Polyphasischer Schlaf: Erfahrung mit Uberman, Everyman & Siesta

Schlafexperiment

Baby
Schlafen wie ein Baby
Auch eine große Rolle für die Gesundheit spielt guter Schlaf. Angenommen ich könnte jeden Tag mit 2 Stunden Schlaf statt mit 8 Stunden auskommen. Noch dazu wäre ich über die verbleibenden 22 Stunden wacher, als sonst in 16 Stunden.

Klingt unglaublich? Find ich auch! Heute kurz vor Mitternacht startet mein mehrphasiges Schlafexperiment. Im Grunde will ich „Schlafen wie ein Baby“. Das heißt zunächst einmal dass ich vielmals am Tag schlafe und den REM-Schlaf maximiere, die wichtigste Schlafphase. Es sollen damit angeblich 6 Nickerchen am Tag mit jeweils 20 Minuten ausreichen.

Ich bin ziemlich gespannt ob das bei mir klappt. Nach dem ewigen Leben ist das der coolste Hack, den ich mir überhaupt vorstellen kann. Selbst die Steinzeiternährung wäre dagegen Kinderkacke.
englische Quellen zum Polyphasic Sleep:
Polyphasic Sleep bei Wikipedia
Selbstversuch von Steve Pavlina

Mein letzter mehrstündiger Schlaf ist 42 Stunden her und ich lebe noch. Es ist eigentlich viel leichter wach zu bleiben, als gedacht. Tagsüber war meine Müdigkeit heute sogar überraschend gering. Nicht einmal beim tatenlosen Warten im Rathaus, hatte ich Probleme die Augen offen zu halten.
Überschlafen

Schwieriger wurde es gerade nach der 20 Uhr Phase. Nach einem umfangreichen Abendessen mit deftigem Schweinebraten, hatte ich enorm mit Schläfrigkeit zu kämpfen. Bis zur Mitternachtsphase konnte ich kaum noch die Augen offen halten und prompt habe ich das erste Mal überschlafen.
Nach einer ganzen Stunde Überschlaf war ich nach dem Aufstehen orientierungslos und äußerst schläfrig. Wenn man den Erfahrungsberichten glaubt, wird sich das im Laufe des Tages noch rächen.

Aufstehen

Das Aufstehen nach den Nickerchen gleicht einer prometheischen Anstrengung. Wenn dieser bisher schwierigste Teil bei der Umstellung auf vielphasiges Schlafen nicht besser wird, dann werde ich früher oder später daran Scheitern.
Ansonsten fühle ich mich mit dem neuen Schlafzyklus erstaunlich gut. Ich würde zur Zeit trotzdem keinen Intelligenz- oder Reaktionstest machen wollen. Ein gewisser geistiger Schleier ist allgegenwärtig.

Eltern

Für die Anfangsphase des Experiments habe ich mich bei meinen Eltern einquartiert. So kann ich mit der gewonnenen Zeit im Ofenladen helfen. Außerdem habe ich den direkten Vergleich zum monophasigen Schlaf, auch wenn mein Vater zur Zeit an Schlaflosigkeit leidet: Er kann nicht schlafen und ich will nicht.

Ernährung

Beim Schweinebraten zum Abendessen habe ich ja schon die „Schattenseite“ vom Hotel Mama kennengelernt. Für die kommenden Tage werde ich genauestens darauf achten, nicht von der leichten Steinzeitkost abzuweichen.

Schlafzeiten

Meine Schlafzeiten liegen so, dass um 4, 8 und 12 Uhr ein Nickerchen zu Ende geht, Vormittags wie Nachmittags. Als Dauer habe ich knapp 30 Minuten angesetzt, weil ich noch mehrere Minuten zum Einschlafen brauche.
Das Gefummel mit einem normalen Wecker ist extrem nervig. Gibt es auch Wecker mit einstellbarer Zeitdifferenz?

Tagebuch

Als Motivation zum Durchhalten bis zur Anpassung, werde ich hier täglich schreiben.

Tagsüber war es wieder kein Problem wachzubleiben. Jetzt aber, um 2 Uhr nachts allein am Küchentisch, bin ich hundemüde. Wie gerne würde ich mich einfach nur hinlegen zum Schlafen…
Auslasser

Beigetragen zur starken Müdigkeit hat, dass mein 20 Uhr Nickerchen ausfiel. Ich lag rechtzeitig im Bett, konnte aber nicht einschlafen. Unser Hund hat sich vor meinem Fenster minutenlang ein Bellduell mit einem andern Siedlungshund geliefert.

Doppelnickerchen

Das Bellen hätte nicht so sehr gestört, wenn ich richtig müde gewesen wäre. Leider habe ich vorher beim 16 Uhr Nickerchen das Aufstehen verpatzt. Statt gleich aufzuspringen lag ich eine Viertelstunde halbwach im Bett und bin dann wieder eingeschlafen.
Überraschenderweise bin ich nach einer weiteren halben Stunde ohne Wecker nochmal aufgewacht und konnte aufstehen.

Disziplin

Das war mit dem gestrigen Überschlafen schon der 2. große Patzer beim Aufstehen. Mein großes Glück war das nahezu perfekte Wiederaufwachen nach 30 Minuten. Es hätte genausogut das vorzeitige Ende des Experiments sein können.
Meine Aufstehdisziplin muss besser werden!

Anpassung

Von einer Anpassung ist derzeit nichts zu merken. Weder sind die Nickerchen besonders erholsam, noch kann ich mich an Träume erinnern. Der REM-Schlaf setzt also noch nicht rechtzeitig ein.
Ich hoffe die Umgewöhnung wurde durch meine Patzer nicht zu sehr hinausgezögert. Das Doppelnickerchen heute dürfte aber nicht so tragisch gewesen sein, wie das Überschlafen gestern.

Ausblick

Steve Pavlina schreibt über seinen Schlafversuch, dass es nach dem 2. Tag bergauf geht. Ich bin guter Hoffnung!

Und noch ein weiterer Tag, an dem ich den Zeitplan nicht genau einhalten konnte…
Extra Nickerchen

Nach dem 4 Uhr Nickerchen sind mir sogar im Stehen die Augen zugefallen. Aus Furcht vor unkontrolliertem Einschlafen, habe ich lieber ein extra Nickerchen um 6 Uhr eingelegt. Das Aufstehen danach war furchtbar schwer, mir war kalt und ich war noch genauso müde, aber es ging etwas Zeit rum.

Wachhaltesport

Um bis zum nächsten Nickerchen durchzuhalten, habe ich mich auf unseren Fahrradergometer gesetzt und gestrampelt. Das hat aufgewärmt und aufgeweckt und ich habe sogar Lust auf Intervalle bekommen.
Als dann meine Eltern aufgestanden sind, war es so gut wie geschafft. Das 8 Uhr Nickerchen hat mich überraschend fit für den Tag gemacht.

Optimierung

Die Schwierigkeiten beim Aufstehen lassen sich durch einen zweiten Wecker außer Reichweite mildern. Nachts ein gedämpftes Licht, statt absoluter Dunkelheit, hilft auch.
Meine Einschlafzeit hat sich durch den Schlafmangel verkürzt. Deswegen konnte ich heute die Dauer der Phasen auf 25 Minuten senken und morgen geh ich auf die Zielzeit von 20 Minuten.

Nachteule

Gestern gabs ja schon Probleme mit dem 20 Uhr Nickerchen. Obwohl der Hund diesmal ruhig war, konnte ich wieder nicht einschlafen. Das könnte daran liegen, dass ich als Nachteule um diese Zeit normalerweise am aktivsten bin.

Maßnahmen

Das 20 Uhr Nickerchen muss ich unter Kontrolle bekommen. Einige Ideen, wie das klappen könnte, wollte ich in dieser Reihenfolge durchprobieren:
* Ruhevorlaufzeit im Bett
* Spaziergang/Sport
* Feierabendbier
* Die Palme wedeln (jaja, lacht nur)

Zusammenreissen

Das Experiment steht durch die vielen Patzer echt auf der Kippe. Ohne eine bessere Einhaltung der Zeiten habe ich keine Chance auf eine Anpassung. Das heißt, der Schlafentzug nimmt kein Ende.
Geist über Körper, verdammt nochmal!
Reiß dich am Riemen floc!!

Auf geht’s, ab geht’s 3 Tage wach,
[…]
3 Tage wach, jetzt wirst du langsam schwach.

(lützenkirchen – 3 Tage wach)
12 Stunden Schlaf sind es seit Sonntag Morgen und langsam werde ich schwach. Seit Mitternacht fallen mir schon wieder die Augen im Stehen zu. Am Rechner sitzen geht nur, wenn ich alle paar Minuten durchs Zimmer laufe.
Schlafdisziplin

Zumindest die Schlafdisziplin hat sich gebessert, das waren heute 6 Punktlandungen. Genau 20 Minuten und selbst um 20 Uhr, zur wachesten Stunde, bin ich diesmal sofort weggeratzt. (Ohne Palmengewedel)

Erster Traum

Um 4:00 Uhr hatte ich außerdem meinen erster Traum, juchuuuuuui! Es ging um ein Raumschiff im Mittelalter, das den Grundriss meiner ehemaligen Firma hatte. Ein paar Ex-Arbeitskollegen waren glaub ich auch dabei. Es hat ja niemand gesagt, dass es ein origineller Traum sein muss (-;
Das heißt ich hatte REM-Schlaf. Trotzdem hing ich bis zum Mittagsnickerchen in den Seilen.

Appetit

Ich esse seit Beginn des Experiments deutlich mehr als sonst und zwar rund um die Uhr. Das liegt teilweise am Hotel Mama, aber auch an einem verstärkten Hungergefühl. Wenn mein Grundumsatz durch die längere Wachzeit nicht ordentlich gestiegen ist, gibt das ne vielphasige Wampe…

Schlaaaaaf

Es wird jeden Tag verlockender einfach auszuschlafen. Aber dafür quäl ich mich jetzt schon zu lange.
Hoffentlich ist das Jammertal bald durchschritten.

Juchuuuui! Aus dem Gröbsten bin ich endlich raus.
Gewohnheit

Die Nickerchen fühlen sich mittlerweile ganz zwanglos an. Es ist weitgehend natürlich geworden, wie auf Befehl einzuschlafen und 20 Minuten später wieder aufzustehen. Gefühlt sind es sowieso eher 1-2 Stunden pro Nickerchen. Ich bin jedes Mal überrascht, wie wenig passiert während ich schlafe.

Wachheitsgrad

Tagsüber fühle ich mich ausgeruht, außer kurz nach einem Nickerchen. Es fehlen zwar noch etliche Prozente zum normalen Wachheitsgrad, aber das Zombiegefühl ist größtenteils weg.
Die Nächte sind eine ganz andere Geschichte. Regelmäßig könnte ich im Stehen einschlafen. Diese Nacht ist bisher eine willkommene Ausnahme. Vielleicht weil es zum Abendessen „nur“ Brotzeit gab und ich keine Unmengen essen „musste“?

Nachtbeschäftigung

Ich versuche außerdem meine Nachtbeschäftigungen zu optimieren. Beim von mir so geschätzten Lesen und Surfen ist die Passivität zu groß. Sehr gut geht alles mit Bewegung, z.B. eine Runde auf dem Radergometer.
Letzte Nacht habe ich bei einem großen Müdigkeitsanfall das Geschicklichkeitsspiel Zuma gespielt. Das hat wachgehalten. Spass hat es hingegen keinen gemacht – meine Reaktionen waren grottenschlecht.
Kochen und Aufräumen sind bisher meine Lieblingsbeschäftigungen. Leider ist beides nur ziemlich begrenzt machbar, solange ich bei meinen Eltern bin.

Daheim

Man kann nun eigentlich nicht mehr von Schlafentzug reden. Es spricht also nichts dagegen das Experiment nächste Woche daheim in Würzburg weiterlaufen zu lassen. Dort wäre die Auswahl der Nachtbeschäftigungen um ein Vielfaches größer. Dafür würde ich tagsüber sehr viel mehr allein sein.

Geburtstagsfeier

Morgen Abend bin ich auf einen Geburtstag eingeladen und wollte eigentlich hingehen. Ich habe keine Ahnung, wie ich das mit den Nickerchen machen soll. Auch Alkohol ohne den Rausch auszuschlafen stell ich mir übel vor. Da werd ich nen Schritt kürzer treten müssen. (oder zwei)

Zeitumstellung

Morgen Nacht ist außerdem Zeitumstellung, das heißt die Nacht ist um eine Stunde länger. Weil ich also sowieso umstellen muss könnte ich die Stunde nutzen um länger ohne Nickerchen auf der Geburtstagsfeier zu bleiben. Das ist auch eine gute Gelegenheit die bisherigen Zeiten (4, 8, 12) zu überdenken, aber die passen eigentlich sehr gut.
Diese verrückte Sache könnte wirklich klappen!

Die erste Nacht ohne bleierne Müdigkeit liegt hinter mir. Ich feiere im Geiste bereits die erfolgreiche Anpassung an den Vielphasenschlaf.
Zwangspausen

Heute geht jede Minute Tageslicht für den Aufbau einer Überdachung der elterlichen Terrasse drauf. Ich gehe währenddessen zwei Mal zum Schlafen nach drinnen. Obwohl die Nickerchen perfekt laufen, muss ich meine beiden Kollegen eine Stunde von neun allein arbeiten lassen.

Zugnickerchen

Zur Geburtstagsfeier am Abend fahre ich von meinen Eltern aus mit dem Zug. Nach den letzten sehr gelungenen Nickerchen, werde ich übermütig: Das 20 Uhr Nickerchen lege ich auf die Zugfahrt, um das Zeitfenster zu vergrößern. Dabei nehme ich außerdem die erste Hälfte der Zeitumstellung mit.
Der Zug ist angenehm leer und nach anfänglichen Problemen, komme ich tatsächlich auf eine Viertelstunde Schlaf. Trotzdem bin ich nach dem Zugnickerchen nur leidlich erholt.

Geburtstagsfeier

Auf der Feier bleibe ich für eine Phase und den Rest der Zeitumstellung. Besonders müde bin ich nicht, hellwach aber auch nicht.
Um kurz nach Eins falle ich dann daheim zum Mitternachtsnickerchen ins Bett. Ein wenig betrunken und mittlerweile todmüde schlafe ich, kaum dass ich die Matratze berühre.
Fortsetzung folgt (-;

Alltagstauglichkeit

Der Tagesablauf heute hat stark unter dem vielphasigen Schlaf gelitten. Unflexible Termine und Aufgaben von mehr als 4 Stunden Dauer, sind einfach ein riesiges Problem.

2 Tage lang habe ich keine Gedanken ans Aufgeben verschwendet. Das hat sich heute geändert.
Schlafentzug

Die Zeitumstellung, das Zugnickerchen oder der Alkohol – irgendwas hat mich fertig gemacht. Die Nacht nach der Geburtstagsfeier ist der fleischgewordene Schlafentzug. Ohne ein Extranickerchen um 6 Uhr schaffe ich es nicht bis zum Tageslicht.
Trotz schwerer Lider kann ich tagsüber alle Nickerchen einhalten. Wenn ich schon untergehe, dann mit wehenden Fahnen.

Back to Zombie

Nach den letzten beiden euphorischen Tagen ist dieser Rückfall zum Zombie sehr beklagenswert. Aber ich habe Blut geleckt. Meine Motivation durchzuhalten ist größer denn je. Wie lange können die Nachwirkungen meines Fehltritts schon dauern?

Träume

Immerhin träume ich noch während der Nickerchen. Ich kann mich sogar an viel mehr Träume erinnern, als beim einphasigen Schlaf. Liegt es daran, dass ich sechs Mal so oft schlafe? Vielleicht achte ich auch einfach nur mehr darauf.

Zeitgefühl

Vor einer Woche habe ich zum letzten Mal einphasig geschlafen. Das deckt sich mit meinem Zeitgefühl.
Auch mit den Übergängen von einen zum nächsten Tag kommt das Zeitgefühl viel besser zurecht als erwartet. Die einzelnen Tage sind in der Erinnerung klar voneinander getrennt.

8. Tag

So, jetzt geht es wieder mit der Müdigkeit.
Stress

Kaum sehne ich mich nicht mehr so dringend nach Schlaf, werden die Nickerchen alle 4 Stunden zum Stressfaktor. Immer der Blick auf die Uhr, dauernd muss ich ins Bett hüpfen. Das alles in einem Aufwasch zu erledigen hatte schon seine Vorzüge.

Konditionierung

Einschlafen hat normal immer 10-15 Minuten gedauert. Jetzt geht es auf Kommando: Ich stelle meine beiden Wecker auf 20 Minuten später und geh ins Bett. Egal, was ich nun denke oder wie ich mich hinlege, nach kürzester Zeit bin ich im Land der Träume.
Auch das Aufstehen geht viel besser, noch nie bin ich so schnell aus dem Bett gekommen.
Wenn ich aus dem Experiment bloß die Einschlaf- und Aufstehkonditionierung mitnehmen könnte, wäre schon viel gewonnen.

Latent Müde

Mit meinem aktuellen Wachheitsgrad lässt es sich aushalten, aber ein Traumzustand ist es net (Wortspiel beabsichtigt). Sobald es etwas Leerlauf gibt, so wie heute im Zug, fallen die Äuglein immer wieder zu. Ich bin mir auch gar nicht mehr sicher, ob das am Freitag/Samstag so viel besser war.

Frist

Ich könnte das bisherige Ergebnis zwar zur Diplomarbeitsendphase o.ä. empfehlen, aber auf Dauer leben möchte ich so nicht. Weiter experimentieren werde ich auf jeden Fall bis kommenden Sonntag. Dann erwarte ich mir, normal ausgeschlafen zu sein. 2 Wochen sollten schließlich zur vollständigen Umstellung reichen, auch wenn ich es am Samstag verbockt habe.

Tägliche Berichte

Weil Verbesserungen von nun an wahrscheinlich eher graduell erfolgen, werde ich wohl nicht mehr täglich berichten. Wenn etwas Interessantes passiert, meld ich mich.

9.-10. Tag

Ja, das Schlafexperiment läuft noch…
Gewöhnung

…und es fühlt sich viel besser an! Das Wort „Experiment“ ist fast ein wenig fehl am Platz, so sehr sind die Nickerchen schon zur Gewohnheit geworden. Der einphasige Schlaf wirkt mehr und mehr, wie eine antiquierte Vorstellung aus ferner Vergangenheit.

Frühmorgen Schläfrigkeit

Den größten Teil des Tages hab ich einen normalen Wachheitsgrad erreicht. Nur zwischen 4 und 9 Uhr bin ich schläfrig. Wenn ich in dieser Zeit nicht manuell tätig bin, dann überfällt mich der Sekundenschlaf.
Aktivitäten wie Wohnung aufräumen oder auf Vorrat kochen heb ich mir für diese Zeit auf. Aber auch ein frühmorgentlicher Spaziergang durch Würzburgs leere Straßen hat seinen Reiz.

mehrstündiges Überschlafen

Ich hab auch mit einem zusätzlichen Nickerchen um 6 Uhr experimentiert, aber das bringt keine Besserung. Ganz im Gegenteil, gestern hab ich dabei extremst überschlafen. Um 9 Uhr, nach verschwenderischen 3 Stunden, bin ich mit dem abgeschaltenem Wecker in der Hand aufgewacht. Ich habe schon das vorzeitige Ende befürchtet. Mit dem nächsten Nickerchen war ich aber schon wieder im Rythmus.

Rücksichtnahme

So gut wie niemand kann nachvollziehen, wie gern ich dieses Experiment mache und meine „Aufopferung“ sorgt für Entgegenkommen. Was meine eingeschränkte Terminauswahl angeht, stoße ich also bisher auf große Rücksichtsnahme.

Damit das noch eine Weile so bleibt:
Vielphasiges Schlafen ist schrecklich, ich leide Höllenqualen! (-;
(nicht wirklich)

Vielphasig Schlafen Tag 11-14

2 Wochen ist mein erstes Nickerchen jetzt her.
Zeit für ein Schlafexperiment Resümee.
Theorie

Das Schlafexperiment ist der Versuch, 6 Nickerchen mit jeweils 20 Minuten über den Tag zu verteilen. Diese insgesamt 2 Stunden Schlaf pro Tag sollen den 6-8 stündigen Normalschlaf vollständig ersetzen, angeblich ohne jegliche Beeinträchtigung.
Jedes der 6 Nickerchen muss dazu die wichtigste Schlafphase, den REM-Schlaf durchlaufen. Der REM-Schlaf setzt normalerweise erst nach 90 Minuten Schlafdauer ein. Durch eine mehrtägige Konditionierung auf 20 Minuten Schlafdauer unter Schlafentzug, kann man sich aber auf den vorzeitigen REM-Schlaf umgewöhnen.

Praxis

Diese Umgewöhnung funktioniert tatsächlich. Während meiner Nickerchen habe ich mittlerweile regelmäßig Träume und fühle mich nachher oft so erholt, als hätte ich stundenlang geschlafen. Leider gibt es immer noch Nickerchen, nach denen ich unausgeschlafen bin. Insbesondere zwischen 4 Uhr und 9 Uhr morgens werde ich unsagbar müde. Laufend fallen mir die Augen zu und ich überschlafe beim 4 Uhr Nickerchen öfter als nicht.

Überschlafen

Das Überschlafen ist eine reine Disziplinfrage. Wenn der Wecker klingelt muss ich sofort aufstehen. Sobald ich erstmal aus dem Bett raus bin, bin ich wach. Stattdessen bleibe ich manchmal minutenlang liegen und döse im schlimmsten Fall wieder ein.
Bemerkenswert daran ist, dass ich selbst dann spätestens nach 2 Stunden von selbst wieder aufwache. Würde ich unter Schlafentzug leiden, dann könnte ich sicher 8+ Stunden durchschlafen. Es ist lediglich mein antiquierter Biorythmus, der mich müde werden lässt, wenn die Nacht am Dunkelsten ist.

Schwere Lider

Am Liebsten würde ich jede freie Minute lesen, lesen und wieder lesen. Wenn ich aber in den frühen Morgenstunden ein Buch aufschlage, macht mir der Sekundenschlaf schwer zu schaffen. Es ist nahezu unmöglich zwischen 4 und 9 Uhr wach zu bleiben, ohne sich dauernd zu bewegen. Ich hebe mir zwar genug aktive Tätigkeiten auf, es ist aber gar nicht so leicht die enorme Trägheit zu überwinden und mit z.b. Aufräumen anzufangen. Auch hier macht sich also wieder meine mangelnde Disziplin bemerkbar.

Ergebnis

Trotz dieser Probleme, bin ich sehr zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Eine vollständige Umgewöhnung scheint in greifbare Nähe zu rücken. Vorausgesetzt natürlich, dass ich endlich die frühen Morgenstunden in den Griff bekomme. Zucht und Ordnung müssen herrschen!

Aaangriff, auf die 3. Woche! (-;

Vielphasig Schlafen Tag 15-18: Wechsel auf Everyman

Die 3. Woche vielphasiges Schlafen ist eine Katastrophe. Seit Sonntag habe ich den Schlafrythmus keinen einzigen Tag einhalten können.
Das Grauen vorm Morgengrauen

Die Biorythmus Probleme in den frühen Morgenstunden haben sich ausgeweitet. Ich komme gar nicht erst dazu mit meinen Wachhalteaktivitäten anzufangen, weil ich jeden Tag früher einbreche. Wann der Mann mit dem Hammer kommt scheint unvorhersehbar. Eben lese ich noch hochtrabende Artikel und im nächsten Moment bin ich schon im Land der Träume.
zZz

Bis ich merke was los ist, sind mit einem Wimpernschlag gute 2 Stunden vergangen. Jede verdammte Nacht…

Und um 20 Uhr fällt es mir dann wieder schwer einzuschlafen.

Termine

Dazu kommen die sozialen Probleme. Ich bin nicht oft unter Leuten, aber es macht echt jeder einzige Termin Schwierigkeiten.

Im Mittel habe ich keine 2 Stunden, bevor ich ins Bett muss. Selbst 3,5 Stunden unter optimalen Bedingungen sind für manche Aktivitäten zu kurz. Die fehlende Flexibilität tut ihr Übriges zur Vereinsamung.

Ich habe ja gerne meine Ruhe, aber durch die vielen Extrastunden fühle ich mich eh schon allein genug.

Frühstück

Nach dem Aufstehen habe ich oft Hunger. Das ist kein Problem, solange ich einmal am Tag aufstehe. Aber 6 Mal am Tag Frühstück ist einfach übertrieben. Das merke ich nicht zuletzt auf der Waage (-;

Sehnsucht nach Schlaf

Ein weiteres Dilemma ist, dass ich manchmal einfach gerne schlafen würde. Nicht, weil ich nicht ausgeruht wäre. Der Vielphasenschlaf hält was er verspricht und ich bin bis auf die Biorythmusprobleme meistens munter.

Manchmal sollen einfach ein paar Stunden ins Land gehen, ohne dass ich jeden Moment davon erlebe. Das klingt absurd, aber immer wach zu sein ist gar nicht so erstrebenswert.

Der Everyman

Auf die vielen Vorteile möchte ich trotzdem nicht verzichten. Wie immer im Leben soll es also alles auf einmal sein und Sahne obendrauf. Und wie immer im Leben gibt es einen Kompromiss, den Everyman-Schlafrythmus.

Der Everyman unterscheidet sich von meinem bisherigen Schlafrythmus, dem Überman:

schlafrythmenUnterschiede Schlafrythmen
Kernschlaf

Statt nur noch Nickerchen zu machen, gibt es beim Everyman einen 3 stündigen Kernschlaf und über den Tag verteilt 3 Nickerchen.
Ob ich den Kernschlaf lieber an den Anfang oder an das Ende der Nacht lege weiß ich noch nicht. Mittendrin wäre es zwar vom Biorythmus am Besten, aber dann müsste ich zwischen 19:00 und 24:00 ein Nickerchen machen. Das würde die Abendgestaltung zu sehr einschränken.

Vorteile

Was die tägliche Schlafzeit angeht, ist der Everyman immer noch beeindruckend:

schlafzeitenTagesschlafzeit

Die Wachphasen sind mit 5 Stunden länger und die Zeiten für Nickerchen sind flexibler. Eine Abweichung von einer Stunde beim Nickerchen soll kein Problem sein.

Auch auf der gesundheitlichen Seite fühle ich mich ehrlich gesagt wohler, wenn ich dank Kernschlaf nicht auf die „unnütze“ Tiefschlafphase verzichte.

Umsetzung

Mit der Umsetzung habe ich heute angefangen, der erste Kernschlaf liegt gerade hinter mir. Wenn man es genau nimmt habe ich schon am Montag ungewollt gewechselt.
Samstag und Sonntag waren meine letzten erfolgreichen Tage als Überman.
Ich bin halt nunmal ein Everyman (zu deutsch: Durchschnittsbürger) (-;

Vielphasig Schlafen Tag 19-26

Katastrophe, Fehlschlag, verheerende Niederlage…
So ungefähr fühlt sich mein Schlafexperiment an. Seit einer Woche ist kein Tag ohne Schlappe vergangen. Das Überschlafen nimmt überhand, die Bettliegerei liegt bei 6 Stunden plus. Vielleicht sollte ich einfach abbrechen, aber ich habe eine Anwandlung von extremer Sturheit.
Fortschritte

Die körperlichen Einbußen und Müdigkeitsphasen gehören anscheinend der Vergangenheit an. Das eigentliche „Problem“ ist mittlerweile, dass ich mir viel Zeit lassen kann und nichts Spannendes zu tun habe.
Das ist einerseits genau das, was ich mir gerade wünsche. Andererseits motiviert diese lockere Ungezwungenheit nicht dazu 4 Mal am Tag ohne zu Zögern aus dem warmen Bett zu springen. Und schnell wird aus dem Zögern eine Minute und daraus eine Stunde.

Herbstradeln
Mein verkorkster Everyman Schlafgraph

Es wurmt mich wirklich sehr, dass ich trotz körperlicher Anpassung nicht die nötige Disziplin für einen 20 Stunden Tag habe. Man sieht im Schlafgraphen nicht einmal, dass der Kernschlaf am Anfang der Nacht liegt, weil ich um 8 Uhr regelmäßig überschlafe…

Entscheidung

Es gibt nun 3 Möglichkeiten:

  • Verkorkster Everyman: Weiter chillen wie bisher
  • Siestaschlaf: 6 Stunden Kernschlaf und ein Mittagsnickerchen
  • Ernsthafter Everyman: Die nächsten 2 Wochen sofort mit dem Wecker aufstehen

Ich denke, ich gebe mir die letzte Variante.

Entschlossenheit

Nein Moment, das geht anders:

Ich strebe mit jeder Faser meines Körpers danach ein Everyman zu sein.
Ich atme Everyman, ich denke Everyman, ich bin Everyman.
Mein Fleisch ist schwach, mein Geist ist stark.
Ich will das jetzt durchziehen.
Ich kann das jetzt durchziehen.

(-;

Polyphasischer Schlaf: Erfahrung mit Uberman, Everyman & Siesta

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