Prog-Rock Überdosis: leprous und Agent Fresco in der Szene Wien

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Prog-Rock Überdosis: leprous und Agent Fresco in der Szene Wien

Ganze vier Bands waren in der Szene zu Gast und die nicht nur jede für sich hat eine gute Show abgeliefert, sondern sie waren auch als Line-Up insgesamt sehr stimmig. Alleine schon die Herkunftsländer der beiden Hauptacts des Abends, nämlich Island und Norwegen, dürften dafür sorgen, dass Musik-Liebhabern das Wasser im Mund zusammenläuft. Denn gerade im Bereich des Progressive Rock und Metal ist es schwer den Ländern im Norden das Wasser zu reichen. Die beiden Co-Headliner Leprous und Agent Fresco standen aber nicht alleine da, sondern wurden von zwei weiteren Bands begleitet, die ebenfalls eine gute Figur gemacht haben.

Zeitgerecht eröffneten Astrosaur aus Norwegen den Konzertabend. Dass die Szene ausverkauft war, merkte man von Beginn an, denn die kleine Halle war schon um 19:30 gut gefüllt und das hat sich für all jene, die schon so früh da waren, sicherlich ausgezahlt. Das Trio legte nämlich eine tolle Show hin und der instrumentale progressive-Rock mit starken Stoner-Elementen kam beim Publikum sehr gut an.

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Alithia aus Australien durften danach auf die Bühne treten. Ganz im Gegenteil zur Band vor ihnen taten sich die einzelnen Musiker der siebenköpfigen Band schwer, ausreichend Platz auf der plötzlich viel kleiner erscheinenden Bühne zu finden. Auch das Publikum schien mit Alitihia nicht richtig warm zu werden, obwohl diese ein wahnsinnig bemühtes Konzert spielten. Es lag wohl an der fehlenden Transparenz im Sound. Es war schlicht und einfach zu viel los, um einzelne Instrumente aus dem Mix herausdifferenzieren zu können.

„Die Bezeichnung “Special Guest” hat man wohl eingeführt um eine Band wie Agent Fresco nicht als Support bezeichnen zu müssen.” steht nicht umsonst in der Konzertbeschreibung. Die Isländer zählen sicherlich zu den vielversprechendsten Progressive Rock Bands der Gegenwart. Diesen Anspruch scheinen sie auch selbst zu haben, denn von der ersten Sekunde ihrer Show überzeugten sie auf ganzer Linie. Sänger Arnór Dan Arnarson tänzelte gewohnt energiegeladen über die Bühne und seine Bandkollegen taten es ihm gleich.

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Im Hintergrund sah man das durch Stroboskop-Lichter erhellte Schlagzeug und die wild durch die Luft wirbelnde Löwenmähne des Drummers Kelli (Hrafnkell Örn Guðjónsson).Wirklich bewundernswert war aber der Sound der Band in Verbindung mit dem unglaublichen Geschick, mit dem jeder einzelne der Musiker sein Instrument beherrscht. Beim letzten Song wanderte Sänger Arnór dann noch quer durch das Publikum, schüttelte Hände und stellte sich schließlich auf den Tontechnik-Tisch, um dort die letzten Worte des Songs ins Mikrofon zu brüllen. Die Halle hüllte sich in tosenden Jubel, der schließlich in “Zugabe” Rufe überging. Arnór entschuldigte sich, dass sie keine weiteren Songs mehr spielen konnten, und versprach mit dem nächsten Album wieder nach Wien zu kommen. Agent Fresco wurden ihrem hervorragenden Ruf an diesem Abend jedenfalls gerecht.

Wieder begann der Umbau der Bühne, wieder liefen nur AC/DC Songs. Die Nachricht, dass Malcolm Young verstorben war, machte nämlich  schon am Nachmittag des Tages die Runde.

Schon während die Techniker und Stagehands noch mit dem Verkabeln der einzelnen Effektgeräte der Musiker beschäftigt waren, nahm am Podest am hinteren Teil der Bühne ein Cellist Platz und begann zu spielen. Erst von vielen irrtümlicherweise als Soundcheck abgetan, spielte er weiter und weiter, bis nur mehr er selbst auf der Bühne war. Längst waren dann alle Augen auf ihn gerichtet und einige Zuhörer nickten zustimmend und jubelten nach jedem Stück lautstark. Schließlich betraten auch leprous die Bühne, die an dem Abend durch eben diesen Cellisten erweitert wurden. Trotz guter Performance und ebenso guter Form kamen die Norweger leider nicht an die Show von Agent Fresco heran. Ihnen wurde zum Verhängnis, was bei den Isländern sehr gut funktioniert hatte: Der Sound. Leider war der Mix hier ähnlich undurchsichtig wie schon zuvor bei Alithia. Das schafften auch nicht die vier großen Bildschirme zu kaschieren, die die Bühnenshow durch Videos visuell unterstrichen. Alles in allem aber trotzdem ein wunderbarer Konzertabend.


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Phillipp Annerer

Aufgabenbereich selbst definiert als: Irgendwas mit Medien. Findet: “Wir brauchen irgendwas leckeres zu Essen” (Der Bär im großen blauen Haus) zutreffend.


 
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