PATRICK LINDNER POSIERT IM HOLOCAUST-MAHNMAL

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Wer deutsche Schlager volkstümlichen Charakters mit dummen Texten singt, muss nicht notwendigerweise selbst dumm sein. Dass auf Wolke 7 der heilen Schlagerwelt der Sinn für die Realität, genauer für Anstand und Würde verloren gehen kann, hat jetzt Patrick Lindner bewiesen. Er ließ sich in Berlin  zwischen den Stelen des Holocaust-Denkmals fotografieren und stellte den "Schnappschuss" auf seine Facebook-Seite. Der Shitstorm, der darauf folgte, veranlasste den Sänger zwar dazu, das wirklich blöde und geschmacklose Bild von seiner Facebook-Seite zu entfernen, aber Einsicht zeigte er nicht. Seine Stellungnahme zeigt einen Grad der Borniertheit, die sonst nur an manchen Stammtischen zu finden ist:
"Dass ein Foto, das an dieser Stelle jeden Tag Tausende von Menschen machen, eine derartige Hysterie auslöst, war mir in keinem Augenblick klar. Dass es aber dazu führt, dass Menschen aufs Übelste beschimpfen und persönlich beleidigt werden, das hat mich derart schockiert und mir gezeigt, was in unserem Land los ist."
Dass Peter Eisenmann das 2005 eingeweihte Mahnmal in Berlins Mitte als begehbare Installation zum lebendigen Gedenken an Millionen ermordete Juden  intendiert hat, ermutigt viele Touristen, sich darin fotografieren zu lassen, von den  Graffitis ganz abgesehen, die von der  Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas immer wieder entfernt werden müssen. Solche Hirnlosigkeit sollte freilich ausschließlich im privaten Fotoalbum, aber keineswegs auf der Facebook-Seite einer sogenannten öffentlichen Person zur Schau getragen werden. Patrick Lindner hat bewiesen, dass man zwar schmalzig singend Gefühle duseln  und dennoch erschreckend unsensibel sein kann.

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