Real Madrid: Die Königlichen im Teamcheck

Von Wegggeblockt @weggeblockt

Der 9-fache Europapokalsieger Real Madrid ist vor dem Viertelfinale gegen Galatasaray Istanbul klar in der Favoritenrolle. ‘weggeblockt.de’ erklärt das System, die Stärken und die Schwächen des Teams.

Das System

Real Madrid agiert in einer 4-2-3-1-Formation. Vor der Viererkette spielt Xabi Alonso neben Sami Khedira. Alonso ist derjenige, der sich die Bälle von den Innenverteidigern abholt. Er ist der Motor des Spiels und spielte in der bisherigen CL-Saison die meisten Pässe von allen Real-Spielern (492). Seine Passquote ist dafür mit 79% sehr gut.

Neben dem Spanier sorgt Sami Khedira für die nötige Rückendeckung. Er gibt den defensiveren Part der beiden Sechser. Seine Stärken sind die Laufarbeit, mit der er viele Räume zustellt, und seine Zweikampfstärke. Deshalb wird er von Mourinho so geschätzt und spielt in wichtigen Spielen immer. Die Naht zum Angriff ist Özil. Er ist der Kreativkopf des Teams. Sein Ziel ist entweder Ronaldo links, Di Maria rechts oder Higuain bzw. Benzema vorne.

Der Superstar des Teams ist Ronaldo. Der Portugiese ist mit 8 Treffern der beste Torschütze der bisherigen Champions-League-Saison (neben Yilmaz). Es ist aber auch er, der sich mit Abstand die meisten Versuche aller Spieler nimmt (41; Platz 2 Messi: 26).

Mit Angel di Maria hat man zudem den besten Vorbereiter (5 Vorlagen) der CL-Saison im Team. Durch seine Tempodribblings stößt er oft bis zur Grundlinie durch und bedient seine Mitspieler, die in der Mitte warten.

        Die 4-2-3-1-Formation von Real Madrid

Die Schwächen

Reals Schwächen sind eindeutig in der Defensive zu finden. In jedem Spiel in der Champions-League-Saison kassierte man mindestens einen Gegentreffer. Die riskante Spielweise in der Offensive führt zu einigen Ballverlusten und ermöglicht es dem Gegner immer wieder zu kontern. Vor allem problematisch ist hier, dass auch die Außenverteidiger mit nach vorne schieben. Egal ob es Coentrao, Arbeloa, Marcelo oder Ramos (aushilfsweise Außenverteidiger) sind. Oft führt dies zu einer Unterzahlsituation in der Defensive. Zwei Szenen im Gruppenspiel gegen Dortmund belegen dies sehr gut:

Im Bild links ist das Problem gut zu sehen. Reals Linksverteidiger Arbeloa ist weit aufgerückt. Real hat den Ball verloren und Dortmund spielt einen hohen Ball auf Lewandowski. Der gewinnt das Kopfballduell gegen Pepe. Reus erahnt die Situation, startet in den freien Raum, bekommt den Ball und schießt das Tor.

Dortmunds Keeper Weidenfäller schlägt den Ball weit ab. Sein Ziel ist wieder Lewandowski. Dieses mal ist er im Luftkampf Varane überlegen. Großkreutz auf der linken Angriffsseite erahnt sie Situation gut und ist gedankenschneller als Rechtsverteidiger Ramos, der hier wie Arbeloa auf der anderen Seite viel zu hoch steht. Auf Höhe des 16 Meterraumes erhält er den Ball. Götze erkennt die Situation sofort und stößt in den Strafraum. Da Pepe Großkreutz, der jetzt im Ballbesitz ist, attackiert öffnet er Götze die Mitte, der den Ball bekommt und das Tor erzielt.

Hier wurde das Problem eindeutig. Durch die zu offensive Spielweise bekommt ein Gegner, der schnelle Konterspieler hat, gute Möglichkeiten.

Die Stärken

Das Spiel der Madrilenen lebt von ihrer Offensivpower. Mit 18 Toren erzielten sie neben den Bayern die Meisten im Wettbewerb. Vor allem auffällig ist natürlich Ronaldo, der fast die Hälfte aller Real-Tore erzielt hat. Sein extrem schusstarker rechter Fuß, seine Schnelligkeit, sowie seine Kopfballstärke sind für jeden Gegner sehr schwer zu verteidigen. In der Offensive spielt Real sehr variabel, die Spieler tauschen immer wieder Positionen. Oft zieht Ronaldo nach innen, der Mittelstürmer weicht auf den Flügel aus und bedient Ronaldo mit Flanken.

Auffällig ist, dass die Spanier 9 Tore von außerhalb des Strafraums erzielt haben. Ihre Schusstärke ist in dieser Hinsicht besonders hervorzuheben. Da sie auch nach Standards gefährlich sind, weil Ramos und Pepe gute Kopfballspieler sind, können sie aus jeder Position ein Tor erzielen.

Ein weiteres Plus: die Auswechselbank. In der Sturmspitze hat man mit Benzema und Higuain zwei absolute Topleute. Zudem gibt es auch noch Modric, der in knappen Spielen bei denen es eines Tores bedarf oft für den defensiveren Khedira eingewechselt wird und für noch mehr Offensivkraft sorgt.

Das Gehirn des Angriffspiels ist Özil. Er ist derjenige der quasi an jeder gefährlichen Situation beteiligt ist. Durch seine Klasse zieht er immer wieder mehrere Gegenspieler auf sich, wodurch sich Räume für seine Nebenmänner auftun. Durch geniale Pässe in die Schnittstelle der gegnerischen Verteidigung leitet er viele Tore ein.

Fazit: Real Madrid ist vor allem im Kalenderjahr 2013 sehr schwer zu schlagen. Man verlor nur eines aus 18 Pflichtspielen. Durch die enorme Offensivpower gleicht die Mannschaft die defensiven Schwächen zumeist aus. Deshalb und auf Grund der extrem hohen individuellen Klasse zählt die Mannschaft zu den Titelanwärtern in dieser Champions-League-Saison.