Reisen und Freiheit: 5 Alternativen zum Digitalen Nomadenleben

Gibt es wirklich Alternativen zum digitalen Nomadenleben?

Als ich mir den Titel für diesen Post überlegt habe, hatte ich noch keine große Ahnung wo dieser Blogpost hinführen würde.

Naja, eine kleine vielleicht, ungefähr 5 Stichpunkte lang.

Aber da war es schon zu spät.

Denn meine kleine Facebookumfrage zum Blogpostthema für diese Woche hatte ein sehr klares Ergebnis hervorgebracht:

Von drei möglichen Beiträgen wurde dieses hier mit einer ganz krassen Mehrheit ausgewählt.

Post by Planet Backpack.

Das Ding ist:

Für mich ist der ortsunabhängige, selbstbestimmte Lifestyle, die optimale Ausrichtung meines Lebens.

Ich verstehe, dass das digitale Nomadenleben kein Lifestyle für jeden ist:

  • Viele haben kein Bock darauf sich selbständig zu machen oder als Freiberufler zu arbeiten.
  • Die meisten haben Angst vor der Unsicherheit und potenziellen Risiken.
  • Manch andere sind einfach so zufrieden mit ihrem ortsABhängigen Leben, wie es ist.
  • Viele Leser, die mir schreiben, trauen es sich nicht zu und haben keine Ahnung, wo sie anfangen sollen. Es erscheint einfach viel zu unrealisitisch und unmöglich und sie haken es somit als kleinen irrsinnigen Traum ab, der nicht weiter in Erwägung gezogen wird oder eventuell als lächerliche Idee abgestempelt wird. Der ein oder andere wird darufhin bitter und hinterlässt mir gemeine und kritische Kommentare ;)

Alles völlig legitim und irgendwie auch verständlich. Ich möchte nur diejenigen erreichen, die offen dafür sind.

Außerdem bin ich ja keine Missionarin oder will alle Menschen da draußen zur Religion der digitalen Nomaden bekehren. Nö, ey, das wäre mir viel zu anstrengend.

Die Frage, die ich mir aber wirklich stelle:

Wie kommt es nun also, das so viele an den möglichen Alternativen zum digitalen Nomadenleben interessiert sind?

Ich kann nur Vermutungen anstellen.

Und die behalte ich nun mal eben für mich. Wenn du diesen Post hier liest, kannst du mir deinen Grund für dein Interesse an diesem Beitrag sehr gern in die Kommentare schreiben.

Äääh, digitaler Nomade?

Aber lass uns nochmal kurz zurück rudern.

Was ist ein digitaler Nomade nochmal genau?

Manchmal bin ich mir nicht ganz sicher, dass alle meiner Leser das so genau wissen.

Ein digitaler Nomade…

  • nutzt digitale Technologien und das Internet um Geld zu verdienen
  • kann von weltweit überall arbeiten, wo es WIFI gibt
  • hat kein fixes Büro, sondern kann sein Office in einen Rucksack/Messenger Bag etc stecken
  • ist meist selbständig oder freiberuflich, in Ausnahmen auch ortsunabhängig angestellt
  • ist Lifestyle Designer und gestaltet sich sein Leben so, wie es ihn glücklich macht

Ein digitaler Nomade ist nicht zwingend ein Reiseblogger. Die meisten digitalen Nomden sind KEINE Blogger. Aber viele Reiseblogger sind digitale Nomaden.

Auch ein Missverständniss:

Alle digitale Nomaden reisen die ganze Zeit.

Du kannst auch ein digitaler Nomade in deiner eigenen Stadt, in deinem eigenen Land sein. Es geht um die Einstellung, den Lifestyle, die Freiheit. Was du aus Letzerem machst ist komplett dir überlassen.

Mit Sach und Pack im Rucksack um die Welt reisen ist nur ein Aspekt, ein Vorteil von viiiielen als digitaler Nomade.

Im Grunde geht es nur darum sein eigenes Leben genau so zu gestalten, wie man es jeden Tag möchte.

Und da soll es Alternativen zu geben?

Was meine ich nun mit Alternativen zum digitalen Nomadenleben? Kann es sowas überhaupt geben?

Eine Google-Suche nach Alternativen zum digitalen Nomadenleben hat jedenfalls nichts ergeben.

Klar ist: Die Freiheit, die dieser Lifestyle ermöglicht ist unvergleichlich.

Sag mir einen Job, eine Karriere, ein Lebensstil, der mehr bietet. Na?

Im Grunde ist die Freiheit des digitalen Nomadenlebens unantastbar.

Alternativen zum digitalen Nomadenleben

Aber wie kannst du trotzdem viel von dieser Welt sehen, mehr Freiheit als in deinem 9-5 haben und selbstbestimmt sein?

Wie kannst du Reisen zu einem essentiellen Teil deines Lebens machen?

Wie kannst du quasi ein analoger Nomade sein?

Hier meine Vorschläge:

1. Nimm dir eine längere Auszeit oder Sabbatical

Hau ab – sechs oder zwölf Monate oder länger einfach raus in die absolute Freiheit.

Keine Verantwortung, keine Arbeit.

Solange reisen bis dir die Kohle ausgeht. Jeden Tag machen worauf du Bock hast. Leben und noch mehr Leben. Aber eben auf Zeit. Du weißt, irgendwann geht es zurück. Dein “altes” Leben ist nur auf Pause.

Viele nehmen sich längere Auszeiten nach dem Abi oder der Uni.

Für manche heißt dass, das sie ihren Job kündigen müssen.

Immer mehr haben die Möglichkeit ein Sabbatical einzulegen und können danach wieder in ihren Job zurückkehren.

Eine Weltreise hat mittlerweile so gut wie keinen negativen Touch in deinem Lebenslauf mehr, außer vielleicht bei megakrass konventionellen Unternehmern. Wenn dich ein potenzieller Arbeitgeber blöd ansieht oder doofe Fragen dazu stellt, dann würde ich mir ganz schwer überlegen, ob du da wirklich arbeiten möchtest.

Das Risiko bei einer längeren Auszeit auf Reisen:

Du leckst Blut. Du erfährst was Freiheit wirklich ist. Viele, die nach längeren Reisen zurück nach Deutschland kehren, finden es schwer sich wieder an ihr Leben davor anzupassen. Aus dieser Motivation sind schon so einige digitale Nomaden entstanden.

Für wen ist das richtig?

  • Du willst absolute Freiheit für eine bestimmte Zeit und all die Orte und Länder sehen, die auf deiner Traumliste stehen.
  • Du willst dein Leben zuhause nicht aufgeben.
  • Du brauchst mal eine Auszeit um dich neu zu orientieren, hast aber nichts dagegen deine “Karriere” weiter zu führen.
  • Du kannst dir genügend Geld für eine längere Auszeit ansparen.

Hier findest du mehr Infos:

2. Such dir einen Job, mit dem du reisen und an anderen Orten leben kannst

Du würdest gern einen Job mit Reisen verbinden? Und du hast kein Problem damit Arbeitnehmer zu sein?

Die Liste ist hierfür mittlerweile schier endlos, hier ein Auszug mit weiterführenden Links als Einstieg. Wenn dich etwas mehr interessiert, hau dich tief in Google rein und such dir alles zusammen, was du zum Thema finden kannst.

Ich kann dir auch empfehlen, Leute zu finden, die Erfahrungen in dem Bereich habe, der dich interessiert. Kontaktier sie und stellen ihnen deine Fragen!

Tauchlehrer

Surflehrer

Yogalehrer

Flugbegleiter

Reiseleiter

Hotelgewerbe

Animateur

Deutschlehrer

Kreuzfahrtschiff

Entwicklungshelfer

Viele dieser Jobs sind nicht sehr permanent oder langfristig, da sie oft von Hoch- und Nebensaison abhängig sind.

Weniger nomadisch, aber immerhin:

Vielleicht kannst du dich auch mit deinem jetzigen Job ins Ausland versetzen lassen?

Oder aber du “wanderst” aus und suchst dir einen Job in einem Land deiner Wahl?

3. Werde analoger Nomade und verlängere deine Reisen

Wenn du es mit digital nicht so hast, und du dich auch nicht gern für einen längeren Zeitraum zum arbeiten verpflichten oder extra eine Ausbilung machen möchtest, hast du noch einige andere Möglichkeiten.

Viele Traveler tauschen ihre Arbeitskraft gegen Unterkunft und Essen oder Koje ein.

Andere nutzen die Möglichkeit der unterschiedlichen Möglichkeiten für Working Holiday Visa und verdienen sich ihren Lebensunterhalt damit vorübergehend.

Work Exchange

Freiwilligenarbeit

Viele Organisationen verlangen eine Menge Geld für Freiwilligenarbeit im Ausland. Hier findest du heraus warum. 

Oft kannst du aber auch lokale und regionale Projekte unterwegs finden. Viele kleine Einrichtungen nehmen regelmäßig Freiwillige im Austausch für Unterkunft und Essen. Diese wirst du aber meist nicht im Internet finden, sondern vor Ort.

Working Holiday Visa weltweit

Auf Segelbooten arbeiten

4. Arbeiten und Sparen —> Reisen —> Arbeiten und Sparen —> Reisen

Das habe ich sehr viel gemacht bevor ich Tauchlehrerin wurde und dann digitale Nomadin: Mir den Arsch abgearbeitet während dem Studium oder danach um mir von dem Angesparten meine Reisen zu finanzieren. Immer und immer wieder aufs Neue.

Meine Priorität war immer Reisen, also habe ich mein Leben lang seit ich ein Teenager bin immer alles daran gesetzt Geld dafür zu haben

Ich kenne so einige Leute, die das jahrelang so betreiben. Ein paar Monate oder ein Jahr arbeiten und dann ziehen sie wieder los.

5. Remote Worker / Webworker / Telecommuting

Zwar quasi ein digitaler Nomade, aber nicht ganz so frei wie diejenigen, die selbständig oder freiberuflich sind.

Viele Arbeitgeber werden immer flexibler mit ihren Arbeitsstrukturen. Viele Jobs, die Arbeitnehmer ausüben kannst du theoretisch auch von überall ausüben, besonders wenn du kaum oder keinen Kundenkontakt hast und deine Arbeit ausschließlich am Computer statt findet.

In vielen Bereichen ist Arbeit kein Ort mehr, und viele Unternehmen ziehen da nach, gewähren ihren Leuten Home Office-Tage und in immer mehr Fällen auch das Arbeiten von überall.

Man nennt das ganze Remote Work Agreement.

Hier ein Guide, wie du das in deinem Job auf die Beine stellen kannst.

  • Vom Office zum Online-Job für Weltenbummler: So geht’s!
  • Das Buch “Remote” ist der Klassiker für diese Art des Arbeitens.

Der große Nachteil der Alternativen

Einen nachhaltigen, hochwertigen, komplett unabhängigen Lifestyle inklusive endloser Freiheit mit einem regelmäßigen guten Einkommen wirst du mit den Alternativen zu sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht erreichen.

Ich persönlich hatte die Schnauze voll nie richtig Geld zu haben. Nicht jeden Tag selbst bestimmen zu können.

Klar ist es geil als Tauchlehrerin an den schönsten Orten, der Welt zu arbeiten – ich habe es auch einige Zeit sehr genossen.

Aber trotzdem war ich angestellt, habe für den Traum eines anderen gearbeitet jeden Tag, war von der Urlaubssaison abhängig, musste mich unterordnen, hatte nicht die volle Freiheit jeden Tag tun und lassen zu können was ich will.

Und ich musste mir Wecker stellen, eine Sache die einfach gar nicht geht.

Außerdem: Nur Reisen und Sightseeing und mit anderen Leuten abhängen war mir irgendwann auch nicht mehr genug.

Daher ist für mich das digitale Nomadenleben die perfekte Lösung.

Was willst du wirklich vom Leben?

Am Ende des Tages kommt es auf dich drauf an:

Welchen Lifestyle willst du? Was bist du bereit dafür aufzugeben? Was willst du wirklich vom Leben?

Leider gibt es keine Weichspüloption für das digitale Nomadenleben. Ein geiles , selbstbestimmtes und freies Leben steht nicht mit dem Fingerschnippsen mal eben vor deiner Haustüre.

Es benötigt viel Vorbereitung und Arbeit und Überzeugung.

Kennst du diese Glaubenssätze?

Wenn du gern ortsunabhängig sein würdest, aber dich folgende einschränkenden Glaubenssätze davon abhalten, habe ich gute Nachrichten: Mein bald erscheinendes E-Book wird sie dir nehmen.

Sind dir die folgenden Sätze bekannt?

  • Man muss einen Hintergrund in Webdesign, Medien oder PR, Online Marketing oder dergleichen haben um digitaler Nomade sein zu können
  • Man muss viel Geld verdienen um digitaler Nomade zu werden und ich schaffe es nicht, so viel anzusparen.
  • Es gibt eine Altersgrenze für digitale Nomaden. Ich bin zu alt dafür.
  • Das digitale Nomadenleben ist nichts, was man für immer machen kann.
  • Das digitale Nomadenleben ist einsam.
  • Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll mich ortsunabhängig zu machen.
  • Das digitale Nomadenleben ist nichts für Leute mit Kindern oder Familie.
  • Mein derzeitiger Job eignet sich nicht für ein digitales Nomadenleben und ich habe keine anderen Fähigkeiten dafür.
  • Als digitaler Nomade muss man immer reisen.
  • Alle digitale Nomaden sind (Reise-)Blogger.

Ich kann dir jetzt schon sagen, dass all diese Einstellungen und Glaubenssätze völlig unnötig sind. Mehr dazu in meinem E-Book. Melde dich hier an, wenn du erfahren willst, wenn es im September erscheint. Ich bin in den letzten Zügen des Schreibens…

Aber hey, auch wenn du einfach nur kein Bock hast auf die große Freiheit, die dir ortsunabhängiges leben und arbeiten ermöglicht, ich hoffe einfach nur, dass du dein Ding machst – egal wie das aussehen mag.

Und ich hoffe es ist wenigstens eine Option in meinen Alternativen für dich dabei. Eine, die du so geil findest, dass du sie direkt umsetzen willst. 

Nimm dich selbst wichtig und ernst genug um DEIN Leben zu leben.

Kennst du noch mehr Alternativen für das digitale Nomadenleben? Hast du Erfahrung mit den vorgestellten Alternativen?

Feature Foto: Creative Commons von anieto2k auf Flickr 


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