Positive Impulse

Meine Frau befahl mir, künftig in meinem Blog auch mehr über positive Dinge zu schreiben, sozusagen als Ausgleich für die dauernd von mir verbreiteten oder kommentierten schlechten Nachrichten. Ohne Hoffnung und positive Beispiele wäre ein gutes Engagement oft nicht möglich. Mit diesem Posting trage ich ihrem Befehl Rechnung.

In den letzten Tagen hat mein Artikel über die Krawalle in London viele Leser auf mein Blog geführt. Darüber habe ich mich so gefreut, dass ich den Beitrag gleich als Kommentar für den Ohrfunk verarbeitet habe. Dann kam ich mit meiner Liebsten darüber ins Gespräch. Sie sagte mir unverblümt: “Das ist kein Kommentar, für den ich Werbung machen würde.” Als ich sie fragte, warum, antwortete sie mir ungefähr wie folgt:

“In den letzten Jahren haben wir schon oft Analysen der Ursachen für zunehmende Jugendgewalt gehört. Immer wieder ist die Gesellschaft schuld. Wenn man das immer wieder hört, verliert man irgendwann den Mut, etwas zu ändern, denn es brennt ja an allen Ecken und Enden. Was hingegen fehlt sind Plattformen, wo gezeigt wird, wie man sich engagieren kann, was man ändern kann, welche Möglichkeiten man hat. Und es fehlen Erfolgsgeschichten. Wenn etwas einen Menschen wirklich dazu bringen soll, persönlich etwas zu tun, sich zu engagieren, dann sind es nicht die sachlichen oder gar schwarzseherischen Analysen, die das bewirken, sondern Dinge, die einen gefühlsmäßig berühren. Kein noch so ausgefeilter intellektueller Kommentar kann das schaffen, sondern nur Beschreibungen, die kleiner ansetzen, von persönlichen Erlebnissen berichten oder das Bauchgefühl ansprechen. Erst dann, wenn man sich bewusst zum Handeln oder zur Recherche entschlossen hat, sind sachliche Infos nützlich und unbedingt erforderlich. Mir sind aber, auch in deinem Blog, zu wenig positive und ermutigende Ansätze aufgefallen.”

Nun sitzt der schärfste Kritiker, oder in meinem Fall die schärfste Kritikerin, ja oft am eigenen Küchentisch. Trotzdem konnte ich die gut gemeinte Kritik nicht einfach so übergehen. Natürlich hat sie recht, dass man von ermutigenden Berichten stärker angesprochen wird als von Negativanalysen. Also habe ich über eine Lösung des Problems nachgedacht. Zuerst dachte ich, dass meine Liebste wollte, dass weniger analytische Beiträge veröffentlicht werden. In Rumänien hat es mal einen Gesetzesvorstoß gegeben, der die Presse dazu zwingen sollte, 50 % positive Nachrichten zu veröffentlichen, wie auch immer man das definieren sollte und wer auch immer das Recht zur Definition haben sollte. Die Presse lief natürlich Sturm gegen das Gesetz, und zwar mit dem alten Berufsgrundsatz: “Good News is bad News.” Aber für wen ist eine gute Nachricht eine schlechte Nachricht? Für die Shareholder, weil sie Gewinneinbußen befürchten, denn sie glauben, die Menschen seien nur an schlechten, sensationellen Nachrichten interessiert.

Sehen Sie? Schon berichte ich wieder über die Schlechtigkeit der Welt, über böse Konzerne und die guten Politiker, die gute nachrichten verbreiten wollen. Die Materie ist nicht einfach. Jedenfalls stellte sich heraus, dass meine Liebste lediglich darauf hinwirken wollte, dass nicht weniger schlechte, sondern mehr gute Nachrichten veröffentlicht werden. Und da kann ich ihr nur zustimmen.

Also habe ich auf meinem Blog eine neue Kategorie eingerichtet mit dem Titel “positive Impulse”. Ich werde über sozial gerechte Reiche, über engagierte Bildbeschreiber, über erfolgreiches Bürgerengagement für eine bessere Bildung und auch über ein Portal für gute Nachrichten schreiben. Diese Themen stehen schon fest. Und gleichzeitig wird es von mir auch heute wieder einen Artikel über die anstehende Rezession geben. Wollen wir hoffen, dass die positiven Impulse die Leserinnen und Leser ansprechen und dafür sorgen, dass sie sich engagieren. Denn unsere Welt ist nicht schlecht, nicht verdammungs- und verteufelungswürdig. Sie ist verbesserungsbedürftig, aber jede und jeder von uns hat jeden Tag aufs neue die Chance dazu. Wir müssen sie nur nutzen, und das gemeinsam.


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