Querfrontstudie ohne Querverbindung

Von Hartstein

Wo die Otto-Brenner-Stiftung „Netzwerke“ sieht und wie sie sie definiert und “findet”

„…Und dann gilt es, die gute alte Recherchemethode der Interviewanfrage anzuwenden und bei den Betroffenen nachzufragen, Stellungnahmen zu den Verdächtigungen einzufordern und diese gegebenenfalls zu zitieren – oder auch seine Meinung zu korrigieren, wenn man etwa erfährt, dass bestimmte Kontakte nie existierten oder längst abgebrochen wurden. Das würde vor peinlichen Fehlschlüssen schützen, wie sie die aktuelle „Studie“ aufweist.

Es handelt sich insgesamt um ein Meisterwerk indirekter Kommunikation – d.h., zitiertes Hörensagen, keine dezidierte Stellungnahme. Denn Zitate von anderen ersetzen die Beurteilung der genannten Personen. Zum Beispiel werden „einhellig“ urteilende Medien angeführt, um die Behauptungen über die Genannten zu belegen. Wörtlich heißt es: „wurde in mehreren überregionalen Medien (einhellig negativ) berichtet“ – dann muss es wohl stimmen. Diese Form der Zuweisung von Urteilen anderer ist wissenschaftlich unhaltbar.

Wer die Berichterstattung über die sog. Montagsmahnwachen verfolgt hat, ahnt, worauf die OBS-Studie hinaus läuft. Nahegelegt wird, von einer Art Verschwörung auszugehen, und zwar der eines neuen mächtigen publizistischen „Netzwerks“. Bilden eigentlich alle etablierten Medien auch ein solches Netzwerk, weil sie sich gegenseitig zitieren? Oder geht man umgekehrt einfach von vergleichbaren Strukturen aus?

Dass es sich darüber hinaus eventuell um eine Gruppe von „Ausgestoßenen“ – hier sei exemplarisch auf das Schicksal Ken Jebsen verwiesen, der übrigens nicht wegen der von Henryk Broder lancierten Antisemitismusvorwürfe vom rbb entlassen wurde6 – handelt, wird durchaus eingeräumt. Dennoch werden die Genannten weniger als Reagierende geframed/dargestellt, sondern als ganz bewusst an der Demontage „der Medien“ arbeitenden Akteure. Letzteres mag vielleicht auf einzelne zutreffen, aber die wurden ja nicht weiter untersucht.

Es liegt aber auch an der mangelnden Medienkompetenz vieler User, die solchen Kampagnen aufsitzen – nach dem Motto, wenn es so viele „einhelli schreiben, dann wird schon was dran sein. Das darf dem Durchschnitts-User passieren. An Universitäten hat dieses ergoogelte Hörensagen nichts zu suchen, und einer Studie ist ein solches Vorgehen unwürdig…“

Quelle und gesamter Text: http://www.medienverantwortung.de/wp-content/uploads/2009/11/20150821_IMV-Schiffer_Querfront-Studie-ohne-Querfront.pdf

GI-Anmerkung:

Ist es nicht interessant, wie immer mehr “Gruppierungen” die für das “Gute” kämpfen, gegeneinander ausgestochen und aufgewiegelt werden, als gäbe es einen Preis für den linkesten Linken!!!

Attac wird die Gemeinnützigkeit entzogen, der WWF kooperiert mit der Industrie, Greenpeace spekuliert, Amnesty International pro Frauenhändler, PETA tötet Tiere und alternative Medien-/Meinungsportale spielt mal als Infomationsalternative gegen die  konventionellen Medienkonglomerate aus… merkt ihr wohin der Hase läuft!?