Review: AUF DER SUCHE NACH EINEM FREUND FÜRS ENDE DER WELT – Typisches Indie-Dramödchen ohne Glanzlichter

Review: AUF DER SUCHE NACH EINEM FREUND FÜRS ENDE DER WELT – Typisches Indie-Dramödchen ohne Glanzlichter
Fakten:
Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt (Seeking a Friend fort he End of the World)USA. 2012. Regie und Buch: Lorene Scafaria. Mit: Steve Carell, Keira Knightley, William Petersen, Martin Sheen, Patton Oswalt, Melanie Lynskey, Connie Britton, Adam Brody, Gillian Jacobs u.a. Länge: 101 Minuten. FSK: Ab 12 Jahren freigegeben. Auf DVD und Blu-Ray erhältlich.
Story:
Die Welt geht unter und alle spielen verrückt und auch Dodges Ehefrau haut Hals über Kopf ab. Nur für Dodge (Steve Carell) selbst ändert sich gar nichts. Er geht weiter zur Arbeit und lebt auch sonst sein Leben weiter. Dies sollte sich ändern, als er seine Nachbarin Penny (Keira Knightley) näher kennen lernt, mit der er gemeinsam auf die Suche nach seiner High-School-Liebe Olivia geht – einmal quer durch die USA.

Meinung:
„Die Welt geht unter! In etwa drei Wochen! Sag mir, was würdest du in einer solchen Situation tun?“ Ganz witzige Vorstellung eigentlich. Man würde sicherlich unendlich viele verschiedene Antworten bekommen, eine abgedrehter als die andere. Und genau dieses Szenario ist Grundlage für „Auf der Suche nach einem Freund fürs Ende der Welt“. Hier wird die Welt bald untergehen und alle Menschen sterben. Also lassen sich die Menschen gehen, nehmen Drogen, vögeln wild herum, zerstören, morden – tun einfach alles, was sie sonst nie tun würden. Nur unser Protagonist Dodge (Steve Carell) bleibt in seinem Alltagstrott stecken. Er geht regelmäßig zur Arbeit, macht nichts Unanständiges – er bleibt genau so unscheinbar wie zuvor.

Review: AUF DER SUCHE NACH EINEM FREUND FÜRS ENDE DER WELT – Typisches Indie-Dramödchen ohne Glanzlichter

Dodge (rechts) ist genervt von seinen "Freunden"

„Natürlich“, möchte man sagen. Der Außenseiter, der von seiner Frau verlassen und von der Welt einfach nicht wirklich verstanden wurde. Er hat sich in sein eigenes Schneckenhaus zurückgezogen und weiß nichts mit sich anzufangen. Aber das bleibt natürlich nicht lange so, denn dann lernt er seine Nachbarin Penny (hm… gibt’s da nicht noch ne Nachbarinnen-Penny? Irgendwo?) kennen, die so ganz anders ist als er und mit der der introvertierte Mann dann durch die Vereinigten Staaten reist und allerlei ungewöhnliche Dinge erlebt. Kennt man schon, nicht wahr? Es passiert richtig viel und die gut 100 Minuten vergehen wie im Flug. Leider hat der Film nur phasenweise ein ansprechendes Niveau, besonders zum Ende hin sackt es unglaublich ab. Und auch sonst verbrät er alle Elemente einer typische Indie-Dramödie, die ein bisschen Roadmovie mit Midlife-Crisis-Geschichte mischt.

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Also fährt er mit der hübschen Penny einfach drauf los

Steve Carell tut das, was er am besten kann: Verwirrt und schwermütig aus der Wäsche glotzen. Beinahe immer der gleiche Blick, selbst, als sein Restleben doch noch in Schwung kommt. Keira Knightley hingegen hat scheinbar viel zu viel Spaß an ihrer Rolle und versucht mit ihrer übertrieben fröhlichen Art, die Schwere Carells auszugleichen, was leider nach hinten losgeht. Zusammen ein nur schwer zu ertragendes Gespann. Die weiteren Figuren sind dazu da, die Handlung voran zu treiben und hin und wieder einen Gag zu liefern. Das gelingt hin und wieder, punkten kann der Film sowieso dann, wenn schrille oder skurrile Figuren auftauchen und mit den Erwartungen des Zuschauers spielen. Allzu oft gelingt das leider auch nicht. Immerhin ist Patton Oswalt, bekannt vor allem als Spence in „King of Queens ein echter Lichtblick, den Hund schießt aber William Petersen ab, der als Trucker einen der besten Momente des Films für sich verbuchen kann.

Ein toller Soundtrack kann aber leider nicht über die riesige Portion Kitsch hinwegtäuschen, die sich unaufhaltsam annähert und sich im Verlauf des Films über dem Film vergießt und den Zuschauer gleich mit ertrinken lässt. Ohne diese klebrig-süße, schleimige Wohlfühldusche wäre der Film durchaus sehenswert gewesen, so lässt er den Zuschauer leider etwas verärgert zurück, was den durchschnittlichen Film noch ein wenig nach unten zieht.

4,5 von 10 Heroin-Partys


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