Pseudo HDR: Bessere Fotos mit Kamera und Smartphone

Pseudo HDR: Bessere Fotos mit Kamera und Smartphone

Du kennst sie: hässliche Urlaubsbilder mit weißem Himmel. Mit Pseudo HDR kannst du Überbelichtung einfach vermeiden, egal ob mit Kamera, Smartphone, Multikopter oder Actioncam.

Pseudo HDR: Bessere Fotos mit Kamera und Smartphone

links: Pseudo HDR, rechts: normal

Einer der häufigsten Fehler beim Fotografieren ist eine falsche Belichtung. Besonders hässlich sind überbelichtete Fotos.

Das beste Urlaubsfoto sieht nichts aus, wenn Wolken blass und kontrastlos sind oder der Himmel ganz weiß ist.

Besonders anfällig für Überbelichtung sind kleine Sensoren, wie in

  • Kompaktkameras
  • Bridgekameras
  • iPhones
  • Android-Handys
  • Drohnen/Multikopter
  • Actioncams

Eine Lösung ist es eine Kamera mit großem Sensor zu verwenden, wie eine DSLR oder Systemkamera. Aber selbst die größten Sensoren kommen an ihre Grenzen, wenn eine Szene zu kontrastreich ist.

Eine viel einfachere und günstigere Idee ist es mit HDR (High Dynamic Range) zu fotografieren. Das ist leichter als es klingt, mit der richtigen Software oder App.

Pseudo HDR: Bessere Fotos mit Kamera und Smartphone

Dynamikbereich von Sensoren im Native ISO - Quelle: DXOmark

Warum HDR für Smartphones und Kameras?

Besonders wichtig ist HDR in der Smartphone-Fotografie und auch mit Kompaktkameras, Drohnen und Actioncams. Das liegt an den kleinen Sensoren, die schnell überbelichten.

Stell dir vor du willst eine Landschaft am hellichten Tag mit Schatten fotografieren. So eine Szene ist sehr kontraststark, mit einem Dynamikumfang von z.B. 12 eV. Du versuchst es mit diesen Kameras:

  • Vollformatkamera Sony A7 oder APS-C-Kamera Sony a6300
    Mit der richtigen Belichtung bekommst du mit 13 eV Sensor-Dynamikbereich alle Kontraste in den Kasten und hast noch etwas Spielraum
  • MFT-Kamera Olympus PEN E-PL7 oder Profi-Kompaktkamera Canon G7X:
    Du musst schon wirklich perfekt belichten, um mit 12 eV Sensor-Dynamikbereich alle Kontraste aufzunehmen
  • Multikopter DJI Phantom 4 oder Actioncam GoPro Hero 5
    Den ganzen Kontrastumfang schaffst du mit ca. 11 eV Sensor-Dynamikbereich zwar nicht, aber mit etwas Geschick kannst du die Anzahl von über- und unterbelichteten Pixel minimieren
  • Smartphone Samsung S6 Edge oder Apple iPhone 6
    Sorry, aber das wird nichts. Der Samsung S6 Edge Sensor kann im Bestfall 9,6 eV Dynamikbereich aufnehmen und die Szene hat 12 eV Dynamikumfang. Das iPhone 6 könnte hier auch nichts ausrichten, dessen Sensor hat einen schlechteren Dynamikbereich als beim Samsung.

Das ist der Bestfall in der Theorie. In der Praxis hast du wahrscheinlich selbst bei der Vollformatkamera mit einem theoretischem Sensor-Dynamikbereich von 13 eV Bildrauschen in den Schatten, auch im nativen ISO. Mehr dazu im Abschnitt zum RAW-Format am Ende des Artikels.

Mit HDR kannst du den Dynamikbereich erhöhen, um 4 eV oder mehr. So kannst du die Szene sogar mit einem Smartphone fotografieren. Außerdem kannst du Bildrauschen reduzieren, egal bei welcher Sensorgröße.

Alle Bilder in diesem Artikel sind mit der Canon G7X Profi-Kompaktkamera entstanden. Bei Smartphone, Actioncam oder Multikopter sind die Unterschiede noch größer.

Schau auch in meine Bestenliste aktueller Digitalkameras mit Vergleich der Sensor-Dynamikbereiche.

Pseudo HDR: Bessere Fotos mit Kamera und Smartphone

links Pseudo HDR, rechts x3: Belichtungsserie

Was ist HDR – High Dynamic Range?

HDR ist eine Foto-Technik, bei der du mehrere Bilder vom gleichen Motiv aufnimmst. Die Bilder sind verschieden belichtet und können in der Summe mehr Kontraste einfangen als ein Einzelbild.

Diese Belichtungsserie wird schließlich zu einem Bild zusammengefügt. Das kann automatisch in der Kamera oder im Smartphone passieren. Schönere Ergebnisse bekommst du mit einer guten Software am Computer.

Das Endresultat kann einen größeren Dynamikumfang zeigen, als eine Einzelaufnahme und kann Kontrast-Abstufungen besser darstellen. Eine HDR-Aufnahme kann besser den Dynamikbereich nachempfinden, den das menschliche Auge sieht (~20 eV).

Stell dir vor, du hast Sonnen-Reflektionen im Bild und ebenso dunkle Schatten. Für ein Einzelbild ist der Dynamikumfang zu hoch, also der Kontrast zwischen Dunkel und Hell. Mit HDR kannst du Licht und Schatten richtig aufnehmen.

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links: Pseudo HDR, rechts: normal

Realistischere Bilder mit Pseudo HDR

HDR Bilder gelten als unrealistisch mit einem Cartoon-Look. Die Farben sind überdreht, es gibt Halos und die Schatten wirken künstlich hell.

Aber HDR-Bilder müssen nicht so surrealistisch aussehen. Es sind übertriebene HDR-Bilder, die auffallen. Gut gemachte HDR-Bilder siehst du täglich aber erkennst sie gar nicht.

Besonders unrealistisch sind HDR-Bilder, die mit Tonemapping entstanden sind. Tonemapping bietet sehr viele Möglichkeiten und damit auch viele Risiken.

Realistischer wirken Pseudo HDR-Bilder, die durch Belichtungsfusion entstanden sind. Dabei werden für helle Bereiche Pixel aus dem unterbelichteten Quellbild kopiert und für Schatten Pixel aus dem überbelichteten Quellbild. Du suchst dir quasi die besten Stellen zusammen.

Die Belichtungsfusion ist fast so alt wie die Fotografie selbst. Schon 1850 hat Gustave Le Gray 2 verschieden belichtete Negative zusammengefügt, um eine Welle zu fotografieren. Wellen waren für damalige Kameras viel zu schnell ;)

In der Digitalfotografie musste man früher die Einzelbilder manuell über umständliche Luminanzmasken zusammenfügen. Heute gibt es Software zur Automatisierung.

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links: Pseudo HDR, rechts: normal

Vor- und Nachteile von Pseudo HDR

Die Belichtungsfusion oder Exposure Fusion ist auch als Pseudo HDR bekannt, weil kein echtes HDR-Bild als Zwischenschritt erzeugt wird.

Das heißt nicht, daß Pseudo HDR eine minderwertige Version von HDR ist. Ich behaupte sogar Pseudo HDR liefert bessere Ergebnisse als klassisches HDR:

Vorteile von Pseudo HDR mit Exposure Fusion:

  • realistisches Gesamtbild
  • Farben bleiben unangetastet
  • keine Halo-Effekte
  • Reduktion von Bildrauschen
  • einfacher durch weniger Optionen
  • schneller zu berechnen

Vorteile von klassischem HDR mit Tonemapping:

  • mächtiger, mehr Effekte
  • mehr Software und Apps
  • künstlerische Bilder
  • 32 bit HDR-Datei für manuelles Tonemapping

Eine weitere Bezeichnung für die Belichtungsfunktion ist Dynamic Range Increase (DRI), also Dynamikbereich-Erhöhung.

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links: Pseudo HDR, rechts x3: Belichtungsserie

Belichtungsserie mit Smartphone und Kamera

Egal ob HDR oder Pseudo HDR, du brauchst unterschiedlich belichtete Einzelbilder. Fast alle Kameras, Smartphones, Actioncams und Drohnen machen automatisch eine Belichtungsserie mit der Funktion Auto Exposure Bracketing (AEB).

Hier sind einige Tipps, wie du AEB bei verschiedenen Kamera-Typen aktivierst:

  • DSLR, Systemkamera, Kompaktkamera, Bridgekamera
    Fast jede Kamera hat eine AEB-Funktion. Bei DSLRs ist es oft eine eigene Taste, während kleinere Kameras ihr Bracketing im Menü verstecken. Google deinen Kamera-Namen plus „Auto Exposure Bracketing“.
  • Apple iPhone
    Es gibt unzählige Apps mit AEB. Eine kostenlose App ist Skyflow und es gibt viele Alternativen.
  • Android-Smartphone
    Viele Android Kamera-Apps ermöglichen AEB. Eine kostenlose App ist Open Camera und es gibt viele Alternativen.
  • Actioncam GoPro Hero
    Die GoPro unterstützt überraschenderweise kein AEB. Du kannst trotzdem Belichtungsserien erstellen, per Smartphone Auslösung. Dazu brauchst du die App GoPro HDR für Android und iPhone.
  • Multikopter DJI Phantom
    AEB ist eine relativ versteckte Menüfunktion in den DJI Phantom Drohnen.

Für HDR musst du nicht das RAW-Format verwenden. Wenn du weißt was du tust, kann es aber auch nicht schaden.

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Niedrigerer ISO, höherer Dynamikbereich - Quelle: DXOmark

HDR Fotografie Tipps für Belichtungsserien

Tagsüber und für normale Belichtungen ist das Fotografieren kaum anders als beim Einzelbild:

  1. AEB aktivieren
    Schalte das Auto Exposure Bracketing deiner Kamera an, wie oben beschrieben. Wenn eine Kamera kein AEB hat kannst du manuell mit der Belichtungskorrektur +/-2 Aufnahmen machen.
  2. A-Modus einstellen
    Fotografiere möglichst im Blendenmodus, damit die Tiefenschärfe der Belichtungsserie konstant bleibt.
  3. Kamera ruhig halten
    Ein Stativ brauchst du dank Photomatixs Bild-Ausrichtung nicht, aber halte die Kamera während der Belichtungsserie möglichst ruhig.
  4. Personen ruhig halten
    Personen im Bild sollten möglichst für die Dauer der Belichtungsserie ruhig halten. Deghosting funktioniert zwar, aber sollte Plan B sein, nicht Plan A.

Nachts gelten zusätzlich die gleichen Tipps, wie für alle Langzeitbelichtungen

  1. niedriger ISO
    Stelle für den besten Dynamikbereich möglichst den Native ISO ein, also den kleinstmöglichen ISO-Wert deiner Kamera.
  2. M-Modus einstellen
    Normalerweise reicht für eine Langzeitbelichtung der S/Tv-Modus. Aber weil du die Blende konstant halten willst, musst du den manuellen Modus verwenden.
  3. Stativ einsetzen
    Setze die Kamera auf ein Stativ oder lege sie auf einer festen Oberfläche ab.
  4. Zeitauslöser verwenden
    Stelle den 2 Sekunden Zeitauslöser ein, damit du beim Auslösen nicht verwackelst.
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Vergleich von Enfuse und Photomatix

Pseudo HDR Software mit Exposure Fusion

Überraschenderweise beherrschen die wenigsten HDR Programme Exposure Fusion. Selbst beliebte Software wie Aurora HDR, Luminance HDR, Nik Efex Pro, Lightroom oder Photoshop können kein Pseudo HDR.

Von den vorhandenen Pseudo HDR Programmen verwenden etwa die Hälfte das Open Source Projekt Enfuse als Grundlage und bauen nur eine Benutzeroberfläche darauf auf. Ich habe selbst lange Enfuse mit den Hugin Droplets verwendet und war damit jahrelang zufrieden.

Dann habe ich zum ersten Mal Photomatix Pro* probiert und bin sofort gewechselt. Ich kenne keine auch nur annähernd so fortgeschrittene Belichtungsfusion bei anderen Programmen.

Photomatix Pro bietet gleich 3 verschiedene Fusions-Modi. Der interessanteste davon ist Fusion/Interior mit einem Slider für lokale Kontraste, den du vielleicht vom Tonemapping kennst. In keiner anderen Pseudo-HDR-Software gibt es einen lokalen Operator.

Photomatix bietet außerdem eine fortgeschrittene Ausrichtungsfunktion für Belichtungsserien ohne Stativ. Dazu kommt ein wirkungsvolles Deghosting zum Verhindern der Geisterbilder, die bei Bewegungen von Personen entstehen. Außerdem gibt es einen Batchmodus, mit dem du Tausende von Pseudo-HDRs auf einmal entwickeln kannst.

Photomatix Pro gibt es für Windows und für Mac OS, sowie als Plugin für Adobe Lightroom.

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links: Pseudo HDR, rechts: normal

Pseudo HDR Workflow mit Photomatix Pro

Belichtungsfusion mit Photomatix Pro* geht in wenigen Schritten:

  1. Gehe auf „Lade Belichtungsreihe“ und wähle deine Bilder aus, z.B. per Drag&Drop
  2. Lasse alles wie es ist und wähle „Rauschreduzierung nur mit unterbelichteten Bildern“
  3. Erhöhe „Deghosting“, bis alle Geisterbilder verschwinden, 60 sollte fast immer reichen
  4. Wähle bei Prozess „Exposure Fusion“ und bei Methode „Fusion/Natürlich“, „Fusion/Innnenraum“ oder „Fusion/Intensiv“
  5. Stelle die Regler ein, bis du mit der Vorschau zufrieden bist
  6. Klicke „Anwenden“ und dann „Speichere Finalbild“

Du musst nicht jedes Bild einzeln bearbeiten. Wenn du für dich passende Settings gefunden hast, kannst du Tausende von Bildern auf einmal mit dem Batch-Modus entwickeln. So mache ich das alle paar Tage.

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Einstellungen und Tipps für Photomatix Pro

Es gibt keine objektiv besten Settings. Welche Einstellungen für dich funktionieren musst du selbst herausfinden. Das hängt auch von deiner Kamera ab, der jeweiligen Belichtung und ob du die Bilder vorher bearbeitest.

Wenn es dir so geht wie mir, wirst du tagelang mit den verschiedenen Settings herumspielen. Dann stellst du fest, daß die Settings für manche Bilder nicht funktionieren und fängst von vorne an ;)

Mein Tipp ist nicht zu viel mit den Reglern zu spielen. Es gibt leider bei manchen Reglern unvorhersehbare Nebenwirkungen bei manchen Bildern. Am besten du lässt möglichst viele Regler in der Ausgangsposition.

Außerdem solltest du darauf achten, daß ein möglichst großer Anteil deiner Bilder gut aussieht. Nur dann kannst du deine Bilder automatisch im Batch-Modus entwickeln, ohne dauernd nachzubessern.

Ich habe anfangs viel mit der „Fusion/Natürlich“-Methode gespielt. Letztendlich ist mir die Erhöhung des Dynamikbereichs damit aber zu klein.

Meine bevorzugte Methode ist „Fusion/Innnenraum“, selbst für Landschaften. Das liegt vor allem an dem großen Dynamikbereich und an den lokalen Kontrasten.

Ich erhöhe „Lokale Kontraste“ von 2 auf 4 für bessere Details. „Schatten“ verdunkle ich von 0 auf 2, für ein realistischeres Gesamtbild. „Highlights Tiefe“ erhöhe ich von 0 auf 2 für einen kontrastreicheren Himmel. Hier ist die Photomatix Preset-Datei für meine bewusst einfachen Settings.

Diese Settings funktionieren bei 999 von 1.000 meiner Bilder gut bis sehr gut. Bei ca. 0,1% meiner Aufnahmen wird der Himmel extrem dunkel. Bei diesen Bildern muss ich „Highlights Tiefe“ auf mindestens 9 setzen. Das kannst du vermeiden, wenn du von vornherein „Highlights Tiefe“ auf 9 setzt. Aber mir ist dieser Look auf Dauer zu unnatürlich.

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links: Pseudo HDR, rechts: normal

Kann ich HDR aus einem RAW entwickeln?

Ich fotografiere einfach im RAW-Format und ziehe dann die Schatten hoch. Das reicht, oder?

Ne sorry, das reicht nicht, außer du stehst auf Bildrauschen. Dein Kamerasensor kann nur einen bestimmten Dynamikbereich aufnehmen. Daran kannst du in der Nachbearbeitung nichts ändern.

Es hilft auch nichts aus einem RAW 3 Einzelbilder mit +/-2 und daraus ein HDR zu entwickeln. Du bereitest so nur die Informationen anders auf, die eh schon im RAW sind*. Nur eine Belichtungsserie kann den Dynamikbereich des Sensors erweitern.

Der praktisch mögliche Dynamikbereich ist außerdem oft kleiner als der vom Kamera-Hersteller angegeben. Das hat zwei Gründe:

  1. Bei den Schatten ist das Signal-Rausch-Verhältnis schlechter als bei den Lichtern. Das ist Physik.
  2. RAW-Daten vom Sensor sind linear verteilt, statt logarithmisch. Für die Schatten steht bei der Quantisierung nur ein winzig kleiner Bruchteil der Gesamt-Bits zur Verfügung. Da helfen auch 14 bit A/D-Wandler und der beste Sensor nur wenig.

Wenn du nur Einzelbilder im RAW-Format aufnimmst, verschenkst du viele Informationen. Fotografiere Belichtungsserien, um nicht durch deinen Sensor limitiert zu sein.

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Müssen Belichtungsserien in RAW sein?

Das RAW-Format hilft, wenn das in der Kamera erzeugte JPEG nicht den kompletten Dynamikbereich des Sensors zeigt. Dann kannst du aus dem RAW extra Schatten oder Lichter retten, die im JPEG fehlen.

Das sollte aber heutzutage gar nicht mehr passieren. Moderne Kameras haben schöne S-Kurven beim Tonemapping auf JPEG in der Kamera und eine automatische Kontrastkorrektur, die Clipping verhindert.

Bitte beachte, daß die Kontrastkorrektur bei manchen Kameras nur im JPEG-Modus funktioniert und nicht im JPEG+RAW-Modus. Teste das unbedingt aus oder verzichte gleich auf den eher problematischen JPEG+RAW-Modus.

Die automatische Kontrastkorrektur heißt bei jedem Hersteller anders:

  • Canon: Auto Lighting Optimizer
  • Nikon: Active D-Lighting
  • Olympus: Auto Gradation
  • Pentax: Shadow Adjustment
  • Sony: Dynamic Range Optimizer
  • Panasonic: iDynamic

Du musst mit modernen Kameras nicht mehr im RAW-Format fotografieren, um den maximalen Dynamikbereich des Sensors zu nutzen. Schalte einfach die automatische Kontrastkorrektur deiner Kamera an.

Beim Dynamikbereich hilft RAW nur selten. Aber das RAW-Format hat verglichen mit JPEG mehr Spielraum bei Weißabgleich, Rauschreduktion und beim Schärfen. Um davon zu profitieren, musst du Bilder aber einzeln entwickeln.

Wenn dir der zusätzliche Aufwand und der hohe Speicherbedarf egal ist, dann fotografiere im RAW-Format. Es schadet nicht und kann manchmal helfen.

Wenn du nicht nachbearbeiten willst, dann fotografiere im JPEG-Format. Die JPEG Ergebnisse vieler moderner Kameras sind ausgezeichnet und du musst nicht alle Fische fangen.

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links: Pseudo HDR, rechts: normal

Photomatix Pro oder Photomatix Essentials?

Photomatix Pro ist mit 80€ nicht günstig. Du bekommst dafür eines der mächtigsten HDR-Programme auf dem Markt. Beim Tone-Mapping gibt es zwar günstigere und sogar kostenlose Alternativen, wie z.B. Nik Efex Pro. Aber bei der von mir empfohlenen Belichtungsfusion ist Photomatix Marktführer.

Es gibt auch eine abgespeckte Essentials Version für 30€. Die hat aber viele Nachteile*, darunter 3 schwerwiegende:

  • keine „Fusion/Innnenraum“-Methode
  • kein Batch-Modus
  • kein Lightroom-Plugin

Für mich ist Photomatix Essentials deswegen nutzlos. Wenn du nicht sicher bist, kannst du erst Essentials kaufen und später für den Differenzbetrag auf Pro upgraden.

Es gibt außerdem eine voll funktionsfähige Trial-Version*. Das Bild bekommt mit der Trial-Version ein Wasserzeichen verpasst. Abgesehen davon kannst du damit super testen.

HDR und Belichtungsfusion sind nur zwei Anwendungen von Computational Photography.

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