Phantom Buffalo - Tadaloora

Erstellt am 9. März 2013 von Wasser-Prawda @WasserPrawda

Konzeptalben sind ja eigentlich irgendwann kurz nach den Schlaghosen ausgestorben. Aber manchmal funktioniert es einfach zu gut, wenn man sämtliche Songs eines Albums um ein Thema kreisen lassen kann. "Tandaloora" ist ein Beispiel dafür. Das vierte Album der Popband Phantom Buffalo handelt von der gleichnamigen Insel und ihren skurilen Bewohnern, die samt und sonders der Phantasie der vier Musiker entsprungen sind. Herausgekommen sind traumhafte Popmelodien irgendwo zwischen den Kinks, den High Llamas und einer exzellent bestückten 50 Jahre alten Jukebox. 

Sobald man durch "Gilded Gate" in die seltsam mythologisch-mittelalterliche Insel eintritt, ist man in einer sonnigen, heiteren und psychedelisch-durchgeknallten Traumwelt. Und man kann sich nicht nur auf leicht dahinperlende zu Tagträumen reizende Melodien einstellen sondern auch auf die Begegnung mit einem Kaninchen, das als Florist arbeitet, einem Pferd namens Reginald oder einen Seelöwen, der die Bibliothekarin der Insel rettet. Es gibt königliche Hochzeiten, die mit einem Massaker enden, mittelalterliche Städte und ein "Castle of the Raging Wind". Eine Märchenlandschaft, die einen verzaubert, wenn man sich drauf einlässt.

Man kann sich Tadaloora aber auch anders annähern - die vier Musiker von Phantom Buffalo, die schon immer die grafische Gestaltung ihrer Alben komplett selbst übernommen haben, haben zu einzelnen Songs nette animierte Videos gestaltet. Und gemeinsam mit einer in Maine ansässigen Software-Firma haben sie Tadaloora auch noch als Spiel ins Netz gestellt. Das Genre heißt konsequent "First Person Jukebox"...

Aber eigentlich braucht "Tadaloora" das nicht. Auch wenn diese Gimmicks wirklich reizvoll anzuschauen sind. Es ist das einfach ein Album, dass man bei dem kalten Mistwetter draußen braucht, um etwas Wärme zu finden. Das ist Pop in reinster Form. Ein fantastisches Album!

 

Tadaloora by Phantom Buffalo