Regensburg: Nabel der Osteuropa-Forschung

Von Urzeit
In der Donaumetropole erforschen zahlreiche Institute die aufstrebenden Länder Osteuropas - Erkenntnisse in Politik und Wirtschaft sehr gefragt - Festakt zur Einweihung des neuen Instituts für Ost- und Südosteuropaforschung
Regensburg (obx - internet-zeitung) - Regensburg entwickelt sich immer mehr zu Deutschlands akademischer Brücke nach Osteuropa - zahlreiche Forschungseinrichtungen sammeln Wissen über die aufstrebenden Nachbarländer vom Balkan bis zur Ukraine. Der neuste Stern am Forschungshimmel der Donaumetropole: Das neue Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS). Mit der Vereinigung des Osteuropa- und des Südost-Instituts wird die historische und ökonomische Expertise dieser beiden renommierten und traditionsreichen Einrichtungen in Regensburg gebündelt. Der Auftrag: Forschung für die Praxis - ob für die europäische Politik oder die zahlreichen deutschen Unternehmen, die sich in Osteuropas Wachstumsmärkten engagieren. Die Vision: die Aufnahme des IOS in die renommierte Wissensgemeinschaft Leibniz in einigen Jahren. Heute (26.2.) wird das neue Institut mit einem Festakt am Wissenschaftszentrum Ost- und Südosteuropa eingeweiht.
Schon heute sind die Erkenntnisse und Kompetenzen der Regensburger Osteuropa-Forscher weltweit gefragt - ob bei Vorträgen für die europäische Politik in Brüssel, als Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) oder als wirtschaftspolitische Berater von Regierungen osteuropäischer Länder. "Unsere Forschung bleibt nicht im Elfenbeinturm", sagt Professor Jürgen Jerger, der als Ökonom das IOS gemeinsam mit dem Historiker Professor Ulf Brunnbauer leitet.
40 Mitarbeiter, davon 22 Forscher aus vielen ost- und südosteuropäischen Ländern, garantieren Erkenntnisse aus erster Hand und exzellente Kontakte in die untersuchten Staaten und Regionen. Das große Ziel des IOS: Die Aufnahme in die ehrwürdige Wissensgemeinschaft Leibniz. Bis zu einer möglichen Anerkennung als Leibniz-Institut werden aber noch einige Jahre vergehen, sagt Professor Jerger.
Finanziert wird das IOS zum überwiegenden Teil vom Freistaat Bayern, der die großen Pläne der Regensburger Forscher unterstützt. "Sie zeigen ökonomische Zusammenhänge und Besonderheiten, die für unsere Gegenwart und nicht zuletzt für unsere bayerischen Unternehmen und Investoren wichtig sind", sagt die Bayerische Staatsministerin für Bundes- und Europangelegenheiten Emilia Müller, die das Grußwort zur Einweihung des IOS spricht.
Die bayerische Staatsregierung setzt seit langem auf die Bündelung der Osteuropa-Kompetenzen in Regensburg. Bereits im Jahr 2002 beschloss das Kabinett das Institut für Ostrecht, das Osteuropa-Institut und das Südost-Institut aus München nach Regensburg zu verlagern. Während die Institute in München zuvor ein bisweilen vernachlässigtes, finanziell wie personell vielfach ausgezehrtes Anhängsel gewesen waren, erfahren sie jetzt in der Ostbayern-Metropole an der Donau eine neue Blüte.
Als außeruniversitäres Forschungsinstitut ist das IOS Teil des Wissenschaftszentrums Ost- und Südosteuropa, dem auch noch das Institut für Ostrecht und das Ungarische Institut angehören. Zahlreiche weitere wissenschaftliche Einrichtungen machen Regensburg heute zu einem international anerkannten Zentrum der Osteuropa-Forschung: Darunter mit dem Europaeum, Bohemicum, Slowakicum und seit neustem dem Rumaenicum auch viele Institute der Universität Regensburg, an denen die Forscher-Elite von morgen genauso ausgebildet wird, wie das interkulturell geschulte Management deutscher Unternehmen. Auch das Bayerische Hochschulzentrum für Mittel-, Ost- und Südosteuropa, BAYHOST, stärkt die akademische Brückenfunktion von Regensburg.