Our Girl: Wechselspiel

Our Girl: WechselspielOur Girl
„Stranger Today“
(Cannibal Hymns)
An das Erbe von Nirvana traut sich ja immer noch keiner so recht ran. Was zum einen daran liegen könnte, dass es bekanntlich kein so gutes Ende nahm mit der Band. Wahrscheinlich liegt es aber eher am übergroßen Schatten des Oevres, das zwar klein, aber mit mächtiger Sprengkraft ausgestattet ist und bei nachfolgenden Generationen somit vielleicht für wackelige Knie und Versagensängste sorgt. Dabei wären die Zeiten günstig. Grunge ist seit längerem wieder en vogue, Anwärter auf die Nachfolge gab und gibt es viele und sind zudem die schlechtesten nicht: Bully, Kagoule, Slothrust, Speedy Ortiz, Yuck, Milk Teeth. Und eben auch Our Girl. Was nicht ohne Komik ist, denn die drei kommen aus dem britischen Brighton und klingen trotzdem so, als seien sie in den Suburbs von Seattle aufgewachsen. Dennoch sind auch Soph Nathan, Josh Tyler und Lauren Wilson vorsichtig mit allzu eindeutigen Querverweisen, lieber betonen sie die vielfältigen Einflüsse der einheimischen Community, die ja in den letzten Jahren viel Zuwachs bekommen hat. Das Debütalbum jedenfalls versammelt den Output der letzten drei Jahre, begonnen mit „Level“, der ältesten Veröffentlichung aus dem Gründungsjahr 2015.

Schon da ist klar erkennbar, wohin die Reise gehen soll – knirschende Gitarren, der Wechsel von ungezügeltem Lärm und einschmeichelnden Melodien, Akustik vs. Stromgitarre, zarte Besinnlichkeit trifft maximale Spannung. Nach diesem Prinzip funktionieren auch die restliche zehn Stücke der Platte, es scheppert und kracht gewaltig vor und nach den selbstverordneten Atempausen, einzig „Heat“ bleibt bei seiner zärtlichen und intimen Reduziertheit. Besonders schön gelungen ist der Wechsel von leise auf laut und zurück beim Titelstück und dem darauf folgenden Frühwerk „Beeing Around“, wo den J-Mascis-Gedächtnis-Riffs noch ein paar feine Shoegazing-Effekte hinzufügt werden. Co-produziert hat „Stranger Today“ im Übrigen Bill Ryder-Jones, Gründungsmitglied der Indierocker The Coral – nach seinen Arbeiten mit The Wytches, dem Hooton Tennis Club und By The Sea ist ihm mit Our Girl tatsächlich ein kleines Meisterwerk gelungen. So gut ist es geworden, dass letztendlich vollkommen egal ist, an wen es einen denn nun erinnert. https://weareourgirl.bandcamp.com/


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