Plötzlich und unerwartet… – Winter!

In den vergangenen Wochen erfreute uns der Winter mit allem, was er zu bieten hat. Ich habe mir sagen lassen, dass das normal ist im Dezember, dennoch schienen die meisten Menschen anderer Ansicht zu sein. „Chaos!“ war das wohl am häufigsten verwendete Wort für das, was auf Straßen und Gleisen sowie Start- und Landebahnen laut Medienberichten stattfand. Ein Jahrhundert, für manche sogar ein Jahrtausendwinter. Wieder einmal völlig unerwartet…

Interessanter als Schneewehen auf den Gleisen (die man früher mittels Fangzäunen sehr gut im Griff hatte) und Vereisungen an Weichen fand ich die Tatsache, dass bei uns in Bayern nicht nur die Uhren anders gehen, sondern sogar die Technik umgekehrt zu funktionieren scheint. Erst lutschte tagelang warmer Fallwind aus dem Süden an der weißen Pracht, tauten frühlingshafte Temperaturen meterhohe Schneewächten weg, sog die Sonne das letzte Eis aus den Gleisanlagen. Und dann, genau dann, als der Winter Urlaub machte, ging gar nichts mehr. Die Weichen im Süden scheinen mit allem klar zu kommen, nur nicht mit Nichts. Als wären sie beleidigt, dass ihre Verwandten im Norden arktischen Bedingungen trotzen dürfen und sie, die bayrischen Ableger, keine Herausforderungen zu bewältigen haben, verweigerten sie großräumig die Stellarbeit. Nichts ging mehr im Allgäu, nichts Richtung München, noch weniger Richtung Chiemgau. Die Signalanlagen schlossen sich dem Streik an. „Chaos!“ titelten die Zeitungen von Augsburger Allgemeine über Münchner Merkur bis Abendzeitung.

Ich darf zur Beruhigung etwaiger Weihnachtsreisender (zumindest die wenigen Unerschrockenen, die´s noch nicht aufgegeben haben, irgendwohin zu wollen) mitteilen, dass es wieder heftig geschneit hat. Jetzt ist alles wie vorher: Meterhohe Schneewehen, blank geschmirgelte Eisbahnen, ostwindsibirische Kälte. Die Bahn? Die fährt. Klar, denn jetzt ist ja wieder alles gut!