Reize gegen Reaktionen

Reize gegen Reaktionen

Der nordrhein-westfälische Innenminister Jäger (SPD) hat eine prima Idee. Er will den rechten Trotteln von Pro-NRW das Zeigen der bekannten Mohammed-Karikaturen verbieten, um Angriffe radikal islamischer Salafisten wie am Wochenende in Bonn zu verhindern. Zwar war er mit diesem Ansinnen schon einmal vor Gericht gescheitert - was die gute Sache aber ja nicht schlechter macht. Getreu dem ebenso simplen wie wirkungsmächtigen Reiz-Reaktions-Schema muss eben der Reiz verhindert werden, um die Reaktion (die laut dieser Definition quasi nichts für ihre rechtsstaatliche und moralische Randständigkeit kann) ausbleiben zu lassen. So einfach ist das. Verwunderlich bleibt nur, warum Jäger nicht gegen Kurt Westergaard und andere dänische Karikaturisten vorgehen will. Denn wenn vor dem Hintergrund des Geschehenen der innenministerielle Satz "Pro NRW ist gefährlich für unsere Demokratie" gelten soll, so muss doch eindeutig gegen die geistigen Brandstifter (dpa etc.) vorgegangen werden. Dann beruhigen sich auch die Anhänger der friedliebendsten Religion der Welt ganz schnell wieder.


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