Predestination

Einfallsreich, durchdacht und äußerst ungewöhnlich zeigt der Zeitreise-Thriller Predestination die Geschichte zweier Menschen, deren Leben erst auf den zweiten Blick auf seltsamste Weise miteinander verbunden sind. Mit sehr vielen Wendungen fordert der Film zum mitdenken auf, belohnt aber alle Zuseher mit einem überraschenden Ende.

Ethan Hawke spielt eine Art zeitreisenden Geheimagent, der eine mysteriöse Serie an Bombenangriffen in den 1970er Jahren aufklären soll. Um den sogenannten “Fizzle Bomber” ausfindig zu machen, der damit droht 10.000 Menschen mit seinem nächsten Bombenanschlag umzubringen, arbeitet Hawke als Undercoveragent in einer Bar, bis er auf den androgyn ausschauenden jungen Mann John trifft. Die beiden kommen ins Gespräch und schließen eine Wette ab. John wettet, dass er die beste Geschichte aller Zeiten erzählen kann, sie beginnt mit “Früher, als ich ein kleines Mädchen war…”

  • Predestination-©-2014-TiberiusFilm(7)
  • Predestination-©-2014-TiberiusFilm(1)
  • Predestination-©-2014-TiberiusFilm(8)
  • Predestination-©-2014-TiberiusFilm(5)
  • Predestination-©-2014-TiberiusFilm(6)
  • Predestination-©-2014-TiberiusFilm(2)
  • Predestination-©-2014-TiberiusFilm(4)
  • Predestination-©-2014-TiberiusFilm(9)

Selten sind Zeitreisefilme so gut durchdacht und in sich schlüssig wie etwa 12 Monkeys oder auf einem etwas leichter verdaubaren Niveau Zurück in die Zukunft. In keinem anderen Film wird das Zeitreisen jedoch dermaßen auf die Spitze getrieben wie in Predestination. Vor den Augen der Zuseher entfaltet sich ein geschickt durchdachtes Verwirrspiel rund um den “Fizzle Bomber”, das das Leben an sich beinahe ad-absurdum führt.

Die australischen Brüder Michael und Peter Spierig verfilmten mit Predestination die Kurzgeschichte des amerikanischen Science-Fiction Autors Robert A. Heinlein All You Zombies. Nach einem Auftakt in allerbester Hitchcock-Spannungsmanier, in dem der “Fizzle Bomber” beinahe gestellt werden kann, schalten die Regisseure etliche Gänge runter und erzählen mit John, beziehungsweise Jane, einfühlsam und niemals zu plakativ die Geschichte eines Transsexuellen in einer Zeit, als es dieses Wort noch nicht einmal gab. Leider nehmen sich die Regisseure in dieser Phase etwas zu viel Zeit und der Film verliehrt nach einem vielversprechenden und spannenden Auftakt sehr an Fahrt.

Glücklicherweise gelingt es den Spierig-Brüdern in der zweiten Hälfte noch einmal die Kurve zu kratzen und entlohnen alle Zuseher mit einer rasant vorangetriebenen Handlung, in der in kurzen Abständen immer neue Entwicklungen zu Tage gefördert werden. Doch nicht nur die Inszenierung und die Dramaturgie sind über weite Teile sehr gelungen, auch die Schauspieler spielen großartig. Vor allem die junge Australierin Sarah Snook überzeugt in ihrer Rolle, sowohl als unsichere junge Frau, die sich in ihrem Körper nicht ganz wohl fühlt, als auch als Mann, der Probleme damit hat seine immer noch vorhandene weibliche Seite los zu werden.

Für alle die von einem Filmabend mehr erwarten als ein bisschen einfache Zerstreuung und durchaus auch zum Mitdenken angeregt werden wollen ist Predestination auf jeden Fall empfehlenswert.

Regie und Drehbuch: Michael Spierig, Peter Spierig
Darsteller: Ethan Hawke, Sarah Snook, Noah Taylor, Olivia Sprague, Rob Jenkins
Filmlänge: 93 Minuten, DVD/Blu-Ray Release: 05.02.2015


wallpaper-1019588
Lieber eine Bananenkiste, als ein Schrank von IKEA
wallpaper-1019588
Ein neues Musikstück und das BBC Symphony Orchestra
wallpaper-1019588
Kraut-Wurst-Pfanne
wallpaper-1019588
Auf Reisen bin ich für alles gewappnet, da ich immer alles dabei habe...sogar Besteck und eine Wäscheleine #Relags #Outdoor #Urlaub