Plattfuß in the middle of nowhere

Es kann ja immer mal passieren, dass man sich einen Platten fährt. Der eine wird öfters heimgesucht, der andere eher selten. Es sind nicht nur Dornen, Glas etc., es kann auch an zu niedrigem Luftdruck liegen, was zu einem Durchschlag führen kann.

Ich selber gehöre zu den Bikern, die wenig mit platten Reifen zu tun haben. Vielleicht ist es das Regenschirmprinzip, denn wenn man einen Schirm dabei hat, regnet es nicht aber wehe, man vergisst ihn.

So ist das auch mit Werkzeug. Normalerweise habe ich immer Ersatzteile und Werkzeug dabei, bis auf diesen einen Tag im Spätsommer, einen Sonntag. Herrliches Wetter zog mich aufs Rad für eine Runde zum See und es wurde doch etwas weiter, als geplant. Erst noch den Berg rauf, über den Kamm und dann einen alten Schmugglerpfad runter durch den Wald. Ein schneller Weg, technisch durchaus anspruchsvoll, denn voller Wurzeln, Steine und andern Hindernissen. Hier muss man schon konzentriert sein und wissen, was man tut und dann ging plötzlich dieser Ruck durchs Rad. Der letzte Stein ist durchgeschlagen, das Hinterrad sehr spontan platt und in der Abfahrt das eiernde Bike sicher zum Stehen zu kriegen – ist auch kein Spaß.

Da stand ich jetzt, mitten im Wald an einem Sonntag Spätnachmittag, Rad platt und nichts dabei. Doch, eine Luftpumpe hatte ich und das war es dann auch schon. Mist, bis nach Hause waren es locker 20km, die nächste Ortschaft zwar nicht weit, doch sonntags ist da nichts offen. Meine Optionen waren begrenzt, denn um die Uhrzeit waren auch nicht wirklich viele Menschen mehr unterwegs. Zu Hause anrufen wäre gegangen, aber der nächste Punkt zum Treffen war auch wieder weiter weg. Reparieren konnte ich also nicht, schieben wollte ich auch nicht, es blieb also vielleicht noch eine Möglichkeit.

Vor kurzem erzählte man mir von genau dieser Situation, Reifen platt, nichts dabei und keiner in der Nähe, der helfen kann. Der ultimative Plan lautete für diesen Fall, den Mantel mit Gras ausstopfen, dass soll angeblich soweit reichen, um damit wenigstens nach Hause zu kommen. Wenn einem sonst nicht viel bleibt, dann versucht man auch solche Ideen. Was soll ich sagen, wer schon mal versucht hat, den Mantel ohne Werkzeug von der Felge zu bekommen, weiß, dass das nur schwer möglich ist. Irgendwie habe ich das aber geschafft und fing dann an, um mich herum Gras zu sammeln und in den Mantel zu stopfen. Wieviel muss denn da rein? Ich hatte keine Ahnung und habe alles, was ich finden konnte reingepresst, bevor der zweite große Akt kam, den Mantel wieder auf die Felge zu hebeln. Auch das klappte irgendwann, dann alles wieder zusammenbauen und testen.

Plattfuß in the middle of nowhere  Plattfuß in the middle of nowhere

Ein kurzes schnelles Fazit: das hat nicht funktioniert. Die ersten Meter scheint das zwar mit spürbar mehr Kraftaufwand eine Möglichkeit zu sein aber lange hält das nicht an. Das frische Gras wird schnell plattgedrückt und sammelt sich gepresst an bestimmten Stellen, sodass es zwar feste Stellen im Mantel gibt, danach aber richtig große Lücken folgen. Ist also nicht fahrbar also doch nach Hause schieben. Schade, vielleicht hätte trockeneres Material wie Stoh besser funktioniert.

Das einzige was auf dem Weg nach Hause funktioniert hat, war die Solidarität unter Bikern. Ich habe Frank getroffen, einen Mountain-Biker auf dem Heimweg und er hat mich gerettet, mit allem, was er hatte. Zuerst haben wir mit seinem Werkzeug den Mantel wieder runtergeholt und später beim Aufziehen die Heber kaputt gemacht. Er hat sich fast totgelacht, als wir diesen grünen Wurm aus Gras aus meinem Hinterrad befreit hatten und mit seinem Ersatzschlauch und seiner Druckluftkartusche war ich dann schnell wieder fahrbereit. Haben wollte er nichts dafür.

Ich habe auch schon Bikern mit Problemen meinen Schlauch geschenkt, trotzdem ist das nicht selbstverständlich. Frank, ich danke dir, man sieht sich immer zwei mal.


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