Review: A LITTLE TRIP TO HEAVEN - Toter Bruder, reiche Schwester?

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Story:Versicherungsdetektiv Abe Holt ist immer darum bemüht, seinem Arbeitgeber Geld zu sparen. Wann immer eine höhere Summe fällig wird, sucht er nach Schlupflöchern. Sein neuester Fall ist besonders interessant: Nach einem Autounfall mit einer bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Leiche wird 1 Million Dollar fällig, zu zahlen an Isold, die Schwester des Opfers. Abe forscht nach und ist sichtlich verwundert, dass eine arme White-Trash Familie so einen Geldregen zu erwarten hat.
 


  
 Meinung:
"A Little Trip To Heaven" ist ein sichtlich engagiertes Projekt, bei dem Regisseur und Autor Baltasar Kormákur viel in Details investiert und klar darum bemüht es, seinem Film die passende Stimmung zu geben. In vielen Punkten gefällt sein Werk und letztendlich tut es mir etwas weh, dass das Resüme leider etwas bescheiden ausfällt.

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Misstrauen ist sein Geschäft: Abe

Von Beginn an weiß der leise Erzählstil und die leicht unterkühlte, dabei aber fast blues-lastige Atmosphäre zu faszinieren. Besonders anfangs reißt "A Little Trip To Heaven" mit, in dem er bewusst nicht auf die Tube drückt. Da gibt es ganz starke Momente, die gut beobachtet und umgesetzt sind. Forest Whitaker in der Rolle des Versicherungsermittlers Abe zu sehen, wie er immer darauf bedacht ist, seinem Arbeitgeber unlieben Kosten zu ersparen und wie er dabei vorgeht, ist nicht nur toll eingefangen, sondern gleichzeitig eine deutliche Kritik am allgemeinen Vorgehen solcher Konzerne. Da bleibt Menschlichkeit auf der Strecke, wenn sich Dollar einsparen lassen, egal wie. Whitaker bringt, mal wieder, eine hervorragende Leistung und auch sonst lässt sich im Cast keine Schwäche erkennen. Julia Stiles habe ich selten besser gesehen, der damals noch recht unbekannte Jeremy Renner ist ein echter Gewinn und in einer eher kleineren Rolle ist, der leider im Laufe der Zeit in der Versenkung verschwundene, Peter Coyote als Abes Boss zu sehen. Rein darauf reduziert, passt eigentlich alles.

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Isold plagen Gewissensbisse

Mein Problem ist die Tatsache, dass ich im weiteren Verlauf das Gefühl nicht los wurde, hier stand eine interessante Idee, die dann nicht lückenlos sinnvoll und effektiv umgesetzt werden konnte. Über den Plot darf an der Stelle nicht viel verraten werden, das hätte auch Kormákur beherzigen sollen, denn viel zu früh wird dem Zuschauer klar, wohin der Hase läuft. Wahrscheinlich wollte er gar keinen Überraschungs-Twist-Film machen, nur nüchtern betrachtet wird viel Spannung verschenkt, da die Bombe deutlich zu früh platzt. Auch unter diesem Aspekt wäre mehr drin gewesen, aber leider wird dem Zuschauer so genügend Zeit geboten, über alle Zusammenhänge ausgiebig nachdenken zu können. An der Stelle fällt dann auf, dass das Szenario zwar auf dem Papier toll und interessant klingt, aber schon arg konstruiert wirkt. Die Logik schlägt zwar keine Purzelbäume, theoretisch ließen sich diese Mängel sogar ignorieren, aber für mich war das nicht wirklich nachvollziehbar und es stellte sich oft die Frage, wie das denn genau in der Realität möglich sein soll. Das sind immer nur Details, aber sie fallen halt auf.

Meine Wertung mag etwas hart klingen, aber schlussendlich war ich enttäuscht von einem Film, der mir an sich gefallen hat, aber dann zu (vermeidbar) spannungsarm und stellenweise zu unglaubwürdig war. Bei Filmen, die nie einen höheren Anspruch verfolgen, mag das Jacke wie Hose sein, aber wenn erstmal so viel stimmt, liegt die Latte eben auch höher.

5,5 von 10 überteuerten Versicherungspolicen.

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