Preoccupations: Ganz unten

Preoccupations: Ganz untenPreoccupations
„New Material“

(Jagjaguwar)
Manchmal sind die klaren Worte die besseren, für’s Verständnis hilfreichen und Matt Flegel, Sänger der Post-Punk-Band Preoccupations, macht auch gar keine Anstalten, hier etwas beschönigen zu wollen: "It's an ode to depression and self-sabotage and looking inward at yourself with extreme hatred”, meint der Mann zur Ausrichtung des dritten Albums, allerdings läßt er offen, was genau ihn zu solch einer düsteren Höchstleistung bewogen hat. Als US-Amerikaner wäre ihm natürlich die handelsübliche Wildcard, der Trump-Faktor also, sicher gewesen für den pechschwarzen Lyrik-Wettbewerb, aber Flegel ist Kanadier und als solcher in vergleichsweise mildem politischen Klima beheimatet. Sind es dann doch die globale Schieflage oder eher private Untiefen, durch die er sich müht – es wäre Spekulation und somit unzulässig. Festhalten darf man jedenfalls, daß Flegel der Dunkelheit und dem Leiden eine Kunst abzuringen vermag, die weder plump noch eintönig ist, sondern ob ihrer Vielfalt fasziniert.

Das beginnt beim Sound von “New Material”: Auch wenn der einem an vielen Stellen angenehm bekannt vorkommt – schon die beiden vorangegangenen Platten waren ja voll von Post-Punk- und Goth-Zitaten – man nimmt die Anklänge bei Joy Division (hier besonders “Espionage” und “Solace”) und Bauhaus aber nicht als störend, sondern bereichernd wahr, zumal die Preoccupations dem gewohnten Mix aus schiefen Synthloops, sattem Basslauf und scheppernden Gitarren immer genau jene Menge Ideen hinzufügen können, die sie vom Ruch der bloßen Kopisten befreit. Federführend hier natürlich Multiinstrumentalist Steve Munro: “My ultimate goal would be to make a record where nobody knows what instrument is playing ever and I think we’ve come closer than ever, here. It schouldn’t sound robotic – it should sound human, like people playing instruments. It’s just maybe no one knows what they are”, diktierte er seinem Label und man will ihm uneingeschränkt beipflichten.

Auch bei den Videoarbeiten zeigte und zeigt das Quartett ein ums andere Mal konzeptionellen Mut und Treffsicherheit – Kevan Funk, Brook Linder, Valentina Tapia und Yoonha Park sprechen allesamt in starken Bildern und selbst Nathan David Smith, der eigentlich nur das Covermotiv von Marc Rimmer für den Eröffnungssong in Szene setzt, reiht sich hier bestens ein. Eben dieses Motiv, das wie ein Foto anmutet, jedoch eine Collage ist, läßt sich natürlich trefflich deuten – bei jedem Schritt trifft man neue Formen, neue Möglichkeiten, Überraschungen, Herausforderungen, wann und wie man weiter- oder herauskommt, weiß man wohl erst, wenn man den Schritt hindurch wagt. Flegel sieht die Sache nicht ganz so erbaulich und optimistisch, schon der knappe Mehrzeiler “Doubt” läßt eher auf eine sehr ausgeprägte Schwermut schließen: “Falling in and out of line, I don't understand what everybody's waiting for, falling in and out of time and everything is black and white like a domino. With doubt we comply, they ask and we supply, the cells divide and multiply. And we can't help ourselves.” Trotzdem oder deshalb – wieder ein bemerkenswertes Album.  http://preoccupationsband.com/
07.06.  Berlin, Musik und Frieden
04.07.  Hamburg, Molotow

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