Prag Vlog #2: das berühmte jüdische Viertel & Silvesterfeuerwerk!

Von Modernsnowwhite @mrs_von_mosh
Hallo ihr Lieben!Weiter geht's mit meinem Reisebericht zu unserem Prag-Trip!Wer den ersten Bericht mit wichtigen Infos, allgemeinen Vorbereitungstipps und den ersten Sightseeing-Highlights nicht gesehen bzw. gelesen hat, der sollte unbedingt mal hier klicken !Bevor ich euch jetzt mit vielen Worten durch unseren zweiten Tag führe, gebe ich euch erstmal die Möglichkeit, den Vlog vorweg zu schauen,  damit ihr euch schon mal einstimmen könnt! Viel Spaß ;)
Natürlich sind wir wieder zu Fuß über die Moldau gewandert und haben vorher für ein paar Minuten die wunderbare Aussicht genossen:

Das jüdische Viertel
Am Tag zuvor war das jüdische Viertel, bzw. natürlich nur die Synagogen darin, wegen Sabbath geschlossen. Da ich aber sehr viel Schönes zu diesen Orten gehört habe und wir schon bei der Sightseeingtour einen kleinen Abstecher dorthin gemacht hatten, wollten wir ihnen am Sonntag nochmal einen Besuch abstatten.
Fünf Synagogen, das jüdische Rathaus und der geheimnisvolle alte Friedhof sind im jüdischen Viertel Josefov zu finden. Wenn man das alles besuchen möchte, muss man vorher an einem Infopoint ein Ticket kaufen. Eins sollte man jedoch beachten: es gibt mehrere Ticket-Möglichkeiten, die natürlich auch im Preis schwanken. Unser Ticket, das ca. 25€ für zwei Personen kostete, enthielt den Eintritt in die Maisel-Synagoge, die Pinkas-Synagoge, den Alten Jüdischen Friedhof, die Klausen-Synagoge, die Zeremonien Halle, die Spanische Synagoge und die R. Gutmann Gallery. Im Nachhinein haben wir auf den Karten gesehen, dass das gezahlte Ticket 8 Tage gültig ist: so könntet ihr das Viertel auch entspannt in mehreren Tagen abarbeiten - es geht aber auch an einem Tag ohne viel Stress.
Um die Altneusynagoge besuchen zu können, hätte man pro Person nochmals 8€ drauf zahlen müssen. Da sie uns nicht so sehr viel mehr versprochen hat, haben wir es dann bei dem "einfachen Ticket" belassen. Trotzdem soll die Altneusynagoge sehr geheimnisvoll wirken und außerdem die Ruhestätte des legendären Golems sein - wer ein wenig mehr Zeit mitbringt als wir, der sollte sich diese Gelegenheit also nicht entgehen lassen. Die Geschichte könnt ihr z.B. hier nachlesen!
Wir haben also in der Pinkas-Synagoge begonnen und diese wurde 1959 in eine Gedenkstätte der jüdischen Opfer des Zweiten Weltkrieges umgewandelt. An den Wänden der Synagoge sind ungefähr 80.000 Namen jüdischer Opfer aus Böhmen und Mähren verewigt.
Ich muss zugeben, dass mich die erste Synagoge extrem nachdenklich gemacht hat und wir dann auf dem Alten Jüdischen Friedhof nicht nur einmal tief durchatmen mussten. Die Atmosphäre ist sehr bedrückend, was wahrscheinlich auch daran liegt, dass uns der Tourguide am Tag zuvor erzählt hat, dass man früher aus Platzmangel die Toten übereinander in 12 (!) Schichten begraben hat.
Der alte Friedhof ist mit über 12.000 Grabsteinen wirklich riesig und ich schätze, dass wir dort mehr als 45 Minuten verbracht haben. Man fühlt die "schwere Geschichte" in der Luft, aber komischerweise genauso das Mitgefühl derjenigen, die diesen Friedhof besuchen. Überall lagen kleine Steinchen auf den Grabsteinen: dieser Brauch soll zeigen, dass die Verstorbenen nicht vergessen werden.
Der Ort ist bestimmt nicht für jeden etwas, aber für mich war es ein mystisches, beruhigendes, trauriges, hoffnungsvolles Erlebnis - einfach ein Ort zum Nachdenken! Solltet ihr in Prag sein und euch für die Historie der Juden in Prag interessieren: plant unbedingt einen Besuch ein...
Die Klausen-Synagoge war mit den hohen Wänden, der geschmückten Decke und den ausgestellten Schriften und alten Möbelstücken ebenfalls sehr beeindruckend.
In der Maisel-Synagoge fehlte mir hingegen irgendwie das historische Gefühl, da sehr viel mit Filmen und interaktiven Touchscreens gearbeitet wurde. Sicherlich wird man damit aber auch Kinder sehr gut an die Geschichte der Juden in Prag heranführen können und ihr Interesse wecken.
Als wir den "Kulturteil" des Tages hinter uns hatten, liefen wir wieder Richtung Hotel, das uns auf das Zimmer sogar noch eine Flasche Sekt und zwei Gläser zum Reinfeiern hingestellt hatte. Solche Kleinigkeiten finde ich einfach wunderbar!
Im Zimmer haben wir uns dann entspannt und vor allem gecheckt, wo wir abends essen gehen. Ich hatte richtig Lust auf asiatisch und da kam uns ein Laden gerade recht, der auch in unter 20 Minuten zu Fuß erreichbar war. Die Online-Speiselkarte war bombastisch und ich hatte mich sehr auf eine Udon Bowl gefreut - macht ihr es auch immer so, dass ihr vorher die Speisekarte checkt und dann schon Stunden vorher auswählt, was ihr essen werdet? 😂
Wir sind dann also gegen 20 Uhr hingelaufen, um dann aus einem ganz und gar nicht vollen Laden mit dem Satz "Sorry, only VIP's" rausgeschmissen zu werden. Tja, das war nun wirklich ein richtiger Dämpfer. Wir waren schon kurz davor wieder zurückzugehen, um dann wieder im Restaurant vom Hotel Schwaiger etwas zu essen, bis wir plötzlich an einer Sportsbar (?) vorbeikamen, die sehr modern aussah und auch noch Platz für uns hatte... Ein Lichtblick 😉
Das Potrefená Husa Dejvice ist, wie ich später gelesen habe, ein In-Lokal, das besonders durch die guten Cocktails bekannt ist. Ich hatte einen Schafskäse mit karamellisierten Mandeln, Salat, Melone und Seranoschicken bestellt und für weniger als 7€ dann wohl den besten Käse meines Lebens gegessen! Es war so gut, dass wir am nächsten Abend nochmal hingegangen sind und ich - neben dem gleichen Gericht - dann auch mal die exzellenten Cocktails getestet habe. Den Laden kann ich euch wirklich wärmstens empfehlen wenn ihr in Prag mal essen gehen wollt oder in ungezwungener Atmosphäre den Tag mit einem leckeren Cocktails ausklingen lassen möchtet!
Nach einem kurzen Abstecher ins Hotel sind wir dann weiter in den Letna Park gegangen, da man von dort aus - laut Internetrecherche - den besten Blick auf das Feuerwerk zum Jahreswechsel haben würde. Angekommen war natürlich bereits viel los, aber ich habe noch nie so viele rücksichtsvolle Menschen - vor allem an Silvester - auf einmal gesehen! In Köln, Düsseldorf oder Leverkusen muss man ja sogar schauen, dass Witzbolde keine Böller in Menschenmengen werfen, aber in Prag lief alles wirklich vorbildlich ab.
Das Feuerwerk über Prag war dann ebenfalls überragend schön und ich kann euch nur nochmal empfehlen, meinen Vlog zu schauen, denn da werdet ihr eher erahnen können, wie toll die Aussicht war!
Unser Weg zurück zum Hotel war auch wieder sehr ruhig und friedlich, denn auf den Straßen wurden keine Feuerwerke gezündet. Wenn ich daran denke, dass bei uns sogar auf vollen Parkplätzen der eine oder andere Böller gezündet und unter das Auto geworfen wird... nee, da ziehe ich Prag vor 😉
Aber damit ist es noch nicht genug, denn am nächsten Tag gab es sogar ein zweites, viel größeres Feuerwerk. Was das genau war, werdet ihr dann in meinen nächsten Vlog sehen und natürlich gibt es dann auch einen weiteren Travelbericht hier auf meinem Blog!
Wie und wo habt ihr Silvester verbracht?xoxo Sissy