Retrospektive | Ein Tag auf der Frankfurter Buchmesse – das war der Oktober 2019

Von Froileinwonder @FroileinWonder

Herzlich willkommen bei meiner »Retrospektive« zum vergangenen Oktober! Die herbstlichen Temperaturen haben mich die abendlichen Lesestunden im Sessel ganz besonders genießen lassen. Dabei bin ich in zahlreiche Buch- und Comicwelten eingetaucht und möchte euch nun darüber berichten. Außerdem hat es mich für den Messesamstag nach Frankfurt verschlagen, wo sich massenhaft Menschen auf der Buchmesse tummelten.

Es war mir zwar schon im Voraus bewusst, dass es ein gewagtes Unterfangen sein würde, sich nur am Samstag nach Frankfurt auf die Buchmesse zu begeben. Doch die tollen Verlagsstände und die Aussicht auf tolle Entdeckungen und Begegnungen mit lieben Buchmenschen haben mich dennoch auf die Messe gelockt. Kaum in Frankfurt angekommen traf ich nach ein paar Schritten in Halle 3.0 auf Laura Kneidel und so konnte mein Messetag mit einem netten Plausch beginnen.

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Ein Beitrag geteilt von Stefanie|Bella's Wonderworld (@froileinwonder) am Okt 19, 2019 um 1:36 PDT

Dieses Jahr wurden zum allerersten Mal auch schon am Messesamstag Bücher verkauft, was zu zusätzlicher Schlangenbildung an den einzelnen Verlags-Kassen und Verstopfung der eh schon schmalen Gänge führte. Ich selbt habe auch zwei Bücher (Die unendliche Geschichte & Rembrandt) gekauft, allerdings nur weil die Zeichner anwesend waren und man das Werk gleich signieren lassen konnte, ansonsten verstehe ich nämlich den Sinn darin nicht, die Bücher direkt auf der Messe zu kaufen, wenn ich sie mir gemütlich im lokalen Buchhandel besorgen kann (immerhin gilt die Buchpreisbindung und es gibt keinerlei Messevergünstigungen). Gegen Mittag war kaum noch ein Durchkommen in den stark frequentierten Hallen 3.0/3.1 umso schöner waren für mich die Pausen bei Gesprächen mit Klett-Cotta und Dromer-Knaur. Gerade die Bestsellerautorin wie z. B. Sebastian Fitzek sorgen zusätzlich für lange Warteschlangen in den Hallen, was die Frage aufkommen lässt, warum man diese Signierstunden nicht auf das Außengelände verlegt.

Gerne hätte ich mich durch die schönen Auslagen der Verlagsstände gestöbert, bei diesem Massenandrang war das jedoch in den Hallen 3.0/3.1 so gut wie unmöglich. Trotzdem war es mir eine Freude auf viele Gleichgesinnte zu stoßen und ein paar Eindrücke zu sammeln.

Nun möchte ich noch ein paar Worte zu einem tollen Zusammenschluss mit den lieben Bloggerinnen Anett von Anetts Bücherwelt und Gabriela von Buchperlenblog verlieren. Gemeinsam haben wir die »Literarischen Musketiere« gegründet und so gibt es ab diesem Monat immer wieder tolle Buchempfehlungen zu bestimmten Themen. Der erste Beitrag zu schauriger Lektüre findet ihr hier: https://anettsbuecherwelt.blogspot.com/2019/10/buchiges-schaurige-buchempfehlungen-der.html

Am 22. November wäre George Eliot 200 Jahre alt geworden und um diesen Tag zu ehren, hat der dtv Verlag ihren Roman »Middlemarch« neu aufgelegt. Bereits in meinem Sommerurlaub im September habe ich einen großen Teil des Klassikers verschlungen, um ihn dann im Oktober beenden zu können. Dieser Roman ist eine perfekte Lektüre um den stressigen Alltag links liegen zu lassen und zu entschleunigen, dabei liefert die Autorin nicht nur facettenreiche Charaktere sondern auch eine lesenswerte Studie über das Leben in der Provinz im 19. Jahrhundert. Lediglich den politischen Anspielungen und Einflüssen konnte ich nicht immer ganz folgen.

Ein richtiges Highlight für mich war dann der Roman »Ich bin Circe« von Madeline Miller aus dem Eisele Verlag. Die Autorin entführt ihre Leser*innen in eine moderene Geschichte mit Einflüssen aus der griechischen Mythologie, wobei die Heldin der Geschichte die Zauberin Circe ist. Das Buch habe ich nicht nur in gedruckter Form genießen können, sondern auch in der gekürzten Hörbuchfassung von Random House Audio, in der Ann Vielhaben der beeindruckenden Heldin eine Stimme verleiht.

Mit einer realitätsnahen Dystopie von Rob Hart ging es für mich mit »Der Store« aus dem Heyne Verlag weiter. Obwohl ich die Geschichte als grundlegend spannend angelegt empfand und ich auch zum Teil recht gut unterhalten wurde, hat es mir bei dieser Konstruktion an Tiefgang gefehlt und ich denke man hätte an einigen Stellen (z. B. Wirtschaftsspionage) einfach mehr aus der Geschichte herausholen können.

Im Herbst darf eine schauderhafte Lektüre auf keinen Fall fehlen und so habe ich zu der Bilderbuchausgabe des Klassikers »Doktor Jekyll & Mister Hyde« von Robert Louis Stevenson illustriert von Sébastien Mourrain, erschienen im Bohem Verlag, gegriffen. In dieser besonderen Ausgabe wird die Geschichte des Doktor Jekyll durch die Neuübersetzung und Kürzung von Nils Aulike auch für Kinder- und Jugendliche zugänglich gemacht ohne dass der Gruseleffekt verloren geht.

Mit schaurig-schönen Kurzgeschichten von Edgar Allen Poe in der illustrierten Ausgabe »Das verräterische Herz und andere unheimliche Geschichten« aus dem Knesebeck Verlag ist man auch sehr gut beraten, wenn man eine gruselige Herbstlektüre sucht. Die überspitzen Zeichnungen von Gris Grimly passen hervorragend zu den vier, hier versammelten, schauderhaften Gruselgeschichten.

Mit einem Comic Sonderband, »Batman/Flash: Heroes in Crisis – Der Preis« von Joshua Williamson, Guillem March & Rafa Sandoval aus dem Panini Verlag stürtzte ich mich ins DC Universum und begleitet die unterschiedlichen Superhelden auf einer Mission die etwas mehr Licht in das Dunkel um die schrecklichen Vorkomnisse im Sanctuary bringt. Eine Besprechung dazu folgt in kürze.

Das Comic Album »M.O.R.I.A.R.T.Y« von Fred Duval, Jean-Pierre Pécau & Stevan Subic aus den Splitter Verlag hält eine temporeiche Kriminalgeschichte des britischen Meisterdetektives Sherlock Holmes bereit. In dieser Story werden Steampunk Elemente gekonnt mit der Epoche des viktorianischen Zeitalters und Einflüssen aus der klassischen Literatur (Doktor Jekyll & Mister Hyde) zu einem unterhaltsamen Abenteuer verschmolzen. Meine Besprechung zum Comic folgt in kürze.

Herrlich poetisch kommt der Roman »Die ganze Welt ist eine große Geschichte, und wir spielen darin mit« von Charlotte Roth aus dem Eisele Verlag daher und nimmt die Leser*innen mit auf eine Reise durch das Leben des bekannten und beliebten deutschen Schriftstellers Michael Ende. Wer kennt nicht seine fantasievollen Geschichten von Jim Knopf oder Momo, und wer hat nicht gespannt in eine Decke gekuschelt die Abenteuer von Bastian Balthasar Bux in der unendlichen Geschichte verfolgt? Der Mann hinter diesen Geschichten hat Charlotte Roth nun in ihren eigenen Zeilen eingefangen. Auch hierzu folgt in kürze meine Rezension.

Genau die richtige Lektüre um starke Frauen, die etwas in ihrem Leben bewegt haben, kennen zu lernen und ihrem Weg in bunten Comic-Panels zu verfolgen ist »Unerschrocken« Band 1 und Band 2 von Pénélope Bagieu aus dem Reprodukt Verlag. Unter den kurzen Geschichten finden sich durchaus bekannte Persönlichkeiten wie z. B. Nellie Bly oder Peggy Guggenheim aber vor allen Dingen zahlreihe Frauen, die mir bisher unbekannt waren. Zu diesen inspirierenden Comic-Strips folgt in kürze meine Rezension.

Großes Hight-Fantasy-Kopfkino liefert Jenn Lyons mit ihrem Auftaktband »Der Untergang der Könige« zu ihrer »Drachengesänge« Reihe, welche bei der Hobbit-Presse im Klett-Cotta Verlag erscheint. Die Autorin verknüpft einen interessanten Erzählstil mit einer komplexen und fesselnden Fantasy Welt in der Machtkämpfe unter den Adelshäusern ebenso an der Tagesordnung stehen wie Sklavenhandel. Außerdem gibt es Götter, Dämonen, Magier und Drachen und einen gut ausgearbeiteten Hauptprotagonisten. Meine Besprechung zum Buch sowie zu der gekürzten Hörbuchfassung von Ramdom House Audio dazu folgt in kürze.

Das Comicheft »Joker Special« aus dem Panini Verlag enthält gleich zwei Comics über den verrückten DC Bösewicht, in denen er gegen Batman und Superman antritt. Die kurzweiligen Panels überzeugen mit gelungenen Zeichnungen und liefern Geschichten über die Anfänge des schrägen Antagonisten. Eine Besprechung dazu wird es kürze geben.

Meine literarischen Reiseziele im Oktober sind auf der folgenden Karte mit Pins in der Farbe rotbraun markiert.

Kreta (Griechenland) – »Ich bin Circe« von Madeline Miller

Garmisch, München + Stuttgart (Deutschland) – »Die ganze Welt ist eine große Geschichte, und wir spielen darin mit« von Charlotte Roth

Genzano di Roma (Italien) – »Die ganze Welt ist eine große Geschichte, und wir spielen darin mit« von Charlotte Roth

Ganz und gar vorzüglich habe ich an »Ich bin Circe« von Madeline Miller und Jenn Lyons »Der Untergang der Könige«. Diese beiden Bücher sind meine absoluten Monatshighlights im Oktober. Etwas enttäuscht hingegen hat mich Rob Harts Dystopie »Der Store«.

  • »Schwarzer Leopard, roter Wolf« von Marlon James (bereits im Oktober begonnen)
  • »Mitford Manor – Gefährliches Spiel« von Jessica Fellowes
  • »Moby-Dick« von Herman Melville (bereits im Juli begonnen)
  • »Paper Girls 2 bis 5 «von Brian K. Vaughan und Cliff Chiang
  • »Frankissstein« von Jeanette Winterson
  • »Der kleine Lord« von Frances Hodgson Burnett
  • »Nachttiger« von Yangsze Choo
  • »Die letzten ihrer Art« von Maja Lunde
  • »Großstadt-Oasen-Trilogie« von Ralf Plenz