Policarpa Salavarrieta - Kampf für die Unabhängigkeit

Policarpa Salavarrieta, Quelle: goo.gl/AxgezfDie Kolumbianerin Policarpa Salavarrieta ist heute in ihrem Land als unerschrockene Unabhängigkeitskämpferin bekannt. Im 19. Jahrhundert standen sich in Kolumbien die Getreuen der Spanier und die patriotischen Rebellen gegenüber. La Pola, wie Policarpa Salavarrieta auch genannt wird, unterstützte die Patrioten dabei vor allem durch Spionage. Im Gegensatz zu anderen weiblichen Helden der Unabhängigkeit sticht sie nicht durch Festhalten an Werten wie Tugendhaftigkeit, sondern durch ihr unabhängiges, mutiges und standfestes Verhalten hervor. Selbst als ihr Leben bedroht war, hörte sie nicht auf zu kämpfen.

Wie auch "unsere" starken Frauen der vorherigen Berichte (Eva Perón und Azucena Villaflor) stammte La Pola aus der Unterschicht. Sie wurde ungefähr 1795 im Dorf Guaduas geboren. Da ihre beiden Eltern in ihrer frühen Kindheit verstarben, stand sie bald auf eigenen Beinen. Schon mit 17 Jahren zog es sie nach Bogotá, Kolumbiens heutige Hauptstadt. Als Näherin verdiente sie sich ihr Geld und machte ihre Arbeit gut. Deswegen nähte sie bald für die Reichen der Stadt und ging in die besten Häuser aus und ein.

Policarpa hatte schon sehr früh Kontakt zu den patriotischen Rebellen, da diese Guaduas, ihren Geburtsort, als Rückzugsort nutzten. Das Dorf war ein zentraler Rastplatz an einer wichtigen Straße durch Neugranda, das spanische Viezekönigreich, das damals die heutigen Länder Venezuela, Kolumbien, Panama und Ecuador verband. Da La Pola mit ihrem Beruf in hohen Kreisen auch Zugang zu den Treffen der „conspiradores“, den Verschwörern, hatte, war sie schon mit jungen Jahren im Kreise der Rebellen. Ungefähr um 1812 herum wurde sie zu einer Spionin der Patrioten, denn sie konnte ungehindert in die hohen Häuser gehen, ohne Verdacht zu erregen, immerhin hatte sie dort beruflich zu tun. Außerdem war sie in Bogotá nicht als politisch aktiv bekannt. Als Näherin für die Damen des Hauses konnte sie Konversationen belauschen und herausfinden, was die Royalisten geplant haben, wer treuer Anhänger der Spanier war, wer möglicherweise zu den Rebellen gehören könnte und welche Patrioten von den Spanieren verdächtigt wurden. Dafür schloss sie zudem Freundschaft mit Spaniengetreuen und beschaffte Informationen zu deren Truppenbewegung und -stärke. Daneben sammelte sie strategische Karten ein. Die Informationen schmuggelte sie meistens in ausgehöhlten Orangen. Auch organisierte sie  die Kommunikation zwischen den verschiedenen Gruppen der Unabhängigkeitsbewegung. Zu ihrem Aufgabenbereich gehörte außerdem das Beschaffen von materiellen Gütern für ihre Mittstreiter und Anstiftung von zum Dienst gezwungene Soldaten zum Überlaufen zu den Patrioten. Diese vielfältigen Tätigkeiten zeigen, dass Salavarrieta durchaus sehr wichtig für die Rebellen war und Großes leistete.

Policarpas Spionage blieb lange Zeit unentdeckt, bis 1817 mehrere Patrioten festgenommen wurden und ihre Taten weitgehend aufgedeckt wurden. Trotz der Fahndung lehnte sie es ab, Bogotá zu verlassen und zu fliehen. Sie setzte ihre Arbeit fort. Dies führte dazu, dass sie im November desselben Jahres festgenommen und vor einem Kriegsrat zum Tode verurteilt wurde. Mit nur 22 Jahren wurde sie auf dem Plaza Mayor erschossen. Ihre letzten Stunden soll sie sehr standfest und mutig verbracht haben. Sie beschimpfte die Spanier und zeigte keine Angst vor ihrem Tod. Bevor sie erschossen wurde, soll sie sich umgedreht haben, da eine Erschießung von hinten einer Frau nicht würdig sei. Mit diesen überlieferten Worten bleibt sie im Gedächtnis:

„Du apathisches Volk! Wie anders wäre heute dein Schicksal, wenn du den Preis der Freiheit kenntest! Sieh, obwohl ich jung und eine Frau bin, habe ich genug Mut, diesen Tod und tausend Tode mehr zu sterben! Vergiss dieses Beispiel nicht!“

Policarpa Salavarrieta bleibt noch heutzutage als starke und unabhängige Frau in Erinnerung . Sie inspirierte Autoren und Dichter und wird heute von vielen Menschen verehrt. Jedes Jahr am 14. November erinnert zudem der „Tag der kolumbianischen Frau“ an ihr Leben und Wirken und zeigt, dass starke Frauen keineswegs eine Seltenheit sind. 


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