Pastrami Baby: Auf den Straßen New Yorks

Von Franz Bernthaler

In den letzten Jahren hat sich die Pastrami in Wien nicht wirklich etablieren können. Der eingesessene Burger-Trend aus den USA konnte auch von dem Klassiker der New Yorker Street Food Szene nicht abgelöst werden. Auch das Angebot an wirklich guten Pastrami hält sich in Grenzen. Umso freudiger haben die Fans des würzigen Rindfleischs das Pastrami Baby erwartet. Seit kurzem hat das Lokal in der Lerchenfelderstraße 51 geöffnet.

Pastrami zählt zur New Yorker Street Food Szene wie der Käsekrainer zu Wien. Das Pastrami Baby hat den Trend nun in die Bundeshauptstadt geholt, aber was ist Pastrami eigentlich? Für all jene, die sich das auch gefragt haben, hier eine kurze Erklärung: Der Sinn hinter Pastrami war, Fleisch länger haltbar zu machen. Zumeist wird das Schulterstück oder die Brust des Rinds verwendet. Das Fleisch wird einige Wochen durch Suren die Flüssigkeit entzogen. Das heißt es wird in eine Salzlake mit verschiedenen Gewürzen eingelegt. Anschließend wird das gesurte Fleisch mit einer Pfefferkruste eingerieben und geräuchert. Dadurch verändert sich der Geschmack und das Fleisch wird rauchig und würzig. Den Geschmack von Pastrami kann man ein bisschen mit dem von Schinken vergleichen.

Die Inhaber des Ladens sind Konstantin Kerschbaum und Werner Novak. Aufgetischt wird von dem Haubenkoch Robert Haider, Barbara Fegerl ist die Geschäftsführerin. Bei einer Messe haben die beiden Inhaber des Lokals den Gastronom Paul Mogg kennengelernt, der ihnen die Pastrami schmackhaft machte. Paul Mogg führt bereits ein Pastrami Restaurant in Berlin und versteht sein Handwerk sehr gut. Schnell waren die beiden Inhaber des Pastrami Baby überzeugt auch ein eigenes Lokal in Wien zu eröffnen. Natürlich auch auf Pastrami spezialisiert. Nun stehe ich hier und möchte mich selbst von dem würzigen Fleisch überzeugen lassen.

Nun aber zum Pastrami Baby. Ganz im New Yorker Street Food Style ist auch das Lokal im 7. Bezirk. An der Selbstbedienungstheke bestellt man seinen Favoriten. Das Sandwich kann man entweder mitnehmen oder sich gleich direkt vor Ort genehmigen. Ich habe mich für die zweite Variante entschieden. Die Speisekarte umfasst Sandwiches, Salate, Suppen und einige Specials. Nachdem ich diese sorgfältig durchgelesen habe entscheide ich mich für das Classic Pastrami NYC Street Style Sandwich, wie man es auf New Yorks Straßen erhält. Ideal für Pastrami-Beginner. Die Fertigstellung des Sandwiches dauert nur wenige Minuten, weil das Fleisch im Lokal selbst nur mehr aufgewärmt, klein geschnitten und ins Sandwich gelegt werden muss. All das passiert direkt vor den Augen der Gäste. Gespannt sehe ich zu, wie meine Sandwiches zubereitet werden. Nun ist es aber soweit. Ein in 250 Gramm dünn geschnittenes, geräuchertes Fleisch zwischen zwei ungetoasteten Toastscheiben. Da kann ich nur eines sagen: Köstlich! Das Fleisch ist würzig und zart. Für die kleine Version bezahlt man 8,90€, für die große saftige 12,90€.

Ein weiterer Klassiker der Pastrami-Szene ist das Pastrami on Rye, serviert mit Kren Sauce, Estragon Senf und Roggen. Das gibt’s ebenfalls für 8,90€. Anschließend probiere ich noch das Reuben Sandwich. Ich muss sagen: zum Dahinschmelzen. Das Sandwich wird mit Remoulade, Weißkraut und geschmolzenen Käse serviert. Die hausgemachte Essiggurke ergänzt den Geschmack hervorragend. Das Zusammenspiel von dem geschmolzenen Käse auf dem würzigen Fleisch bildet eine herrliche Geschmackskomposition. Vor allem Fleischesser kommen auf den Geschmack.

Salate gibt es auch bei Pastrami Baby. Ein klassischer Cole Slaw Salat mit karamellisierten Walnüssen und Schwarzbrotchips oder ein Bulgursalat mit Papadum, Hummus, hausgemachten Essigtomaten werden angeboten. Wer auch beim Salat nicht die Finger von dem würzigen Rindfleisch lassen kann ist mit dem Pastrami-Nudelsalat gut beraten. Wurzelgemüse, eine hausgemachte Essiggurke und Kräuter vervollständigen das Gericht. Die Specials umfassen entweder einen Blue Cheese Dip mit Green Sticks oder Zwiebelmarmelade. Für 7,90€ erhält man eine Käsevariation mit Honigsenf, verschiedenen Chutney und Walnüssen.
Eigentlich ein großes Angebot für ein kleines Imbiss-Lokal.

Fazit:
Auch das Pastrami Baby kann ich ohne schlechte Gewissen weiterempfehlen. Das Fleisch schmeckt gut. Vielleicht wird nicht ein jeder von einem Sandwich satt, dafür sind die Preise etwas hoch. Die Sandwiches schmecken aber herrlich. Das Pastrami Baby ist vor allem für Fleischfans ein neuer Hotspot im 7. Bezirk.

Pastrami Baby

Lerchenfelder Str. 51

1070 Wien

Tel.: 01/5222168

Geöffnet: Montag bis Freitag 10:00 bis 22:00 Uhr