Rechts, links, Schmerzen ODER Wie ein Huhn meine Blogpläne ruinierte

Hallo ihr Lieben! 🙂

Ich habe heute keine guten Nachrichten für euch. Ein paar werden es schon über Twitter mitbekommen haben: ich habe mir am Freitag das rechte Handgelenk gebrochen. Jup. Komplett durch, zertrümmert und verschoben. Ich verzichte jetzt mal auf hübsche Euphemismen und spreche aus, was ich empfinde: das ist einfach nur scheiße. Ich bin Rechtshänderin und muss jetzt auf einmal alles mit links machen. Habt ihr euch schon mal die Zähne mit eurer schwachen Hand geputzt? Habt ihr schon mal versucht, euch einhändig einen Zopf zu machen? Nein? Probiert es aus, dann wisst ihr, wie es mir zur Zeit ergeht.

Rechts, links, Schmerzen ODER Wie ein Huhn meine Blogpläne ruinierte

Ärgerlich daran ist, dass eigentlich niemand so richtig Schuld an meiner Verletzung hat. Es war eine Verkettung unglücklicher Umstände. Ich kann also nicht mal wütend sein.
Am Freitag hatte ich gemeinsam mit meiner Schwester eine Reitstunde. Seit etwas über einem Jahr verfolgen wir dieses Hobby wieder, nachdem wir beide jahrelang nicht auf einem Pferd gesessen haben. Letzten Monat haben wir spontan den Reitstall gewechselt und hatten Freitag unsere zweite Stunde im neuen Stall. Im Moment bekommen wir noch eine gründliche Sitzschule, das heißt, wir quälen uns durch den Urschleim und lernen, wie man ohne Sattel und Zügel richtig auf einem Pferd sitzt, weil der Sitz bereits die halbe Miete ist. Der Stall verfügt nicht nur über Pferde, sondern auch über Hunde, Ziegen, Enten und Hühner. Die Nacht zuvor hatte sich ein Fuchs in den Hühnerstall geschlichen und einiges Unheil angerichtet. Dementsprechend waren die Hühner am Freitag flatterhaft und nervös. Während ich auf unserer zauberhaften Schulstute Guinness (ein irisches Kaltblut) saß, flog eines der Hühner in ihrem Verschlag mit ordentlich Dampf gegen irgendetwas; es krachte laut. Die sensible Guinness erschreckte sich und da Pferde nun mal Fluchttiere sind, kannte sie bloß einen Impuls: weglaufen. Die Gesetze der Beschleunigung warfen mich nach hinten, ich konnte mich nicht halten und purzelte in den nassen Sand.

Ich wusste sofort, dass mit meinem Handgelenk etwas nicht stimmte, es schmerzte höllisch. Unsere Reitlehrerin Franzi zwang mich, zuerst einmal regelmäßig zu atmen und das Gelenk zu ignorieren. Sie wollte vermeiden, dass ich hyperventiliere. Das war vollkommen richtig so, selbst ohne beschleunigte Atmung war ich einer Ohnmacht nahe. Das hätte für mich der erste Hinweis sein müssen, dass tatsächlich etwas kaputt gegangen war, denn in all den Jahren meines Reitunterrichts als Kind bin ich durchaus hin und wieder runtergefallen, aber niemals ohnmächtig geworden. Franzi und meine Schwester bugsierten mich vorsichtig vom Platz. Guinness war unheimlich süß, sie spürte, dass etwas Schlimmes passiert war, lief die ganze Zeit direkt hinter mir und stupste mich immer wieder mit der Nase in den Rücken, um sich zu entschuldigen. Was für ein empathisches Mädchen. Als ich dann endlich saß, kühlten wir mein schnell anschwellendes Handgelenk. Leider brachte das überhaupt nichts. Als wir das nasse Tuch meiner Schwester wegnahmen und ich mein Gelenk begutachten konnte, fing ich unter Tränen (der Schock) sofort an zu lachen, so seltsam sah das aus. Wir entschieden, ins Krankenhaus zu fahren, um abchecken zu lassen, was nun eigentlich los war.

Rechts, links, Schmerzen ODER Wie ein Huhn meine Blogpläne ruinierte

Die Notaufnahme war dankenswerterweise fast leer und so kam ich schnell dran. Der Unfallchirurg musste für eine Diagnose nur einen Blick auf meine Verletzung werfen: „Das ist gebrochen". Ich wollte ihm nicht glauben, bis zuletzt redete ich mir ein, dass es bloß eine Prellung oder Verstauchung war. Die Röntgenbilder widerlegten mich dann unmissverständlich. Trümmerbruch der Speiche (Radius) mit Verschiebung. Mein Gelenk musste erst begradigt und dann eingegipst werden. Die Betäubung direkt ins Gelenk war grauenvoll. Sie hingen meine Hand in Fingerfallen und beschwerten meinen Arm mit Gewichten. Danach drehte der Arzt noch mal kräftig an meinem Gelenk, was ich dank der Betäubung nur ein wenig spürte und verpackte es dann in Gips. Schon währenddessen erklärte er mir, dass ich operiert werden müsste. Eine Metallplatte muss eingesetzt werden, um zu verhindern, dass mein Gelenk beim Zusammenwachsen wieder abknickt und ich mein Leben lang Probleme habe. Wieder wollte ich ihm nicht glauben. Ein zweites Set Röntgenbilder bestätigte seine Prognose: die Knochen liegen noch nicht wieder aufeinander. Die OP ist unumgänglich.

Tja. Nun sitze ich zu Hause und tippe diesen Beitrag für euch mit links. Buchstäblich. Ich werde wohl noch eine ganze Weile zu Hause sein, 6 Wochen sind Standard. Je nachdem, wie die OP verläuft, die innerhalb von 10 Tagen durchgeführt werden muss, kann es auch länger werden. Am Montag suche ich mir einen Chirurgen in meiner Nähe und hoffe, dass ich bald einen Termin bekomme. Ich kann nicht ewig zu Hause hocken, ich gehe hier die Wände hoch. Ich gebe aber zu, dass im Moment noch überhaupt nicht an Arbeiten zu denken ist, dafür sind die Schmerzen zu groß. Deshalb versuche ich auch gar nicht erst, mit rechts zu schreiben, bzw. mit beiden Händen, wie ich es sonst tue.

Ich möchte den wortmagieblog all die Zeit nicht brach liegen lassen, also werde ich trotzdem an Rezensionen arbeiten. Es wird mit links alles nur viel länger dauern, daher solltet ihr euch darauf einstellen, dass ich aktuell keine Regelmäßigkeit einhalten kann. Das Schreiben strengt mich an. Ich werde schneller die Lust verlieren.
Aber gemeinsam kämpfen wir uns da durch. Das weiß ich einfach. Ein Gutes hat der komplizierte Bruch ja: ich habe plötzlich sehr viel Zeit zum Lesen. 😉

Alles Liebe,
Elli ❤


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