Raumpioniere – Modefotografie und Architektur

Anja Schlamann, Modeaufnahmen der Kollektion von Johanna Lutz: Schwimmbad Hürth | © Anja SchlamannZwischen der Mode- und Architekturfotografie gibt es meist nur wenige Überschneidungen. Manchmal haben Fotografen für die Inszenierung neuer Modetrends jedoch bewusst die Nähe zu außergewöhnlichen Bauwerken genutzt, um (surreale) Bilderwelten zu erzeugen. Die Kunsthistorikerin Ute Maasberg setzt sich mit dem Zusammenspiel von Architektur- und Modefotografie anhand historischer Beispiele und aktueller Aufnahmen von Anja Schlamann auseinander.

Der Beitrag wurde im Februar 2012 auf den Internet-Seiten des Goethe-Institutes veröffentlicht und beginnt mit einem Klassiker, der 1927 für Mercedes Benz aufgenommen Werbeaufnahme in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung.  Vor dem von Le Corbusier entworfenen kubistischen Doppelhaus im Stil des “Neuen Bauens” wird die “Neue Frau” als Herrenfahrerin in heller modischer Kleidung abgebildet, während das Auto schon zu dieser Zeit seltsam veraltet wirkt.

Auch am Beispiel von F. C. Gundlach, der vor allem in den 1960er und 70er Jahren zu den weltweit renommiertesten Modefotografen gehörte, zeigt Ute Maasberg dessen Affinität zur Architektur. Beispielhaft stehen ein Bademodeshooting in der Wüste vor den Cheopspyramiden oder eine Serie vor den Bauten Oscar Niemeyers in Brasilia. Die Fotografin Regina Relang wählte für das Shooting einer Mantelkollektion das 1957 fertiggestellte “Atomei” in Garching bei München als Kulisse: “Nicht ganz ohne Ironie trifft futuristische Architektur, technische Innovation auf ebenso puristisch interpretierte weibliche Form und damenhafte Attitüde.”

In einer über drei Jahre entstandenen Serie zweigt die Fotografin (und Architektin) Anja Schlamann Mode in nicht alltäglich sichtbaren, spektakulären Räumen. Damit gelingt ihr die Grenzüberschreitung zwischen Kunst, Mode- und Architekturfotografie. Die Serie trägt den Titel “Sie”, wobei “Sie” Anja Schlamann ist, die sich an selbstgesuchten Orten, in selbstinszenierten Situationen und eigenhändig ausgewählten Entwürfen der Kölner Modemacherin Johanna Lutz inszeniert. Als Aufnahmeorte wurden beispielsweise nicht genutzte U-Bahn-Stationen, stillgelegte Hallenbäder, Kirchenräume, Treppenhäuser oder Bunker ausgewählt.

Der vollständige Artikel mit einer Reihe von Bildbeispielen ist auf der Internetseite des Goethe-Institutes zu finden.

- Website der Fotografin Anja Schlamann
- Website der Stiftung F. C. Gundlach


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