PFLEGE: Reiz mich nicht! Auf zu reizfreien & wirkungsvollen Ufern.

Von Marislilly


Reizarme oder reizfreie Pflege ist seit einiger Zeit in aller Munde. Wie ein Lauffeuer geht es um, dass Konsumentinnen - bisher mit Werbeversprechen, Muttis guten Tipps und einer guten Portion Binsenweisheit gefüttert - in den Drogerien, Apotheken und Parfümerien stehen und die Liste der Inhaltsstoffe studieren.

Wo bisher ein guter Werbeetat, ein überzeugendes Testimonial oder einfach ein guter Name gereicht haben, da muss die Social Media Beraterin sich nun Fragen auf Facebook gefallen lassen: wieso steht Alkohol auf Platz 2 der Inhaltsstoffe? Warum sind mehrere Duft- bzw. Parfumstoffe in meiner Nachtpflege? Kann meine sündig teure Parfümeriecreme eigentlich auch mehr, als nur gut riechen und ein angenehmes Hautgefühl schaffen? Wieso ist eine nicht-wirksame Konzentration an Anti-Aging-Wirkstoffen in meiner Tagespflege, die doch vorbeugen soll?

Ein wenig erinnert das Ganze an den "silikonfreie Haarpflege"-Trend von vor ein paar Jahren. Zunächst rückte dadurch Naturkosmetik ein wenig mehr in den Fokus der "Ottonormalverbraucherin" und auch der belesenen und interessierten Beautykonsumentin, nach und nach zogen die üblichen Marken nach und holten etwas aus einer Nische, das nun ganz offenbar das Interesse der (mehr oder minder) Allgemeinheit geweckt hatte: was ist eigentlich so in meinen Produkten drin?

Die alten Hasen

Selbstverständlich gab es - wie bei dem Beispiel der silikonfreien Haarpflege - bereits seit Jahren Marken, die auf reizarme oder kompett reizfreie Produkte setzen. Paula's Choice beispielsweise. Es finden sich aber auf allen Ebenen und in sehr vielen Produktranges von Marken Produkte, die angenehm sanft und sogar sehr wirksam Anti-Age oder feuchtigkeitsspendend oder oder oder formuliert sind. Aber ich finde es auch gut und natürlich spannend zu sehen, dass Marken neuerdings auf milde Produkte setzen oder wirklich wirksame Produkte und ihre Konsumentinnen mündig und informiert halten, indem sie Zusammensetzungen und Konzentrationen an Wirkstoffen bekannt geben. Eine meiner liebsten Pflegemarken seit vielen Jahren hat viele spannende, wirksame und reizarme Produkte im Angebot (Clinique).

Wo starten?

Ich habe mich gar nicht so wirklich richtig aktiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Ich lese immer sehr gerne und interessiert bei Agata und lausche Diskussionen zum Inhaltsstoff-Thema auf Twitter. Nach und nach schnappte ich dann Produktempfehlungen auf; easy Tipps (Alkohol! Parfum!) worauf man so achten kann. Ich neige dazu, immer zu viel zu wollen, zu viel nachzulesen, verstehen und umsetzen zu wollen - meist endet das in Frustration. Denn ich habe sehr sehr sehr wenig Chemie-Ahnung, kann mir von selbst eigentlich nichts herleiten bzw. Verbindungen herstellen, alles muss ich nachlesen und erläutert bekommen. Darum favorisiere ich fundierte Posts zum Thema oder gut geschriebene Fachliteratur, die Dinge erläutert oder die ich schnell nachlesen kann. Ich versuche das Ganze so nach und nach zu machen. Einiges ist fix umgestellt und verstanden, wie z. B. die Reinigung und anderes kommt mir dem wachsenden Verständnis für das Thema, wie z. B. die schlaue Kombination von Säuren, Seren und abschließender Creme. Mein Tipp daher: erstmal am Waschtisch starten und das SLS-Reinigungsgel gegen eine milde Reinigung austauschen!

Im Zweifel: einfach mal probieren

Bei Beauty im Allgemeinen und auch bei Pflege im Speziellen bin ich Team Ausprobieren. Einfach mal schauen, wie sich empfohlene milde Produkte so machen. Vielleicht hat man dann Lust, weiter umzustellen oder auch mehr nachzulesen. Und so mache ich es bis hier hin immer noch. Denn es bringt mir nichts, wenn ein Produkt auf dem Papier einfach super ist, ich es aber aus unterschiedlichen Gründen nicht mag. Das kann die Textur sein, der Duft oder aber auch das Zusammenspiel mit anderen Produkten (Stichwort: abrollen!).

Das Schöne ist ja, dass es gute milde Produkte in der Drogerie zu kaufen und testen gibt, auch von Marken, mit denen man vielleicht schon gute Erfahrungen gemacht hat wie Balea, Nivea & Olaz. Gleich online ein wunderbares Set von Paula's Choice bestellt sich eben nicht so schnell, ein Gang zum dm mit Tipps und ein kleines bisschen Zeit im Gepäck ist da schon realistischer, zumindest anfangs für mich.

Die Anfänger-Grundlagen

  1. Milde Reinigung/Abschminken
  2. Alkoholfreie Reinigung (beachtet: hier sind "schlechte, reizende" Alkohole gemeint!)
  3. kein Alkohol und/oder Parfum in den Cremes (s. oben)
  4. möglichst wirksame Kombination an Wirkstoffen wie Niacinamiden o.Ä. zur Haut
  5. SONNENSCHUTZ

Das war's zunächst. Für Produkttipps und fundierte, informationsreiche und einfach schlaue Posts zu diesen Themen wende ich mich gerne an:

Gerade was "wirksame Produkte" angeht vertraue ich noch sehr auf meine o.g. Quellen, denn ich traue mir noch nicht zu durch alleiniges Studieren der Inhaltsstoff-Liste einschätzen zu können, wie sich das Produkt in meiner Routine so macht. Außer bei Niacinamiden - die können schließlich alles ;-)

Das obige habe ich derzeit noch so umgesetzt:

  1. Abschminken mit Balea Reinigungsöl (EUR 2,45)
  2. Nachreinigen mit alverde Sensitiv Emulsion (um EUR 3, aber gibt es inzwischen nicht mehr)
  3. ABENDS: HighDroxy Serum mit Niacinamiden und Mandelsäure (Peelingeffekt) / MORGENS: Feuchtigkeitsserum von Yves Rocher Sensitiv Vegetal und/oder das HighDroxy Niacinamide Gesichtsspray
  4. Tagespflege Yves Rocher Sensitiv Vegetal
  5. Sonnenschutz von Eckstein

Aktuelle Pflege

Ein bisschen aufbrauchen, ein bisschen neues und reizarmes testen, ein bisschen herausfinden, was speziell meiner Haut gut tut. Dieser Tage stelle ich meine quasi-neue Hautpflege Routine einmal vor, die mit Sicherheit noch nicht "perfekt" ist und sich auch immer wieder verändern wird. Ich möchte definitiv noch ein wenig mehr mit Säuren experimentieren irgendwann, und bei meinem Sonnenschutz weiß ich gerade gar nicht, ob der reizfrei formuliert ist. Aber ich mag ihn sehr gern und vor allem benutze ich ihn. Wir wissen ja, Sonnenschutz ist das beste Anti-Aging. Ein paar Favoriten haben sich in den vergangenen Wochen aber herausgestellt und die möchte ich unbedingt vorstellen!

Worauf kann ich denn gleich heute beim Einkauf achten?

  • Alcohol
  • Alcohol dent.
  • Isopropyl Alcohol
  • Benzyl Alcohol
  • Methanol
  • Polyvinyl Alcohol
  • SLS Sodium Lauryl Suflate / Sodium Laureth Sulfate (leider sehr oft enthalten)
  • ALS Ammonium Lauryl Sulfate (dito)
  • Sodium Myreth Sulfate
  • Sodium Palmitate
  • Sodium Tallowate
    Duftstoffe, die nicht als Parfum deklariert sind, sondern: Limonene, Cinnamal, Citronellol, Coumarin, Cittral, Gernaniol, Eugenol, Farnesol, Menthol, Linalool.

Zugegeben: mir geht bestimmt der ein andere andere Alkohol durch bzw. stufe ich einen der positiven Fettalkohole als schlecht ein. Dafür verwende ich vielleicht noch das ein odere andere Produkt mit Duftstoffen, die mir einfach nicht aufgefallen sind, wo doch "Parfum" so viel schneller ins Auge fällt. Aber da ich Verschwendung mindestens genauso mies finde wie blöde Haut durch falsche Pflege ;-)

(Witzig: allein durch Verzicht auf SLS/ALS in Shampoo ist das Schuppenproblem meines Freundes deutlich zurückgegangen. Aber das ist ein anderes Thema...)

Und ihr?

Wie handhabt ihr das so aktuell mit eurer Pflege? Interessiert euch das Thema "reizfrei"? Habt ihr vielleicht witzigerweise eh reizfreie Favoriten, bei denen ihr nur nicht wusstet, dass diese reizarm formuliert sind (wie bei mir mit der Clinique Superdefense)?