Private Daten im Internet

Erstellt am 21. Oktober 2015 von Jonaslanter


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Private Daten im Internet: Moneyhouse verrät alles 


sven m jakaljonas m lanter
Als ich wieder einmal meinen eigenen Namen googelte, musste ich mit Erschrecken feststellen, dass es auf der Homepage der Firma Moneyhouse, Inhaberin Itonex AG Rotkreuz, einen Eintrag über mich gibt.

Moneyhouse ist ein Inkassobüro, bei welchem man online Betreibungsaufträge erteilen kann. Als zweites Standbein betreibt Moneyhouse eine Art Auskunftsdienst, welcher seine Informationen aus fragwürdigen Quellen (Adresshändlern), sowie von Schweizer Bürgern direkt bezieht (Denunziantentum).

Das sieht dann so aus: Moneyhouse bezieht Adressen von Händlern, gleicht diese dann auf Korrektheit ab und versucht nach und nach weitere Informationen wie Betreibungen, Bonität, Wohnsituation und sogar die Baukosten der bewohnten Immobilie hinzuzufügen. Auch Nachbarn sind namentlich mit Telefonnummer genannt, um Informationen zu erlangen. Alle diese Angaben lassen sich gegen Bezahlung eines Entgeltes von CHF 8.00 pro Monat, online abrufen. 

Die Methode, mit der Moneyhouse Geld verdient ist mehr als fragwürdig, vom Gesetz jedoch nicht verboten. Abgesehen von der Publikation ein paar gesperrter Adressen. Diese Praxis wurde vom Eidg. Datenschutzbeauftragten, Hans Peter Thür, gerügt.

Schweizer Datenschutzgesetz ist zu lasch

Auf Nachfrage antwortete Moneyhouse, nichts Falsches zu tun. Man halte sich an Schweizer Gesetz und veröffentliche nur allgemein zugängliche Informationen. Hier liegt laut Hans Peter Thür genau das Problem: "Mit der bestehenden Gesetzgebung kann man nicht durchsetzen, dass es die Einwilligung der Betroffenen braucht, damit Moneyhouse deren Daten benutzen darf."

Die heutige Version des Datenschutzgesetzes berücksichtigt das Internet zu wenig. Das soll sich ändern. Eine Arbeitsgruppe vom Bundesamt für Justiz erarbeitet zur Zeit Vorschläge welche dem Bundesrat bis Ende Jahr eingereicht werden. Ziel ist es Privatpersonen im Internet besser zu schützen.

Die Kassensturz Sendung vom 09.04.2013, 21 Uhr, 'Private Daten im Internet: Moneyhouse verrät alles', schildert diese Praktiken detailliert.
Jeder muss seine Daten im Internet selbst kontrollieren. Hier einige Tipps
- Regelmässig nachschauen, welche Daten im Internet veröffentlicht sind.
- Löschungsbegehren an die Verantwortlichen schicken; siehe Beispiel unten (per Mail möglich).
- Sich ebenfalls bei Adresshändlern sperren lassen.
Musterbrief Antrag zur Löschung meiner Daten bei Moneyhouse
An: info@moneyhouse.ch
itonex ag  (moneyhouse) Lettenstrasse 76343 RotkreuzSchweiz
Sehr geehrte Damen und Herren
Aus Datenschutzgründen verlange ich die SOFORTIGE Löschung meiner Daten auf Ihrer Homepage www.moneyhouse.ch. Sie verstossen damit gegen das Bundesgesetz über Datenschutz. Weiter sehe ich nicht ein, dass  Sie schnelles Geld mit (meinen) persönlichen Daten verdienen.
Ich fordere Sie daher unter Drohung der Rechtsanklage per SOFORT auf, meinen Namen und irgendwelche andere Daten über mich auf Ihrer Homepage zu entfernen. Gemäss telefonischer Auskunft benötigen Sie zwei Arbeitstage dafür.
Hier meine Daten zur Sperrung meiner Einträge bei der Fa. Itonex, Inhaberin Moneyhouse, Rotkreuz:

Ich setze Ihnen eine Frist von zwei Arbeitstagen um die entsprechenden Einträge auf Ihrer Homepage zu entfernen und fordere Sie auf, künftig der Gleichen mit meinen Daten zu unterlassen.
Mit bestimmten Grüssen

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