Powerhouse Berlin – Plusenergiehaus geht auch im Mietwohnungsbau

PowerhousePowerhouse Berlin, Foto: HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH

Im Mietwohnungsbau heißt es oft, Bauen wird durch die Energieeinsparung zu teuer. Doch es gibt immer wieder Beispiele, die zeigen, dass bezahlbares Wohnen und Nachhaltigkeit vereinbar sind. Ein aktuelles Beispiel aus Berlin ist das Powerhouse-Projekt der HOWOGE Wohnungsbaugesellschaft mbH in Berlin-Adlershof mit 128 Wohnungen. Zumindest die Nebenkosten, die warmen Betriebskosten, sind deutlich geringer als der Durchschnitt in Berlin. Mitte August wurde Richtfest gefeiert für die fünf Gebäude in der Newtonstraße/Wilhelm-Hoff-Straße, die später mehr Energie erzeugen sollen als sie verbrauchen.

Powerhouse Berlin erfüllt Anforderungen an Energieeffizienzhaus Plus Standard

Die Energie werden künftig Solarthermie- und Photovoltaikanlagen auf den Dächern des „Powerhouse“ erzeugen. Damit der Verbrauch gering wird, sind die Gebäude mit einer hervorragend gedämmten Gebäudehülle und einer hocheffizienten Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung mit einem Rückgewinnungsgrad von über 80% ausgestattet. Bei den Fenster kann man heute ohnehin von einer hochwärmedämmenden Dreifach-Verglasung ausgehen.

Insgesamt erfüllen die Gebäude somit die Anforderungen den „Effizienzhaus Plus-Standard“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Denn sowohl der End- als auch der Primärenergiebedarf sind geringer als der in den Gebäuden erzielte Ertrag. Es wird mit einem Stromüberschuss von 1.438 kWh und einem Wärmeüberschuss von 1.188 kWh pro Jahr gerechnet.

Nebenkosten weniger als Hälfte des Durchschnitts in Berlin

Für die Bewohner ergeben sich warme Betriebskosten von nur ca. 40 ct/m² im Vergleich zum Durchschnittswert in Berlin von bei aktuell 1,08 €/m². Die Mieter sparen zumindest bei der zweiten Miete deutlich an Kosten, über die Höhe der Kaltmiete ist noch nichts bekannt.

„… Die HOWOGE kann den Betrieb von Anlagen für Solarthermie und Photovoltaik erproben“, ergänzte HOWOGE-Geschäftsführerin Stefanie Frensch. „Die Erfahrungen und Erkenntnisse, die wir hier mit Mieterstrom und innovativen Wärmekonzepten sammeln, wollen wir nutzen, um erfolgreiche Elemente als Standard in andere Neubauprojekte zu übernehmen.“

Die HOWOGE hat das „Powerhouse“ Anfang 2016 vom Projektentwickler Laborgh erworben und wird die Gebäude nach Fertigstellung im Frühjahr 2018 schlüsselfertig übernehmen.

Laborgh-Geschäftsführer Florian Lanz erläuterte: „Mit dem Powerhouse entwickeln wir ein energetisches und wirtschaftliches Musterbeispiel im Mietwohnungsbau, das neue Standards zum nachhaltigen Bauen auch größerer Wohnanlagen unter Einsatz innovativer Technologie setzt.“

Mehr zum Plusenergiehaus im Mietwohnungsbau

Auf dem 8.200 m² großen Grundstück wird eine Wohnfläche von rund 8.500 m² realisiert. Die fünf von Deimel Oelschläger Architekten entworfenen Gebäude weisen jeweils drei Vollgeschosse auf. Von den 128 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen mit Wohnungsgrößen zwischen 30 und 100 m² werden 40 barrierefrei sein. Alle Wohnungen verfügen über einen Balkon oder eine Gartenterrasse. 10 Prozent der Wohnungen werden an Mieter mit Transfereinkommen vermietet. Das Wohnraumangebot wird ergänzt durch 28 PKW-Stellplätze und eine Tankstelle für E-Mobile.

Den bisherigen Verlauf der Bauarbeiten schilderte Marcus Becker, Geschäftsführer der Kondor Wessels Bouw Berlin GmbH:

„Das Konzept eines Plus-Energie-Hauses im Bereich des Mietwohnungsbaus auch in die Praxis umzusetzen, war eine Herausforderung. Dieses gelungene Beispiel zeigt, dass es mit guter Planung und zuverlässigen Partnern funktioniert. Wir sind stolz darauf, zur Realisierung dieses Projekts beigetragen zu haben. Dies umso mehr, da wir mit dem Bau zügiger vorankommen, als ursprünglich geplant.“

Auch wenn ich nicht weiß wie hoch die Kaltmiete sein wird und ob die Wohnungen wirklich bezahlbar sein werden, ist das ein interessantes und wichtiges Projekt. Bei dem hohen Bedarf an Wohnraum ist es ein wichtiges Zeichen Neubauten im höchsten Energiestandard zu bauen und auf erneuerbare Energien zu setzen. Gute Beispiele gibt es mehreren Beiträgen bei Ecoquent-Postions zu lesen, über Solarthermie im Passivhaus und über Energieautarkie.

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