Perfektionismus überwinden: Mit einem einfachen Prinzip

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Natürlich will man als Freelancer so wenig Fehler wie möglich machen. Sorgfalt ist gut, Perfektionismus aber nicht. Wie du deinen Perfektionismus überwindest, erfährst du im folgenden Beitrag.

Jeder Text komplett fehlerfrei, keine Fehler im Programmcode – wie schön und trügerisch zugleich ist diese Vorstellung. Wenn du als Freelancer durchstartest und dich selbst als perfektionistisch beschreiben würdest, dann ist das kein Ritterschlag.

Sicher, wir Deutschen sind bekannt für unsere Sorgfalt. Made in Germany ist noch immer ein Markenzeichen, auch und selbstverständlich bei der Arbeit von Freelancern. Doch daraus einen Perfektionismus als Ideal für dich abzuleiten, kann nur schiefgehen. Wenn du bereits in diesem psychologischen Hamsterrad gefangen bist, dann lies jetzt, wie du deinen Perfektionismus überwinden kannst.

Perfektionismus ablegen

Vielen Menschen fällt es extrem schwer, ihren Perfektionismus abzulegen. Dahinter steckt die Angst davor, die Kontrolle zu verlieren. Du glaubst, dass dir alles aus den Händen gleitet, wenn du damit aufhörst, perfekt sein zu wollen. Im Folgenden zeige ich dir, wie du deinen Perfektionismus ablegst.

Seien wir ehrlich: Es wird nicht leicht, denn Perfektionismus ist eine Gewohnheit, die sich über Jahre oder sogar Jahrzehnte einschleift. Aber wir bekommen das mit ein paar Methoden und mit Beharrlichkeit hin.

Perfektionismus überwinden

Je ausgeprägter dein Selbstwertgefühl ist, desto leichter wirst du deinen Perfektionismus überwinden. Die Arbeit beginnt also bei dir selbst. Frage dich:

  • Bist du dir selbst ein guter Freund?
  • Kannst du dich, deine Fähigkeiten und Erfolge wertschätzen?
  • Magst du dich selbst – so, wie du jetzt bist?
  • Wie sprichst du im Alltag mit dir selbst? Liebe- und verständnisvoll oder hart und verurteilend?

Perfektionismus ist das Ergebnis eines lieblosen Umgangs – sehr häufig kommen Perfektionisten daher aus Familien, in denen Fehler bestraft wurden und das Prinzip Liebe gegen Leistung galt. Als Erwachsener musst du nicht mehr in dieser ungesunden Systematik gefangen bleiben.

Du kannst dich jetzt daraus befreien, indem du dir jeden Tag mehr Wertschätzung, Nachsicht und Selbstliebe gibst. So kitschig es auch klingt: Werde dein bester Freund bzw. deine beste Freundin und du wirst merken, dass dein Perfektionsanspruch schwächer wird. Führe ein Erfolgstagebuch und erstelle regelmäßig Dankbarkeitslisten. So gelangst du in einen Zustand der inneren Zufriedenheit. Zeitgleich erhöht sich deine Widerstandsfähigkeit und du läufst seltener Gefahr, einem unerfüllbaren Anspruch der Perfektion hinterherzurennen.

Das Paretoprinzip anwenden

Kennst du das Paretoprinzip? Es besagt, dass 80 % der Ergebnisse mit 20 % des Aufwands erreicht werden können. Umgekehrt heißt es, dass die übrigen 20 % vom Ergebnis sage und schreibe 80 % Aufwand benötigen!

Ein nah an perfekt grenzendes Ergebnis, ein sehr gutes Ergebnis also, kannst du effizient mit verhältnismäßig geringem Aufwand erreichen. Willst du aber nah an die 100 %, so brauchst du 4x so lange dafür. Es ist unmöglich, perfekte Ergebnisse abzuliefern. Dafür ist die Welt viel zu komplex, der Markt zu dynamisch, der Mensch unvollkommen.

Mit dem Paretoprinip im Hinterkopf weißt du immer, dass ein verhältnismäßig geringer Aufwand den Großteil der Ergebnisse liefert. Natürlich brauchen Ergebnisse einen Feinschiff. Übertreibe es aber nicht, denn wenn du dich in den übrigen 20 % verlierst, wirst du deinen Perfektionismus nicht überwinden.

Und es gibt noch ein Problem, das du als Einzelperson gar nicht bewältigt bekommst.

Du kannst niemals genug wissen

Nehmen wir an, du wärst nach dem Aufstehen morgen früh auf dem fachlich neuesten Stand, auf dem man zu diesem Zeitpunkt sein kann – weltweit gesehen. Das heißt, du würdest alle Tricks, Kniffe und Erkenntnisse, die in den vergangenen 24 Stunden entdeckt wurden, beherrschen. Allein das ist natürlich absurd, denn das Wissen der gesamten Welt verdoppelt sich alle fünf Jahre.

Nehmen wir nun einmal an, du startest mit enormem Fachwissen deinen nächsten Auftrag. Bereits nach einer Stunde, ach, nach ein paar Minuten, sind irgendwo auf der Welt bereits wieder Fortschritte in deiner Branche geschehen, die du verpasst. Und schon ist deine Arbeit nicht mehr perfekt. So what?

Wir leben in einer Zeit der Informationsexplosion. Heute Geltendes kann sich morgen schon wieder ändern. Weiterbildungen sind schön und gut, aber mache dich nicht verrückt angesichts dieser Schnelllebigkeit. Du weißt, was du kannst, und so lange du wissbegierig bleibst, wirst du auch gute Ergebnisse für deine Kunden erzielen.

Der Unterschied zwischen sehr gut und perfekt

Sehr gut sein zu wollen, spornt dich an. Perfektionismus lähmt dich.

Sehr gut sein zu wollen, lässt dich größer werden und wachsen. Perfektionismus macht dich klein und setzt dir Schranken.

Sehr gute Ergebnisse können mit Übung, Fleiß und Geduld erreicht werden. Perfektionismus ist eine Illusion und daher unerreichbar.

Etwas sehr gut machen zu wollen, entspricht hingegen dem Paretoprinzip.

Niemand machte gerne Fehler, schon gar nicht im Job. Und so ist der Versuch, perfekt sein zu wollen, weit verbreitet und erstreckt sich über das Berufsleben hinaus. Von der Ernährung über den Haushalt hin zur Beziehung und dem eigenen Zeitmanagement – alles soll perfekt sein!

Lasse diesen Anspruch los. Konzentriere dich darauf, dein Bestes zu geben, was du im Hier und Jetzt geben kannst. Das ist mehr als genug und vollkommen in Ordnung!

Der Umgang mit Fehlern

Mit deinen eigenen Fehlern und Grenzen umzugehen, gehört zu den größten Herausforderungen als Freelancer. Du kannst dich hinter niemandem verstecken oder die Schuld auf andere schieben. Wenn du Fehler machst, dann liegt das in deiner Verantwortung.

Doch ist ein Fehler immer gleich ein Weltuntergang? Erfreulich ist er nicht, klar. Gerade bei Neukunden willst du dir nichts zu Schulden kommen lassen, aber: Fehler passieren. Und liebevolle Nachsicht hilft dir dabei, konstruktiv mit diesen umzugehen.

Perfektionismus macht krank

Für deine Gesundheit ist es wichtig, dass du aus der Perfektionsimus-Falle aussteigst. Der Anspruch nach Perfektion erzeugt Dauerstress, der bekanntlich krank macht. Neben psychischen Folgen wie Burn-out oder Depressionen können auch körperliche Probleme wie Autoimmunerkrankungen auftreten. Lasse es nicht so weit kommen, sondern kümmere dich rechtzeitig darum, deinen Perfektionismus zu überwinden.

Fazit

Erkenne den Unterschied zwischen sehr gut und perfekt. Du kannst hervorragende Ergebnisse auf deinem Fachgebiet erzielen, wenn du das Paretoprinzip im Hinterkopf behältst und dich darauf konzentrierst, so wenig Fehler wie möglich zu machen, ohne dich zu sehr unter Druck zu setzen.

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