Radfahren in der Emilia Romagna – Teil 2

Radfahren in der Emilia Romagna – Teil 2Dies ist der zweite Teil einer Geschichte ( von zwei ) übers Radfahren mit Profis, eines tollen Gran Fondo, über „Cycling Friendship", Dolce Vita und eine herrliche, noch zu entdeckende Region in Italien. Und ja, dies ist Werbung, da es eine bezahlte Blogger-Reise war! Trotzdem schreibe ich ausschließlich nur aus MEINER Sicht und erzähle euch von MEINEN Eindrücken. Zugegeben, das war schon ein beeindruckendes Erlebnis...

Gerade der Sonntag mit dem Gran Fondo Del Capitano war etwas ganz besonderes für mich. Doch zuvor mache ich noch einen kleinen Sprung zurück zum Vortag. Nachdem ich nämlich nach der Ausfahrt mit Alessandro und Riccardo zurück am Hotel war, wartete dort schon David aus Kanada auf uns. Etwas älter als ich, graue Haare, groß. Er fährt leidenschaftlich mit dem Rad durch die halbe Welt, durfte das RAAM ( Race Across America ) als Autor begleiten und hat noch ein weiteres, sehr schönes und informatives Reisehandbuch für Radfahrer herausgebracht. Danke an dieser Stelle also, David, für die zwei tollen Bücher! In der Tat ist er ein netter, lustiger und freundlicher Typ, das Wochenende sprach Bände!

Denn nachdem ich mich geduscht hatte, wollten wir direkt zusammen einmal die kleine Altstadt erkunden. Außerdem hieß es, wir sollten ein kleines Fernsehinterview geben und ein paar Fotos machen. Oookkayyy...? So dachten wir uns nichts dabei, als wir so durch die Gasse schlenderten. Auf dem Dorfplatz war eine Bühne extra für den Gran Fondo aufgebaut, es gab ein paar Verkaufsstände, einige Zuschauer saßen auf Stühlen. Ein Moderator quäkte auf Italienisch, das wir aber nicht verstanden. Und dann wurden wir auch schon erkannt. WIR! Ob wir bereit wären für ein spontanes, kleines Fernsehinterview. Na logisch, wir machen sowas doch täglich, ha! Kein Problem! Zu bestaunen gibt es das auf meiner Facebook-Seite 😉

Und so gaben wir dann vor laufender Kamera auf Englisch ein kurzes Interview, bevor es dann zur Bühne ging. Dort war auch Massimo, der Organisator des Gran Fondo. Nachdem der Moderator uns auch noch etwas ausgehorcht hatte, überreichte uns Massimo jeweils ein offizielles Jersey des Grand Fondo Del Capitano. Sehr nett und sehr cool! Wir freuten uns riesig. Und dann war unser Medien-Auftritt auch schon vorbei. Wir mussten lachen! Toll, was uns als Blogger und Journalisten hier an Wertschätzung entgegengebracht wurde. Aber auch schon etwas skurril. Wir mussten grinsen.

Radfahren in der Emilia Romagna – Teil 2Radfahren in der Emilia Romagna – Teil 2Paolo Teverini zeigte uns seine Wein-Schätze. Hier ein Wein aus dem Vatikan!

Zurück am Hotel wurden wir auch schon erneut im Empfang genommen. Unser Hotel besaß nämlich eine Weinsammlung, die zu den Top Ten in Italien gehört! Dort durften wir einmal exklusiv hineinschnuppern. Francesco Ricci vom Hotel Tosco Romagnolo und der Hotelchef persönlich, Paolo Teverini, nahmen uns mit in den unglaublichen Weinkeller, wo allerlei Weinschätze lagerten. Der älteste Wein stammt von 1840! Auch aus dem Vatikan lagern hier Raritäten. Zahlreiche Auszeichnungen hingen an den Wänden. Während der beeindruckenden Führung wurde uns ein köstlicher Prosecco zusammen wieder mit diesem verdammt leckeren Parmesankäse gereicht. Köstlich! Paolo sammelt nicht nur Wein, sondern kocht auch schon mal für das monegassische Königshaus oder zu Empfängen der EU! Außergewöhnlich, in allen Belangen. Es war toll!

Danach waren wir mit Manuela vom Grand Hotel Terme della Fratta De zum Abendessen verabredet. Sie arbeitet im Tourismussektor, kennt hier so ziemlich jedes Hotel, und bei einem hervorragenden Dinner im Hotel Roseo Terme mit köstlichem Rotwein erzählte sie uns einiges zu dieser quasi touristisch noch relativ unentdeckten Region der Emilia Romagna. Das Essen mundete uns sehr und der Wein sowieso. Wieder einmal zeigte sich, wieviel Wert hier auf gutes kulinarisches Essen gelegt wird. Das gefiel David und mir, wir machten vom Essen übrigens immer ein Foto. Ich sagte, wir sollten die Branche wechseln und „Food-Blogger" werden. Wir mussten lachen!

Und dann ging es auch zurück in unser Hotel. Ausruhen vor dem Rennen. Ich gebe zu, ich war etwas nervös. Was würde mich erwarten? Ich lag im Bett und erinnerte mich an Alessandros Worte, das der Start meist den gefährlichsten Zeitpunkt darstellt. Ich lag noch länger wach, schlief wohl etwas unruhig und dann war

Um 6 Uhr geht der Wecker, ich bin schon etwas eher wach, obwohl es im Zimmer dunkel ist. Ich habe rund 45 Minuten um mich fertigzumachen und unten beim Frühstück mit David zu sein. Meine Fahrrad-Klamotten hatte ich mir bereits zurechtgelegt. Wir frühstücken relativ wenig, dafür schnell. Ich trinke tatsächlich Kaffee! Ich! Der Anti-Kaffee-Trinker! Heute ist das irgendwie egal. Ich gehe danach noch einmal kurz auf das Zimmer, um meine Rennradschuhe zu holen. Vor dem Hotel kommt Alessandro an und David bekommt sein Fahrrad. Zusammen stellen sie das Rad eben richtig ein. Dann ein kurzes Foto zusammen mit Manuela für Facebook und schon werden wir VOR die bereits wartende Meute geführt, die teilweise schon eine Stunde vorher versucht an vorderster Front zu stehen. Das haben wir schon vom Frühstückstisch aus gesehen. Wir beide müssen lachen.

Massimo begrüßt uns kurz, er hat noch viel um die Ohren. Das Adrenalin steigt, als wir da so stehen. Es werden viele Fotos gemacht von uns. Zwei Minuten vorm Start, der Countdown läuft. Genau wie meine Nervosität. Noch eine Minute. David und ich haben uns entschieden die 85-Kilometer-Runde zu nehmen anstatt die Große mit 140 Kilometern und über 3000 Höhenmetern. Schließlich wollen wir ja auch die ganze Stimmung und die Eindrücke bewusst mitnehmen und auch mal ein Foto machen ( wenn's geht ). 30 Sekunden. Alessandro wird uns hoffentlich sicher durch die ersten Meter schleusen. Er gibt dazu letzte Anweisungen. Zunächst Gas geben, hinter ihm bleiben, dann versuchen etwas seitlich nach rechts zu kommen, mehr an den Rand. Da kann man dann etwas Dampf rausnehmen. „Ok", denke ich mir und kneife die Lippen zusammen.

Der Countdown tickt runter. Die Zuschauer jubeln. Startschuss. Es geht los. Voller Adrenalinrausch. Die Geschwindigkeit nimmt rasant zu. Die Meute hinter uns sowieso. Es ist eng, jeder will an uns vorbei, wir versuchen zur Seite zu kommen und zu überleben. Den Überblick behalten. Selbst kleinste Lücken werden schamlos für Überholmanöver ausgenutzt. Die erste Kurve kommt nach wenigen Metern. Es wird noch enger. Wir kommen gut durch. Die Straße wird breiter, die Geschwindigkeit nimmt weiter zu. 40, 50 km/h, vielleicht auch etwas mehr. Wir rasen dahin. Mist. Ich bemerke, dass ich vor Nervosität den Radcomputer gar nicht gestartet habe. Dann halt jetzt erst. In der Menge! Oh man. Es geht leicht abwärts. Das Pulk rauscht immer weiter an uns vorbei, wir halten tapfer mit.

Langsam bekomme ich ein Grinsen im Gesicht. Das Adrenalin ist noch da. Ich bin hoch konzentriert. Wir drei sind immer noch zusammen. Sehr gut. Dann bremst das Feld ab, es geht rechts rauf, der erste Anstieg. Und der wird direkt übel. Den Anstieg war ich am vorherigen Tag schon mit Alessandro gefahren, da empfand ich ihn schon als unangenehm. Im Pulk ist die Geschwindigkeit jetzt raus, die Steigung ist schon im zweistelligen Bereich. Alessandro nimmt das locker, David und ich müssen schon etwas durchschnaufen. Es ist schon sehr warm an diesen Morgen.

Dann bemerke ich meine linke Wade. Genau die Stelle, auf der ich vor kurzem noch beim 666Gravel-Event gestürzt bin. Es sticht. Es wird ungemütlich. Mist. Ich falle zurück. Jetzt habe ich tatsächlich mit zwei Dingen zu kämpfen. Der Hitze UND meiner Wade. Es hilft alles nichts. Ich muss stehenbleiben und reibe mir die Wade. Alessandro lässt sich zurückfallen, fragt kurz nach, was los ist. Er fährt dann mit David weiter, völlig in Ordnung. Haut rein, Jungs!

Ich steige wieder auf. Das jetzt schon Gedanken an DNF kommen ist großer Mist. Ich fahre ein paar Kurven, steige nochmals kurz ab. Die anderen Fahrer kommen schnaufend den Berg rauf und fahren vorbei. Und dann, als ich gerade nochmals wieder aufsteige, kommt ein Fahrer, Simone heißt er, und redet mir gut zu. „Take it slowly, take it easy! I can help you! Stay with me if you want!" Das ist der Punkt, der so früh im Rennen alles ändert!

Ich kämpfe und hänge mich erst ans Hinterrad und dann neben Simone. Wir stellen uns vor, auf Englisch. Er versteht mich und mein momentanes Problem. Er schafft es, mich mental hochzuziehen. Ich fange an, nicht mehr so oft an die sch... Wade zu denken. Dann sind wir oben und es geht wieder rasant hinunter. Roberto, ein weiterer Fahrer, der zusammen mit Simone gestartet ist, schließt auf. Ebenfalls ein Tough-Guy und sehr nett!

Das Tempo ist enorm. 60 km/h oder mehr ist kein Problem. Für mich absolutes Neuland in diesem Ausmaß. Ich halte mir vor Augen nicht zu übertreiben. Da die Wade etwas entlastet wird, verschwindet sie immer mehr aus meinen Gedanken. Gut so. Dann kommt der erste Food-Stopp! Endlich. Durst. Davon viel. Etwas Hunger. Energie. Und Cola. Meine Rettung. Also ein perfekter Zeitpunkt in dieser Kurve, an diesem Stand mit einigen freiwilligen Helfern, etwas Kraft zu tanken.

Simone und Roberto machen keinen langen Stopp. Das ist auch gut so. Nicht das die Muskeln kalt werden. Noch schnell einen weiteren Becher Cola, das pusht. „Wieso muss der Becher so klein sein", denke ich kurz. Weiter geht's. Jetzt kommen weitere Anstiege. Nicht so stark wie am Anfang. Hart aber okay. Dafür aber mehr in die Länge gezogen. Sie liegen mir besser. Um die 5, 6 oder 7 %. Eigentlich könnte ich jetzt auch etwas schneller bergauf fahren. Aber Simone mahnt berechtigterweise dazu mit der Kraft vorsichtig umzugehen. Er hat recht.

Ich schwitze wie Sau bei dem Wetter und bin klatschnass. Wind ist selten zu spüren. Wenn er kommt, tut das richtig gut und kühlt meinen erhitzten Kopf etwas herunter. Wir kämpfen uns den nächsten Anstieg hinauf. Die Kilometer ziehen sich dahin. Die Aussichten in die Landschaft entschädigen für alles. Da weiß man sofort, warum man sich das antut. Es ist wunderschön hier. Kaum zu glauben, aber da ist tatsächlich schon der nächste Food-Stopp in dem kleinen Dorf Civorio mit einer alten Kirche. Jeder aus dem Dorf packt hier irgendwie mit an und schenkt Getränke aus. Cola oder salzhaltige Getränke. Frisches Trinkwasser gibt es an einem kleinen Trinkbrunnen. Sauberes, kaltes Wasser. Herrlich. Ich stopfe mir schnell etwas Obst in die Backen. Pfirsich- oder Apfelstückchen. Alles, was ich gerade in die Hand bekomme. Energie ist so wichtig. Meinen heißen Schädel halte ich samt Helm auch einfach mal kurz unter den kleinen Wasserstrahl des Brunnens. Perfekt. Und direkt wieder los. Nicht nachlassen.

Die Abfahrt kommt ab diesem Punkt sofort. Roberto, der anscheinend an den Anstiegen auch zu kämpfen hat, fährt die Abfahrten, als ob es kein Morgen geben wird. Irre. Beide! Es ist recht kurvig, da wird das Bremsen schon zu einer Kunst. Der Geruch des heißen und leicht verbrannten Gummis der V-Brakes zieht in meine Nase. Nicht nur wenig, sondern recht viel sogar! Ich habe Respekt vor diesen Abfahrten. Ich fahre weit über meinem Limit! Das Gefühl ist unbeschreiblich. Ich bin derjenige, der dabei immer weit hinten dran hängt, die beiden aber auf kurzen, flachen Teilstücken wieder problemlos einhole.

Der nächste Anstieg. Langgezogen. Etwas fies, weil ich denke, nach der nächsten Kurve müssten wir eigentlich oben sein. Dem ist aber nicht so. Dann haben wir es doch geschafft. Dies war soeben der allerschönste Anstieg. Links und rechts kann man so weit in die Emilia Romagna schauen. Berge, Wiesen, Täler, Bäume und kleine Dörfer in der Ferne. Was für eine schöne Landschaft. Dieser Teil ist absolut zum Genießen. Ein wunderbares Fleckchen Erde. So ruhig. Nur das Schnaufen einiger Fahrer ist zu vernehmen. Eigentlich müsste man gerade hier Pause machen, aber es geht weiter. Ohne Wenn und Aber. Wir bleiben ein Stück oberhalb des Bergkamms. Es ist nur leicht wellig. Die Gedanken zum Aufgeben sind längst wie weggeblasen. Ich will finishen!

Dann geht es wieder hinunter. Rasant. Ich habe keine Zeit auf dem Tacho zu schauen. Ich muss mich konzentrieren. Das spreche ich leise vor mir hin. Gut so. Stay Safe! Und plötzlich kommt der letzte Food-Stop. Gefühlt im Niemandsland. Aber egal. Es sieht so aus, als ob die größte Meute schon vorbeigezogen ist. Macht nichts. Alle Leute sind sehr freundlich. Sie haben verschiedene kleine Kuchen selber gebacken, jeder aus dem Dorf trägt etwas dazu bei. Toll! Roberto braucht etwas länger für den Anstieg, wir warten aber definitiv auf ihn. „Völlig okay", sage ich zu Simone. Kurz darauf ist Roberto aber schon da. „Jetzt ist es nicht mehr weit," sagt Simone und wir schwingen uns auf die Räder.

Ich hatte mir den Plan mit den Anstiegen der Runde etwas eingeprägt, der bei der Anmeldung aushing. Ich komme aber hier mit dem zählen nicht mehr hinterher. Die Kraft schwindet jetzt etwas. „Entweder das ist jetzt wirklich nicht mehr so weit oder es wird ein gefühlt langer Tag," denke ich mir. Doch wir kommen tatsächlich nun zum Endspurt. Dabei habe ich das dumpfe Gefühl, das ich kurz vor ein paar Krämpfen bin. Zum Glück kann ich das so gut kontrollieren und die Kraftanstrengung so einteilen, das ich nicht unnötig die Waden belaste. Perfekt. Und scheiss auf die Krämpfe! Jetzt oder nie!

Wir pushen uns gegenseitig. „Go, go,go!" und „Alez, Alez, Alez!" Irgendwie sind wir schon bekloppt. Es ist aber tatsächlich nicht mehr weit. Wir hören Polizeisirenen! Simone sagt, das Peloton oder der Führende der großen Runde kommt! Häh? Wie irre ist das denn? In den kleinen Ortschaften stehen jetzt schon mal ein paar Menschen mehr am Straßenrand. Sie feuern uns mit voller Heißglut an. Toll! Wir halten uns etwas weiter rechts, der Führende zischt an uns vorbei samt ganzer Entourage und großem Tamtam.

Wir versuchen jetzt auch in der letzten Abfahrt „Full Gas" zu geben. Simone und Roberto sind so schnell darin. Der helle Wahnsinn! Sie verschwinden in den Kurven schon längst aus meinem Sichtfeld. In den Kurven schmokeln meine Belege weg, die Profis bremsen wahrscheinlich weniger als ich! Was für ein Rausch! Ich bin gefangen im Tunnel! Der Wind klingelt so laut in den Ohren das es wehtut. Die beiden sind unten, da habe ich noch zwei Kurven vor mir! Dann bin auch ich unten. Auf geraden Stücken kann ich meine Stärke ausspielen, dort kann ich Tempo machen. Mein Ding.

Ich gebe alles, die Waden lassen verlautbaren, das es eventuell zu Totalverlust und somit heftigen Wadenkrämpfen kommen könnte! Ich gebe gedanklich hinunter das mir das gerade völlig egal ist und schließe auf die beiden auf. Die Straße ist recht breit, die Leuten säumen die Bürgersteige, jubeln uns zu. Tröten sind zu hören. Roberto ruft „3 K", also 3 Kilometer noch. Oha. Das wird aber ein langer Sprint. Doch Simone will noch nicht alles Pulver verschießen. Zu lang ist der Sprint. Er hat schon wieder recht. Wir passen das Tempo etwas an.

Wir kommen dem Ziel näher, der letzte Kreisverkehr. Die Leute stehen dort und klatschen, Ordner zeigen die richtige Ausfahrt an. Ich lege mich in die Kurve, muss ja wenigstens etwas cool aussehen! *Lach* Das Ziel voraus, die letzten Meter, der Erste der großen Runde ist schon längst durch. Ich nehme das Klatschen der Zuschauer wahr, der Moderator des Rennens am Ziel ist über Boxen schon laut zu vernehmen. Ich verstehe kein Wort. Dann sind wir durch! Alle drei.

Wow! Irre! Nochmals ein Adrenalinschub, ein geiles Gefühl. Was für ein Ritt. Wir rollen aus, an die Seite der Straße. Und dann schieben wir die Räder ein Stück zurück. Wir realisieren, das der Moderator uns ganz kurz für die Nächstplazierten gehalten hat. Ich muss lachen. Geil, oder? David und Alessandro waren rund eine halbe Stunde vor uns im Ziel gewesen. Wir klatschen ab, machen ein paar Fotos. Dann werden David und ich auf die Pressebühne für ein Finisher-Foto gebeten. Mit den obligatorischen Mädels im Arm. Total verrückt.

Und dann war's das. Over and out. Ich bringe mein Rad zurück in die Garage des Hotels und realisiere erst jetzt, was da gerade passiert ist. Mein „erstes" Rennen in diesem Format, mit so vielen Startern durch so eine schöne Landschaft. Dazu die Radsport-Verrückten Menschen und vor allem die vielen ehrenamtlichen Helfer. Wirklich beeindruckend. Das Klicken der Pedale, der Adrenalinschub und der Schweiß. Der Kampf mit sich selbst und der Geschwindigkeitsrausch - ich merke nun zumindest etwas davon, was es heißen kann, solche Rennen zu fahren. Gran Fondos sind hier sehr populär. Hier finden zwischen März und September alleine 18 davon statt! Teilweise dann sogar mit atemberaubenden 13.000 Teilnehmern! Die Bedingungen in der Emilia Romagna scheinen mir ideal zu sein. Für jeden Radsport-Typ ist etwas dabei. Und warum Marco Pantani hier immer noch so intensiv verehrt wird, ist nachvollziehbar.

Abends sind wir dann zusammen mit Manuela noch einmal gemeinsam Essen gegangen. Das wurde ein ganz wunderbarer Abend. Ganz delikates Essen, ein köstlicher Wein. Es fehlte an nichts. Wir hatten so viel zu lachen und zu erzählen und noch mehr zu essen. Auch Alain kam noch dazu, ein Bekannter von Manuela. Er spricht Deutsch und so wurde das ein bunter Mischmasch aus deutsch, englisch und italienisch. Und noch lustiger. Ein ganz wunderbarer Abschluss eines einzigartigen Wochenendes in der Emilia Romagna. Sinnbildlich schlossen wir hinter uns das Dörfchen Bagno di Romagna ab. Wir waren die letzten, die noch durch die Gasse schlenderten. Schön war's.

-> Wer den ersten Teil verpasst hat, der kann ihn hier ich einmal nachlesen.

Eine kleine Essens-Auswahl

Weitere Infos zum Radfahren in der Region Emilia Romagna und ihre als Bikehotels unter dem Namen Terrabici zusammengeschlossenen Hotels findet ihr unter:

www.terrabici.com

Tourismus Emilia Romagna

Interessant sind ebenfalls die Berichte von Patrick auf seinem Blog born2.bike, wie dieser zum Beispiel! Er war zwei Wochen zuvor in der Emilia Romagna unterwegs und schildert dort seine Erfahrung!

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