Persona Q: Shadow of the Labyrinth

Manchmal kann man als eingesessener Videospiel-Fan noch so zynisch auf den Release eines Videospiels blicken, man wird trotzdem positiv überrascht.

So ist es zum Beispiel zu erwarten, dass Atlus erkannt hat, dass die gefühlt wöchentlichen Releases immer neuer Etrian Odyssey-Releases ein Ende finden sollten – und so versteckt sich die neueste Veröffentlichung der Serie schlichtweg unter einem anderen Titel: Persona Q. Es ist also naheliegend, das Spiel als einen müden Versuch zu sehen, zwei Fan-Gemeinden auf einmal billig einzusacken. Doch wer so denkt, hat weit gefehlt.

Ein Problem, an dem die Etrian Odyssey-Serie seit jeher laboriert, ist die Tatsache, dass man einfach nicht versucht, um den interessanten Dungeon-Crawler herum eine fesselnde Welt zu bauen, die den fleißigen Entdecker mit Immersion belohnt. Schlimmer noch: Wenn Atlus neuerdings versucht, den Spielen eine Handlung beizumengen, könnte diese nicht generischer und auswechselbarer sein. Hier tritt die Persona-Lizenz in Kraf, denn die Reihe ist bis heute der Inbegriff einer zeitgemäßer Präsentation von JRPGs. Und hier macht Atlus keine halben Sachen, denn von der ersten Sekunde an ist spürbar, dass die Produktionsqualitäten der Serie nahtlos in das Spiel übergegangen sind.

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Zwar ist die Handlung selbst simpel gestrickt – so verschlägt es die Charaktere von Persona 3 und Persona 4 in ein surreales Schul-Setting, aus dem es zu entkommen gilt – jedoch bringen die bekannten Gesichter ihre gewohnten Stärken mit. Die Charaktere gehören noch immer zum besten Ensemble, dass ein JRPG je geboten hat und die beiden Gruppen miteinander zu mischen sorgt für ausreichend unterhaltsame Szenarien, um den Hintergrund des Geschehens mit Persönlichkeit zu füllen.

Der Dungeon-Crawler Aspekt funktioniert dabei wie gewohnt sehr gut, und der hohe Schwierigkeitsgrad zwingt Spieler dazu, jede noch so kleine Möglichkeit im Kampfsystem für sich zu nutzen. So kostet zum Beispiel das Heilen im Stützpunkt ein blankes Vermögen, was den Spieler dazu zwingt, sich mit dem vorliegenden Shin Megami Tensei -Kampfsystem intensiv zu beschäftigen, um so effizient wie möglich zu bleiben.

Abgerundet wird das Ganze schließlich von einer absolut gelungenen Präsentation: Grafisch und soundtechnisch muss sich das Spiel nicht hinter den Originalen verstecken und vor allem der Soundtrack wartet mit der selben Qualität auf die schon seinerzeit Maßstäbe gesetzt hat. Persona-Fans werden vielleicht enttäuscht sein, dass es außerhalb der Dungeons bis auf ein paar Story-Quests nicht viel zu erleben gibt. Hier muss man aber bedenken, dass das Dungeon Crawling der Etrian Odyssey-Serie alleine schon sehr gut durchdacht ist, motivierend wirkt und durch das Persona-Setting endlich einmal seine vollen Stärken ausleben kann.

Persona Q ist eine sehr angenehme Überraschung – denn wer hätte gedacht, dass so unscheinbar gegen Ende des Jahres noch ein absoluter Pflichttitel auf dem 3DS daher kommt?

Plattform: 3DS (Version getestet), Spieler: 1, Altersfreigabe (PEGI): 12,
Release: 28.11.2014, www.atlus.com/personaq