plastic free july – ein Rückblick

Der Juli mit der Challenge “plastic free july” ist nun vorbei, die Zeit ist total schnell vergangen und ich bin darüber eigentlich mehr froh, als ich vorher angenommen hatte.

Eigentlich versuche ich ja bereits seit Herbst letzten Jahres plastikfrei zu leben. Eigentlich – aber scheinbar sind es doch die paar kleinen winzigen Ausnahmen, die ich mir zugestehe, die mein Leben deutlich leichter machen und die Plastikfreiheit nicht so sehr als Verzicht sondern vielmehr als Bereicherung erscheinen lassen.

Aber alles der Reihe nach.

Der plastic free july in Zahlen

Think about it, why would you make something that you are going to use for a few minutes out of a material that’s basically going to last forever…What’s up with that?” – Jeb Berrier

Quelle: plastic free july

Quelle: plastic free july

Dieses Jahr haben über 14.000 Menschen aus 69 Ländern mitgemacht. Als eine Minderheit kann man Menschen, die Plastik vermeiden wollen, also keinesfalls bezeichnen! Denn das ist nur die Spitze des Eisberges, jene Menschen, die sich aktiv dafür einsetzen und das dokumentieren wollen.

Die berühmte Dunkelziffer ist sicher noch viel höher, denn es haben sich sicher ganz viele Menschen still an der Challenge beteiligt, die sich selbst aus verschiedenen Gründen nicht registriert haben.

plastic_free_july

Rückblick auf den Juli

Während der Challenge habe ich natürlich noch viel strenger als sonst versucht, Plastik zu vermeiden. Teilweise mit Kreativität – so habe ich z.B. Kondensmilch im Glas verwendet, wenn ich kein plastikfreies Schlagobers zum Kochen gefunden habe. Andererseits habe ich schon auf einiges verzichtet wie z.B. Hühner- und Putenfleisch, Speiseeis und Mozarella.

Das ist jetzt nicht wahnsinnig viel, aber ich gestehe ganz offen, Mozarella und Speiseeis gehören für mich zum Sommer, sonst ist das keiner. Und das ist mir echt total schwer gefallen, so hart zu mir selbst zu sein.

Eigentlich wollte ich ja gerade zu Mozarella sinnvolle Alternativen suchen, aber das ist sich zeitlich einfach nicht ausgegangen. Und außerdem wäre diese mögliche Alternative mindestens 10 – 15 km weit weg und das ist dadurch für mich dann keine wirklich sinnvolle Alternative mehr.

Natürlich habe ich mich durch diese Challenge auch wieder ein Stück weit selbst besser kennen gelernt. Für mich gehört einfach dazu, im Sommer mein Lieblingseis im Tiefkühlschrank zu haben und an heißen Tagen abends Tomaten mit Mozarella, Basilikumblättern und Balsamico-Essig + Olivenöl zu essen.

Gelernt habe ich also, dass ich nicht zu streng mit mir sein darf, weil sonst der Spaß verloren geht. Und so groß ist der Unterschied beim Müll dann gar nicht, wenn ich ein bisschen nachgiebiger bin.

Der Plastikmüll für 2 Personen im Juli

die gesamten Plastikabfälle im Lebensmittelbereich

die gesamten Plastikabfälle im Lebensmittelbereich

Im Lebensmittelbereich sind folgende Abfälle angefallen: 1 Plastikkappe vom der Flasche Essigessenz, 1 Plastikumhüllung einer Essigflasche, 1 Packung Sojamilch für meinen Sohn (Besuch) und 2 Folien für Germ (Hefe).

Wobei ich bei der Hefe noch immer nicht sicher bin ob überhaupt Plastik dabei ist, der Hauptteil ist Aluminium, wie man an der umgebogenen Ecke sehen kann. Aber der bunte Aufdruck ist so dick, dass ich annehme, dass hier ein beträchtlicher Anteil an Plastik dabei ist.

Also viel ist das nicht finde ich! Darauf bin ich echt stolz!

die gesamten Plastikabfälle im nonfood-Bereich

die gesamten Plastikabfälle im nonfood-Bereich

Im Nonfood-Bereich sieht die Sache wesentlich problematischer aus.
1 Verpackung für WC-Papier, 1 Verpackung der Aleppo-Seife, 1 Verschluss für Zahnpaste, 1 Rasierklingenkopf, 31 x Zahnseide und dann noch der Verschluss eines Tablettenglases sowie mehrere Blisterpackungen von Tabletten. Was am Bild fehlt sind einige Plastikverpackungen von Tampons, die habe ich nicht gesammelt.

Insgesamt darf ich jedoch sehr zufrieden sein, das ist der gesamte Plastikmüll für 2 Personen + mehrmaligen Besuch von meinem Sohn, den ich während des gesamten letzten Monats verursacht habe.

Laut diesem Bericht der Stadt Wien fällt in Österreich pro Jahr durchschnittlich 146 kg Verpackungsmüll pro Person an. Davon sind wir mittlerweile wirklich sehr weit entfernt.

Was ich anders gemacht habe und bleiben darf

Die Olivenölseife bleibt auf jeden Fall im Badezimmer um mich damit zu duschen, auch bei der Haarpflege möchte ich dran bleiben. Für mich fühlt sich das gut an und ich fühle mich wohl dabei. Auf Körpermilch kann man völlig verzichten, weil die Olivenölseife so gut rückfettet.

Für die Hautpflege habe ich das Sanddornöl als Ersatz für diverse Cremen getestet und werde bei Öl als Ersatz bleiben. Der Beitrag von Franka zum Aprikosenkernöl hat mich zusätzlich inspiriert.

Der Anteil von selbst Gemachtem war wie immer sehr hoch, es gab Joghurt, Pudding, schnelles Frühstücksgebäck, Germstriezel (Hefezopf), selbst gebackenes Brot und natürlich viele verschiedene Kuchen mit selbst.gemachtem Backpulver.

Gefunden habe ich zusätzliche Schokoladealternativen, die nicht nur in Bio- und fair-trade Qualität produziert sondern auch ohne Verpackung aus Aluminium aber dafür mit Bioplastik umhüllt verkauft werden.

Ausblick auf die Zukunft

Obwohl heute bereits der 2. August ist habe ich noch kein Eis gekauft und es lagern auch noch keine Berge von Mozarella im Kühlschrank. Es ist bereits das “Dürfen” was für mich eine spürbare Erleichterung bedeutet.

Ich werde wie bereits seit Ende letzten Jahres auch weiterhin plastikreduziert leben und versuchen, möglichst plastikfrei einzukaufen. Neben dem Nutzen der möglichen plastikfreien Einkaufsquellen werde ich zusätzlich kreative Alternativen einbauen, mit deren Hilfe ich Problembereiche umgehen kann.

Ein paar Kompromisse wird es künftig sicher geben und es wird wahrscheinlich die eine oder andere Plastikverpackung anfallen. Insgesamt habe ich aber mittlerweile so viele gute Einkaufsquellen gefunden, dass ich ohne großen organisatorischen Aufwand gut 95% des ursprünglichen Plastikmülls vor Herbst 2013 in unserem Haushalt vermeiden kann.

Ich bin damit zufrieden.
Zwischenberichte von Bloggerfreunden:

Das Entscheidende ist die Routine! Wenn ich mit der richtigen Vorbereitung bei den richtigen Quellen kaufe, hab ich kaum ein Problem.
Wenn ich also Plastik reduzieren will, kann ich nicht so weitermachen wie bisher und bloß ein paar andere Produkte kaufen, nein, ich muss meine Art einzukaufen grundlegend ändern. Ohne das geht es nicht.

Abenteuer plastikfrei: plastic free july – Dilemma Bag
foolfashion: p-free-j: Einkäufe V und Rückblick
grüne Zwerge: plastic free july IV
kreativ leben: “plastic-free” im August

Ich verlinke hier gerne Eure Blogbeiträge/Zwischenbereichte zum “plastic free july”, bitte meldet Euch in den Kommentaren, dann nehme Eure Beiträge in die Liste auf.
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plastic free july – Zwischenbericht #2
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