Reutte in Tirol: Alte Tradition der Hausbemalung modern fortgeführt

"Reutte, Österreich, hat nur wenige Sehenswürdigkeiten zu bieten und ist dennoch für so manche Überraschung gut" heißt es in dem Online-Reiseführer "Tripwolf".
Drei Sehenswürdigkeiten sind dort aufgeführt:
  • Die Burgenwelt (auch: "Burgenwelten") Ehrenberg Reutte. Dieses Festungssystem, von dem die Burg Ehrenberg nur ein Teil ist, stellt zweifellos die größte Sehenswürdigkeit des Ortes dar; allerdings liegt sie weit außerhalb der bebauten Stadt. Außer der Burg (bzw. heute Burgruine) Ehrenberg besteht das Fortifikationssystem,  das einst die Straße über den Fernpass nach Innsbruck sicherte (bzw. sichern sollte: es hat nicht immer geklappt!), aus 3 weiteren Hauptelementen. Im Tal wird die Straße durch eine befestigte Zollstation, die "Ehrenberger Klause", abgeriegelt. Clevere Feinde freilich umgingen diesen unvollständigen Sperriegel, indem sie über den der Burg auf der anderen Seite der Klause gegenüberliegenden Falkenberg vorrückten; von dort konnten sie auch die Klausen von oben angreifen. Also errichtete man auf diesem Berg (übrigens auf dem Gebiet der Gemeinde Breitenwang, also nicht mehr in Reutte, gelegen), das "Fort Claudia" (volkstümlich auch "Hochschanz" genannt). Dummerweise gibt es aber auf der anderen Seite einen Berg, der die Burg Ehrenberg überragt, nämlich der Schlossberg. Von diesem aus konnte man die Burg mit Kanonen sturmreif schießen. Also wurde auch der Gipfel des Schlossberges befestigt, nämlich mit der barocken "Festung Schlosskopf". Einen Panorama-Lageplan finden wir hier; eine Karte (allerdings für Veranstaltungszwecke - Mittelaltermarkt usw. - erstellt, dort). Die Gesamtanlage wird jetzt vom "Verein Europäisches Burgenmuseum Ehrenberg" betreut. Auf deren Webseite ist neben Panoramafotos u. a. auch ein Video eingestellt, dass einen gewissen Rick Steves bei einem Burgbesuch zeigt:

Rick Steves ist ein US-Amerikaner, der die (kommerzielle) Webseite "Europe through the back door" betreibt. Der Ehrenberg-Burgenkomplex muss ihm gefallen haben; er berichtet über "The Ehrenberg Ensemble":
"If Germany's wildly popular "Disney castle" of Neuschwanstein is the medieval castle dream, Ehrenburg is the medieval castle reality. Just a mile outside of Reutte are the brooding ruins of four castles that once made up the largest fort in Tirol. This impressive "castle ensemble" was built to defend against the Bavarians and to bottle up the strategic Via Claudia trade route, which cut through the Alps as it connected Italy and Germany. Today, these castles have become a European "castle museum," showing off 500 years of military architecture in one swoop. The European Union is helping fund the project (paying a third of its €9 million cost). The complex has four parts: ..... "
Und auch in eine Sammelübersicht "Medieval Castle Experiences. Europe's Dungeons and Dragons" hat er den Festungskomplex aufgenommen: "Castle Day: Neuschwanstein (Bavaria) and the Ehrenberg Ruins (Reutte in Tirol)" mit der Empfehlung, in Reutte zu übernachten und von dort aus Neuschwanstein, Hohenschwangau und die Ehrenberg-Burgen in einem einzigen Tag zu besichtigen - und das mit öffentlichen Bussen. Nun ja, da wirkt seine Feststellung "This is a busy day" eher wie eine Untertreibung.
  • Als weitere Sehenswürdigkeit wird auf der "Tripwolf"-Webseite für Reutte ein Alpenblumengarten aufgeführt; der liegt ebenfalls weit außerhalb. Anscheinend ist er noch im Entstehen begriffen, denn auf der Betreiberwebseite ("eine Gruppe von Idealisten aus der Bergwacht-Einsatzstelle Reutte") heißt es (meine Hervorhebung: "Das gesamte für den Alpenblumengarten ausersehene Gebiet umfasst .....".
  • Für den Ort Reutte selbst wird das Museum "Grünes Haus" als sehenswert genannt.
Eigentlich hatten wir uns vorgenommen, außer der (recht kleinen) Stadtbücherei (vormittags) auch dieses Museum (nachmittags) zu besichtigen. Doch irgendwie waren wir zu müde und haben uns deshalb erst in einem netten Park am Untermarkt, vor der Hauptschule, ausgeruht, um anschließend (leider) ins Café Valier zu gehen (dieses "Erlebnis" habe ich hier beschrieben).
Im wesentlichen haben wir also nur die Gegend um den Untermarkt gesehen. Am anschließenden Obermarkt gibt es wohl noch einige Läden usw., aber wenn ich mir dieses
Video von einer Durchfahrt durch Reutte [Stadtplan] anschaue komme ich zu dem Schluss, dass wir wohl nichts verpasst haben. (Die Fahrt geht vom Obermarkt durch die Mühler Straße, Bahnhofstraße in die Allgäuer Straße; der Untermarkt wird nicht gezeigt. Am Bahnhof sieht man übrigens die Skulptur "Nautilus", die ich hier beschrieben und aus verschiedenen Blickwinkeln abgebildet habe.)
Die Stadtverwaltung (bzw. rechtlich präziser: die Verwaltung der Marktgemeinde) selbst hält ihren Ort anscheinend für ziemlich uninteressant. Wer dort unter "Freizeit und Tourismus" eine freundliche Einladung und hübsche Bilder erwartet, wird bitter enttäuscht: nichts als Links (und die nicht einmal touristisch gewichtet oder sortiert, sondern alphabetisch geordnet) kriegt der Besucher dort vor den Latz geknallt, gewissermaßen mit der Aufforderung: 'Klick' dich durch, schau selber, ob es bei uns was zu sehen gibt'.
Aber zum Glück gibt es ja die Wikipedia. Dort lesen wir immerhin:
"..... im Zentrum befinden sich sehenswerte Häuser mit Fassadenmalereien des Reuttener Malers Johann Jakob Zeiller."
Und nicht nur das: die alte Tradition der Außenfresken wird heute an vielen Gebäuden fortgeführt; nicht im historischen Stil, sondern ganz modern. Das ist wirklich nett und wäre wohl ein Pfund, mit welchem die Stadt wuchern könnte.
Nachfolgend einige Fotos dieser Malereien; die Zusammenstellung ist nicht als akribische Information gedacht, welches Gebäude wie bemalt ist, sondern möchte den Lesern einfach die Augen öffnen für die Vielfalt der Gebäudemalereien in Reutte:
Reutte in Tirol: Alte Tradition der Hausbemalung modern fortgeführt
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Textstand vom 13.08.2011

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