst so was eine Kunst für sich ist. 

Review: DANCE OF THE DEMONS 1 & 2 - Deutlicher Klassenunterschied zwischen Kino und TV

Man muss nicht alle Kinder lieb haben.

Die Handlung kommt viel zu träge aus dem Quark und auch wenn die Dämonen endlich das Hochhaus in ein Schlachtfeld verwandeln, fehlt es erstaunlich deutlich an Drive und Durchschlagskraft. Das Mordstempo des Vorgängers wird nie erreicht, witzige Einfälle sind (mit kleiner Ausnahme: Der Terrier aus der Hölle) ebenfalls Mangelware (man denke nur an die Motorradszene ein Jahr zuvor) und selbst die Effekte wirken schlechter. Kaum zu glauben, sogar der Gore-Faktor wurde stark reduziert. Verglichen mit der Sauerei des Originals ist das „relativ“ harmlos. Da bleibt dann natürlich viel Verschnaufzeit, um sich an den katastrophalen Darstellern und einigen Merkwürdigkeiten zu stören (bereits erwähnter Terrier kann durch einen Türspion gucken, kann sich scheinbar enorm strecken, Bodybuilder flüchten noch mit der Hantel in der Hand, gutes Training, usw.). Dadurch ist zwar ein minimaler Unterhaltungswert gegeben und einige Szenen sind auch noch ganz stimming gefilmt, insgesamt ist das dennoch eine weit weniger charmante und um einiges blödere (im negativen Sinne) Veranstaltung. Teilweise wird es schon arg lächerlich (der „geschlüpfte“ Dämon, wie aus einer Kindersendung, bald niedlich).


War „Dèmoni“ noch eine flotte Party-Bombe, ist „Dèmoni 2“ nur noch mit der sehr wohlwollenden Trash-Brille gerade so anzusehen. Gerade so...
5 von 10 dämonischen TV-Programmen.


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