Rassismus als Motor des Kapitalismus


“Unser globales Wirtschafts- und Finanzsystem beruht auf rassistischer Ausbeutung, die sich von der des Kolonialismus und der Sklaverei nicht wesentlich unterscheidet. Der Kapitalismus, wie wir ihn kennen, funktioniert nur mit einer Einteilung von Menschen in erste und zweite Klasse.

So sehr wir uns auch als weltoffen und tolerant verstehen wollen, genauso sehr verschließen viele von uns ihre Augen vor dem globalen Rassismus, der tagtäglich wütet, auf dem noch immer unsere Wirtschaftsordnung aufgebaut ist und auf den so viele Probleme dieser Welt zurückzuführen sind. Diese Dimension wird aus reinem Selbstschutz heraus vielfach ausgeblendet.

Solange es uns halbwegs gut geht, solidarisieren wir uns nicht aufrichtig mit den Geknechteten dieser Welt. Auch wollen wir uns nicht ernsthaft eingestehen, dass unser Wirtschaftssystem im Grunde noch immer auf dem lange überwunden geglaubten Kolonialismus vergangener Jahrhunderte gründet.

Früher wurden Afrikaner nach Amerika verschifft, heute werden – viel effizienter – die Arbeitsplätze selbst über den Globus verschoben. Früher sind wir im Namen der Zivilisation in fremde Länder eingeritten und haben Bodenschätze geraubt, heute reiten wir im Namen der Demokratie überall auf der Welt ein und rauben Bodenschätze. Wo ist der Unterschied? Ich kann ihn nicht erkennen.

Neoliberalismus, Imperialismus, Neokolonialismus, Finanzkapitalismus – unterschiedliche Bezeichnungen können nicht über die zu Grunde liegenden Macht- und Verteilungsverhältnisse hinwegtäuschen. Ebenso wenig über die Psychologie sämtlicher Akteure. Es ist eine des Einteilens von Menschen unter geographischen und ethnischen Gesichtspunkten und damit eine Psychologie des Rassismus.

Große Teile der Restwelt werden von den Industriestaaten wie in dunkelsten Kolonialzeiten noch immer als Rohstofflager und als bloße Quelle von Arbeitskraft angesehen. Unter dem Mäntelchen Demokratieexport schwafeln Politiker von Freiheit und einem diffusen westlichen Wertekanon, die mit aller Kraft verteidigt und verbreitet werden müssen. Auf dem schmalen Grat zur Schizophrenie schlagen diese Figuren Purzelbäume und machen uns dabei immer wieder Glauben, dass rohe Gewalt als Mittel zur Durchsetzung dieser diffusen Werte im Notfall legitim sei. Krieg als permanente Ausnahme.

Dass wir aber nicht für Freiheit und Demokratie – und noch viel weniger für die vielfach instrumentalisierten Brunnen und Mädchenschulen – in den Krieg ziehen, wird nur sehr selten kommuniziert. Und wenn dann ein deutscher Bundespräsident genau dies eben doch tut, und offen zugibt, dass es vielmehr deutsche Wirtschaftsinteressen sind, die seine Bundeswehr am anderen Ende der Welt verteidigt, muss er Tage später aus Schloss Bellevue ausziehen.

Wir als Verbraucher sind nicht willens, für unsere Smartphones und Flatscreens vernünftige und angemessene Preise zu bezahlen. Daher machen unsere Rohstoffkonzerne alles, um so billig wie nur irgendwie möglich an all diese Schätze zu kommen. Bayer, Glencore und Co. kollaborieren mit Mördern und Vergewaltigern und verdienen so Millionen. Uns als Konsumenten machen sie zu aktiven Mittätern dieser Verbrechen, denn um uns – unser Geld – dreht sich alles.

An jedem Handy, das wir kaufen, klebt das Blut von 6 Millionen toter Kongolesen.

Die Apologeten unserer Wirtschaftsordnung beschwichtigen, all dies beruhe auf allgemeinen Marktmechanismen, der freie Markt werde nach einer gewissen Übergangszeit alles zum Guten wenden, Ungerechtigkeiten beseitigen und den Reichtum dieser Welt gerecht verteilen. Bald setzt der lang erwartete trickle-down-Effekt ein, der Wohlstand der Reichen wird irgendwann von ganz allein zum Bodensatz der Menschheit durchsickern. Menschen aus Fleisch und Blut sind weder dazu in der Lage, noch dazu berechtigt, in diese Prozesse aus Angebot und Nachfrage regulierend einzugreifen. Die unsichtbare Hand  des freien Marktes ist der einzig legitime Player in diesem Spiel.

Damit wird Verantwortung outgesourced. Nicht mehr an Gott, sondern an eine neue ominöse Entität mit Namen freier Markt.

Wir schieben schlicht und einfach unsere persönliche Verantwortung für Ausbeutung, Mord und Totschlag weit, weit von uns, verbannen sie aus unserer Wahrnehmung und übertragen sie auf diesen neuen Gott. Das Blut der 1138 toten NäherInnen aus Bangladesch klebt nicht an unseren Händen, unsere Westen sind und bleiben weiß. Die Leichenberge der kongolesischen Minenarbeiter stehen in keinem Zusammenhang mit unser Sucht nach den neuesten, schnellsten, besten Smartphones, Laptops, Flatscreens.

Bloß weil die Wörter Nigger und Reisfresser aus unserem Wortschatz verbannt wurden, heißt das nicht, dass wir weniger rassistisch wären. Wenn wir den Opfern unserer Art zu leben, den Marginalisierten, den Unsichtbaren, mit Gleichgültigkeit und brutaler Ignoranz entgegnen, offenbaren wir damit unseren noch immer zutiefst verwurzelten Rassismus. Wer sein Bedürfnis nach Luxusbefriedigung über das Leben von Millionen von Menschen stellt, ist im Kern rassistisch. Meine Bedürfnisse sind um Längen mehr wert als die von irgendwelchen Afrikanern, die sich abschlachten, diese Wilden. Das ist Rassismus in Reinstform.

Jedes Jahr das neueste Smartphone haben zu müssen einerseits, die Einbildung, ein aufgeklärt-humanistisches Weltbild zu haben andererseits, gehen nicht zusammen. Sie schließen einander kategorisch aus. Denn unser Konsum basiert auf Unterdrückung und Ausbeutung, auf Mord und Totschlag. An unser aller Hände klebt öltankerweise Blut.

Wir nehmen diese auf blanken Rassismus gründende kannibalische Weltordnung einfach hin. Wir schlucken die Erklärungen, diese Weltordnung sei ein unbedingt erhaltenswertes, weil alternativloses Gut. Denn der Zufall der Geburt hat uns zu den Profiteuren dieser Weltordnung gemacht. Unser Lebensstil gilt als zu wertvoll, um sich ernsthaft mit all diesen Problemen auseinanderzusetzen. Wir wollen all den Abschaum nicht sehen. Elend und Verzweiflung interessieren nicht, sie trüben nur die Stimmung.

Sklavenhandel und Kolonialismus damals, Krieg gegen den Terror und Neoliberalismus heute – das ist alles dieselbe stinkende rassistische Brühe aus Größenwahn und Über-Untermenschen-Denke. Unsere Rhetorik, in gewisser Hinsicht auch unser Denken haben sich gewandelt. Unsere Ignoranz und unser mörderisches Handeln haben es nie getan. Wir sind nicht und waren niemals die Guten.”

Quelle: http://justicenow.de/rassismus-als-motor-des-kapitalismus/

GI: Ja, vielleicht hat das Marx so oder ähnlich schon vor über hundert Jahren oder mehr niedergeschrieben… nur es nutzt ja nix, wenn es/ihn niemand liest, versteht und BEGREIFT!!!


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