Ran an die Küche!

Von Heimwerkerblog

Bevor man das Projekt Küche mit einem Wandtattoo wie: „Zu viele Köche verderben den Brei“ oder „Hab’ Sonne im Herzen und Zwiebeln im Bauch, dann kannst du gut scherzen, und Luft hast du auch“ abschließen kann, muss vorher etwas ganz Entscheidendes passieren – die Küchenmöbel und -geräte müssen nämlich erst einmal aufgebaut werden. Das ist für einen versierten Heimwerker mit dem richtigen Werkzeug im Grunde auch kein “Hexenwerk”. Wir lassen daher erst einmal die Zwiebeln weg, aber mit Sonne im Herzen und der richtigen Aufbauanleitung geht’s munter an den Kücheneinbau.

Küchenplanung-3D-Bilder helfen bei der Visualisierung

Wer gut plant, der später gut köchelt

So eine Gelegenheit kommt so schnell nicht wieder. Es spielt keine Rolle, ob es die erste Küche im neuen Haus ist, oder die alte Küche endgültig ausgedient hat, jetzt heißt es zunächst „Bestandsaufnahme“. Was sollte die neue Einbauküche unbedingt haben, und was hat bei der alten Küche immer schon gestört? Was lässt sich überhaupt realisieren? Damit nach dem Einbau der Küchenzeile selbige nicht bis vors Fenster reicht und der Esstisch keinen „Anstoß“ an der Küchentür nimmt, wird erst einmal sorgfältig Maß genommen. Der Grundriss sollte in zwei Höhen (Fußboden und in etwa 1 m Höhe) erfolgen. Türen, Fenster, Heizkörper, Strom- und Wasseranschlüsse müssen eingezeichnet und noch nicht geflieste Wände mit ins Maß aufgenommen werden. Wege zwischen Arbeitsplatte, Herd, Kühlschrank und Spüle sollten möglichst kurz gehalten sein. Wenn sich das Tageslicht verabschiedet oder gerade auch an düsteren Tagen kommt der Beleuchtung eine besondere Rolle zu. Lampen über der Arbeitsplatte, über dem Esstisch sowie eine allgemeine Erhellung des Raumes mit warmem Licht erzeugt eine gemütliche Atmosphäre. Mit dem Grundriss im Gepäck geht es dann entweder ins nächste Küchenstudio, ins Möbelhaus oder man plant seine Küche gleich online. Viele Online-Küchenhändler bieten eine umfassende und kostenlose Küchenplanung an. Vielfach stehen den Küchenplanern heute Rechner mit entsprechender 3D-Software zur Verfügung. Eine gute Möglichkeit, um sich ein erstes Bild“ von der neuen Einbauküche zu machen. Ist das Schmuckstück dann geliefert, heißt es: Ran an die Küche!

Küche aufbauen – so klappt’s bestimmt

Küchenaufbau-Schränke mit Wasserwaage ausrichten

Wir beginnen logischerweise mit den Unterschränken. Die Montage der Schränke erfolgt über mitgelieferte Exzenterbeschläge, die sich einfach in die vorgebohrten Löcher eindrehen lassen. Alte Decken, die am Boden ausgelegt sind, schützen die empfindlichen Oberflächen während der Montage. An der Unterseite der Schränke befinden sich höhenverstellbare Füße, die wir in eine mittlere Position bringen. Gemäß der Planung alle Unterschränke zunächst in Linie aufstellen und im Folgenden durch Angleichen der Schraubfüße und mithilfe der Wasserwaage in die Waagerechte bringen. Wenn die Schränke ausgerichtet sind, mit dem Verbinden der einzelnen Schrankelemente beginnen. Mit dem Unterschrank in der Ecke starten und den folgenden Unterschrank mit Koppelschrauben daran befestigen. Fürs Fixieren eignen sich Schraubzwingen mit Filzzulagehölzern.

Küchenaufbau-Exakter Zuschnitt der Arbeitsplatte

Tipp: Vor dem Einbau des Spülen- und Herd-Unterschranks an die Aussparungen für die Wasser- und Stromanschlüsse denken. Für eine saubere Linie kommen die Schraubzwingen und Zulagen auch beim Fixieren der Aufsatzschränke zum Einsatz. Aufsatz- und/oder Hochschrank mit Stahlwinkeln an der Rückwand verdübeln. Bei diesem ersten Küchensegment sehr genau arbeiten, denn der weitere Wandschrankverlauf richtet sich danach aus.

Eine saubere Linie verwöhnt das Auge

Küchenaufbau-Genaue Maße übertragen

An der Oberkante des ersten Küchensegments Maß nehmen und mit Wasserwaage und Bleistift den weiteren Wandverlauf übertragen. Die angezeichnete Linie entspricht der Oberkante des nachfolgenden Hängeschranks. Den Abstand der Aufhängungen am Korpus auf die Wand übertragen und Dübellöcher bohren. Dort die Einschraubhaken eindrehen und den Hängeschrank vorsichtig ansetzen und einhängen.

Küchenaufbau-Oberschränke befestigen

Mit den Stellschrauben an den Aufhängungen lässt sich die Höhe genau nachjustieren. Wenn alles gut passt, den Hängeschrank mit dem ersten Küchensegment (Bsp. Hochschrank) verschrauben. Die anderen Hängeschränke schließen sich in gleicher Weise an. Mit Unterschränken, Hoch- und Hängeschränken hat die Küche schon einmal „Raum“ eingenommen. Jetzt wird die Arbeitsplatte ausgerichtet und an der Unterseite die Aussparungen für Ceranfeld und Spüle markiert. Zum leichteren Einsetzen der Stichsäge (mit Pendelhub) an den Ecken ein 10-mm-Loch bohren und die Ausschnitte aus der Arbeitsplatte heraussägen.

Die Arbeitsplatte auf die Unterschränke legen, an den schmalen Zwischenleisten der Unterschränke ausrichten und diese mit der Arbeitsplatte verschrauben. Das Ceranfeld in den Ausschnitt setzen, prüfen, ob es gleichmäßig aufliegt und die Herdhaltekrallen mit der Plattenunterseite verschrauben. Tipp: Zuvor die Schnittkanten der Arbeitsplatte zum Schutz vor Kondenswasser mit wasserfestem Weißleim bestreichen. Dann ein Abdichtmittel aus dem Fachmarkt (dichtend nicht klebend) dünn auftragen und die Ceranfeldplatte einsetzen. Falls noch ein Backofen unter die Ceranplatte kommt, benötigt die Arbeitsplatte noch einen Hitzeschutz aus dem Fachmarkt. Das Einsetzen der Spüle verläuft nach dem gleichen Prinzip. Sicherheitstipp: Den Einbau des Ceranfelds/Herds kann der DIY-Fan gerne selbst erledigen. Wer sich hingegen nicht zu 100 % beim Thema Strom sicher ist und für den Begriffe wie Leitungsquerschnitte, Schutzmaßnahmen nach VDE 0100 oder Konfiguration über Klemmleisten Fremdwörter bedeuten – den Herd unbedingt vom Fachmann anschließen lassen! Kommt es wegen einem falsch angeschlossenen Herd zu einem Gebäudebrand, verweigert die Feuerversicherung die Leistung. Zudem besteht Lebensgefahr.

Von der Dunstabzugshaube bis zum passenden Beschlag

Für Dunstabzugshauben benötigt es heute keinen Wanddurchbruch mehr, da diese nach dem Umluftprinzip arbeiten. Das bedeutet, feuchte Luft wird gefiltert und dem Raum wieder zugeführt. Die Bohrungen für die Dübellöcher werden über eine mitgelieferte Pappschablone an die Wand übertragen. Die Kaminverkleidung ansetzen und verschrauben. Die Abzugshaube an der Kaminverkleidung ausrichten, den Stromanschluss beachten und die Dunstabzugshaube montieren. Damit die Küche nun ein „Gesicht“ bekommt, werden alle Schubladenkästen in die Auszugsschienen eingesetzt und die Türen mithilfe der Topfscharniere angeschlagen. Die eine oder andere Reling erleichtert den Zugriff auf die wichtigsten Kochutensilien und wertet die Küche z. B. mit einer glänzend verchromten Oberfläche zusätzlich auf. Ob es dann vom Stil her eine sehr technisch anmutende Küche, eine wuchtig farbenfrohe oder eher Landhausflair versprühende Küche wird, hängt nicht zuletzt von den verwendeten Beschlägen ab. Die sind am Ende schnell montiert und runden das Gesamtbild der neuen Küche ab.

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Heike Merten