Osteochondrose intervertebralis

by Roland Späht | 05.06.2018

Verschlissene Bandscheiben

Osteochondrose intervertebralis ist eine Verschleißerkrankung der Bandscheiben. Am häufigsten tritt sie im Lendenwirbelbereich auf, weil dort die Belastung am größten ist. Dies ist im Alter, ab 45 Jahren, eine keineswegs ungewöhliche Erscheinung. Jedoch fällt sie je nach Lebensstil unterschiedlich stark aus. Vor allem wenig Bewegung und einseitige Belastungen der Wirbelsäule fördern das Abflachen der Bandscheiben. Die eigentliche Erkrankung entsteht erst, wenn Folgeerscheinungen auftreten, wie die Ausbildung von Knochenspangen und eine Abnutzung der Facettengelenke.

Was erfährst du in diesem Artikel?

1. Zuerst lesen!

Wie ist dieser Artikel zu lesen? Du hast von Osteochondrose schon mal gehört und möchtest Dir einen kurzen Überblick über die Erkrankungen verschaffen? Du hast bereits Rückenbeschwerden und versuchst dich über mögliche Ursachen aufzuschlauen?
    Lese dir als erstes die durch, wenn sie teilweise oder gänzlich auf die zutreffen ist es sinnvoll den kompletten Artikel zu lesen.
Du leidest bereits an Osteochondrose und bist auf der Suche nach Behandlungsmöglichkeiten die Dir eine Linderung verschaffen?

Wir möchten Dich an dieser Stelle über Ursachen, Symptome, Diagnosemöglichkeiten und therapeutische Maßnahmen bei Osteochondroseinformieren. Darüber hinaus werden alternative Behandlungsmethoden beschrieben, die dir eine Linderung verschaffen sollen.

2. Was ist Osteochondrose?

Osteochondrosisintervertebralis ist eine degenerative Erkrankungen der Bandscheiben und tritt am häufigsten im Lendenwirbelbereich auf, weil dort die Belastungen am höchsten sind. Eine zweite Variante ist die Osteochondrosis dissecans was zu einer Zersetzung der Knochen führt. Eine Häufung der Erkrankung tritt ab dem 45. Lebensjahr auf und ist somit altersbedingt. Dies schließt jedoch nicht aus, dass auch bereits in jungen Jahren eine Osteochondrose auftreten kann.

Bandscheiben werden nicht durchblutet, die Versorgung mit Nährstoffen erfolgt durch Entlastung (z. B. beim schlafen) wo sie Gewebeflüssigkeit aufnehmen welche sie bei Belastung wieder abgeben. Tritt nun eine längere einseitige Belastung wie beim ständigen sitzen oder stehen auf, werden diese unterversorgt, da nicht mehr genügend Gewebeflüssigkeit aufgenommen werden kann.

Durch eine langfristig schlechte Unterversorgung flacht die Bandscheibe ab und verschleißt. Zusätzlich wird durch mangelhafte Bewegung oder Übergewicht dieser Prozess beschleunigt. Diese Phase der Erkrankung wird als Chondrose bezeichnet.

Durch die verschlissene Bandscheiben verringert sich der Abstand zwischen den Wirbelkörpern und der Druck auf die Facettengelenke wird erhöht, die dadurch ebenfalls verschleißen. Um diesen Prozess aufzuhalten und eine Stabilisierung der Wirbelsäule zu erreichen bildet der Körper Knochensubstanz aus.

Zu Beginn ist dies eine Art Kalksaum an den Deck- und Grundplatten der Wirbelkörper und wird dann als Osteochondrose bezeichnet. Schreitet die Erkrankung fort bilden sich sogenannte Spondylophyten. Dieser Zustand wird Spondylosis derfomas genannt.

Drei Stadien einer Osteochondrose

Eine Osteochondrose wird nach Michael T. Modie in drei Stadien unterteilt. Im ersten Stadium kommt es zur Bildung eines Knochenmarködems (vermehrte Ansammlung von Flüssigkeit im Knochen), man nennt es auch Ödemstadium oder aktivierte Phase. Ödeme entstehen meist durch Prellungen oder Überlastungen und sind ein Schutzmechanismus des Körpers.

Bei einer angehenden Osteochondrose wird durch Verschleiß der Bandscheiben ein Entzündungsprozess in Gang gesetzt. Als Reaktion darauf wird durch Entzündungsenzyme Wasser aus den umliegenden Gewebe freigesetzt und sammelt sich an der betroffenen Stelle. Dies verursacht Druck und somit Schmerzen. Die Phase dauert ca. 6 - 12 Monate.

Im zweiten Stadium wandelt der Körper Knochenmark in Fettgewebe um und die ersten Osteophyten entstehen um eine Stabilisierung der angegriffenen Knochen zu erreichen. Dieses Stadium wird auch als fettige Knochenmarkdegeneration bezeichnet.

Im dritten Stadium der Erkrankung kommt es zu Verhärtungen des Knochens (Sklerose). Es bilden sich sogenannten Spondylophyten. Durch den schon länger anhaltenden Druck, aufgrund der abgeflachten Bandscheiben, auf die Facettengelenkekommt es zum Verschleiß (Spondylarthrose). Ebenso ist der Beginn einer Spinalkanalstenose möglich.

Facettensyndrom: Spinalkanalstenose:

Osteochondrose ist ein schleichender Prozess und wird oftmals zufällig entdeckt, weil die Erkrankung lange Zeit symptomlos bleibt.

Die Hauptursache einer Osteochondrosis intervertebralisist eine Überlastung des Rückens. Die Bandscheiben flachen ab und es entsteht Druck auf die Deck- und Grundplatten der Wirbelkörper. Die Reaktion des Körpers darauf ist mit Wachstum von Knorpelgewebe welches bei Bewegung aufeinander Reibung erzeugt und Schmerzen verursacht.

Ein Bandscheibenvorfall verringert den Abstand zwischen den Wirbelkörpern und begünstigt eine Osteochondrose. Eine Spondylitis, die eine Entzündung der Bandscheiben mit sich bringt kann ebenso wie Morbus Scheuermann Gründe sein.

Zudem sind viele Risikofaktoren vorhanden, die eine Osteochondrose begünstigen. Eine dauerhafte einseitige Belastung beim sitzen, stehen oder durch eine . Negativ wirkt sich dauerhaftes schweres Heben und Tragen aus. Bewegungsmangel, eine schwache Rückenmuskulatur oder auch genetische Veranlagungen sind problematisch.

Zusätzliche Risikofaktoren sind:

Zu Beginn der Diagnose steht die Erfassung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) des Patienten. In Abhängigkeit der genannten Beschwerden folgt eine körperliche Untersuchung.

Der Arzt wird in erster Linie die Beweglichkeit der Wirbelsäule und die damit auftretenden Schmerzen testen. Dazu beugt sich der Patient nach vorne (Flexion) und nach hinten (Extension). Ebenso ist die Beweglichkeit zur Seite und die Drehbarkeit zu überprüfen. Dabei erkennt er auch eine evtl. Wirbelsäulenverkrümmung.

Ebenso tastet der Untersuchende den Rücken nach Muskelverhärtungen ab und testet die Reflexe der Arme und Beine um neurologische Probleme zu auszuschließen.

In der Regel folgen weitere Untersuchungen durch bildgebende Verfahren. Anhand dieser sind abgeflachte Bandscheiben, Knochensporne, Fehlstellungen und andere Veränderungen der Wirbelsäule leicht erkennbar. Ein oder liefert sehr detaillierte Aufnahmen, die bereits sehr früh Schädigungen erkennbar machen. Bei beiden Verfahren kann sogar den Zustand der Bänder, Sehnen und Nervenkompressionen überprüft werden und macht bei neurologischen Ausfallerscheinungen Sinn.

Bei Verdacht auf eine Spinalkanalstenose kann eine Myelografie Aufschluss geben. Sie gleicht einer normalen Röntgenuntersuchung jedoch wird dabei Kontrastmittel in den Wirbelkanal gespritzt. Auf den Aufnahme erscheint das Mittel heller und somit kann eine Unterbrechung oder Verengung der Nerven erkannt werden.

Um eine erfolgreiche Therapie einzuleiten ist es wichtig frühzeitig bei häufig auftretenden (2 - 3 mal pro Woche) Rückenschmerzen ein Arzt zu konsultieren. Eine Osteochondrose kann mit den heutigen zur Verfügung stehenden Mitteln früh diagnostiziert und somit ein operativer Eingriff umgangen werden.

Die Art der Therapie ist abhängig von den Symptomen und der schwere der Erkrankung. Ausschlaggebend hierbei die Ausprägung der Verknöcherungen. Idealerweise verfolgt der Arzt einen multimodalen Therapieansatz der verschiedene Maßnahmen beinhaltet. Eine Schmerztherapie steht dabei im Vordergrund.

Medikamente

  • Gabe von Schmerzmitteln,
  • entzündungshemmenden Arzneien und
  • muskelentspannenden Medikamenten (Muskelrelaxantien)

Zu Beginn ist die

hilfreich. Oftmals ist injizieren (spritzen) der Wirkstoffe die verträglichere Variante.

Physiotherapie

Bei der Physiotherapie kommen verschiedenste Maßnahmen in Frage die in Kombination eine Schmerzen lindern und die Wirbelsäule stützen. Dazu gehören:

Orthese (Korsett)

Das Tragen eines Korsetts oder Bandagen kann unterstützend während der Therapie getragen werden. Auf der einen Seite trägt sie zu Beginn der Behandlung zur Schmerzlinderung bei andererseits kann sie zum Therapieerfolg beitragen.

Operation

  • einsetzen von Bandscheibenprothesen aus Kunststoff oder Metall
  • Erweiterung des Austrittskanals der Spinalnerven um diese zu entlasten (Foraminotomie)
  • Aufweiten des Wirbelkanals (Intralaminäre Dekompression)
  • Wirbelkörperverblockung (Spondylodese)

Als letzte Option steht ein operativer Eingriff zur Verfügung. Dies ist zu empfehlen falls konservative Therapien über einen längeren Zeitraum keine Schmerzlinderung herbeiführen und die Schmerzen unerträglich sind. Dieser sollte wohl überlegt sein und intensiv mit dem zu behandelnden Arzt besprochen werden. Folgende Möglichkeiten stehen zur Verfügung:

Alternative Behandlungsmethoden

Neben der klassischen Schulmedizin schwören mittlerweile immer mehr Menschen auf alternative Behandlungsmethoden. Die Naturheilkunde bietet speziell bei Osteochondrose viele Möglichkeiten um eine Linderung herbeizuführen. Vor allem in der modernen Schmerztherapie werden auch immer natürliche Heilmittel eingesetzt.

Schüssler Salze und die noch wirksameren Schüssler-Mischungen unterstützen den Heilungsprozess. Bei Osteochondrose kommen speziell die Schüssler-Salze Nr. 1, 2, 8 und 11 zum Einsatz. Für eine Entsäuerung der Bandscheiben ist die Einnahme die Schüssler-Mischung aus Nr. 9, 16, 23 hilfreich.

Vorbeugende Maßnahmen

Die wichtigste vorbeugende Maßnahme ist Bewegung, sie stärkt die Muskulatur und fördert ein gesundes Skelettsystem.

Ernährung

Die Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil zur Vorbeugung kann aber auch bereits eine vorhandenen Osteochondrose hilfreich sein um zu gesunden. Dazu gehört auch mindestens 1,5 Liter am Tag Flüssigkeit am besten in Form von Wasser oder ungesüßten Tees zu sich zu nehemn.

Vitamin D und Kalzium

Neben Bewegung, die die wichtigste Prophylaxe darstellt sind die Aufnahme von Vitamin D und Kalzium um die Knochenstrukturen zu stärken. Vitamin D3 steigert die Aufnahme von Kalzium im Darm und reduziert die Ausscheidung über die Nieren. Zusätzlich ist es notwendig, damit Kalzium in den Knochen eingebaut werden kann.

Daher ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit aktiviertem Vitamin D3, oft kombiniert mit Kalzium, eine gute Option. Allerdings ist Vorsicht anzuraten, da es sich bei Vitamin D um ein fettlösliches Vitamin handelt, das im Körper gespeichert werden kann - im Gegensatz zu wasserlöslichen Vitaminen, die einfach ausgeschieden werden, wenn sie im Überfluss vorhanden sind. Die Dosis sollte darum mit dem behandelnden Arzt vorher besprochen werden.

Um den Kalziumhaushalt zu verbessern kann ebenfalls auf das Schüssler-Salz Nr. 2 zurückgegriffen werden.

Zusätzliche Vitamine

Vitamin K unterstützt die Eiweißbildung für den Knorpelaufbau. Es ist in Lebensmitteln wie

enthalten.

Vitamin C, die sogenannte Ascorbinsäure ist ebenfalls wichtig für die Bildung von Knochen- und Bindegewebe. Es ist vor allem in frischem Obst und Gemüse enthalten. Die besten Vitamin C-Spender sind

Spurenelemente

Die Aufnahme gewisser Spurenelemente wie Zink, Chrom und Selen sind wichtig für Stoffwechselvorgänge im Körper. Zink ist in Kürbiskernen, Haferflocken, Paranüssen und Erdnüssen enthalten. Jeweils eine Handvoll davon deckt den Tagesbedarf von 10 - 15 mg.

Weizen, Roggen und Mais sind reich an Chrom. Bereits 200g Weizenvollkornbrot sind für den täglichen Bedarf von um die 100 µg ausreichend. Um beispielsweise 50 Mikrogramm Selen pro Tag (Erwachsener) aufzunehmen, müsste man 200 g Fisch, 350 g Fleisch oder 200 g Eier zu sich zu nehmen.

Auf was sollte man verzichten?

Im Allgemeinen sollte man auf Alkohol, Bohnenkaffee, Zucker und gesättigte Fettsäuren (Schweinefleisch) verzichten, weil diese schlecht für die Knochen sind. Vor allem bei Alkohol ist dies bereits nachgewiesen.

Zum einen erhöht Alkohol die Ausscheidung von Kalzium mit dem Urin und bremst zum anderen zusätzlich die Aufnahme von Kalzium im Magen-Darm-Trakt. Dieses Mineral ist für einen stabilen Knochen unverzichtbar, sodass ein Mangel die Festigkeit und Dichte des Knochens beeinträchtigt.

Darüber hinaus schädigt Alkohol die Leber, wodurch der Vitamin-D-Stoffwechsel beeinflusst wird. Vitamin D wird unter anderem dafür benötigt, dass Kalzium in den Knochen eingebaut wird. Als vierten Schädigungsmechanismus hemmt Alkohol direkt die Osteoblasten, die den Knochen aufbauen.

Haltung

Richtig sitzen ist schon die halbe Miete, versuche aufrecht zu sitzen und die natürliche Lordose (Wirbelsäulenkrümmung) im unteren Rücken beizubehalten. Dies ist nicht immer ganz leicht, vor allem wenn man beruflich viel Zeit am Tisch verbringt und sich ständig darauf konzentrieren muss.

Lordosenstützen oder Keilkissen bieten den nötigen "Rückhalt" um eine natürliche Sitzhaltung auch dauerhaft beizubehalten. Dies entstresst die Muskulatur und vermeidet eine Überbeanspruchung.

Ebenso gehört das richtige Heben von schweren Gegenständen zu einem wichtigen Verhalten um den unteren Rücken zu schonen. Langfristig führt das vor allem bei körperlich anstrengenden Berufen zu einem überbeanspruchten Bandappart und Muskulatur.

  • Das Gewicht vor dem anheben prüfen
  • Halten sie die Last so nahe wie möglich am Körper
  • Heben sie die Last mit einem geradem Rücken und aus der breitbeinigen Hocke vom Boden
  • Immer den ganzen Körper mit der Last drehen und niemals den Oberkörper

Hierbei gelten folgende Grundsätze:

Bewegung und Sport

Allerdings ist auch die beste Haltung über Stunden hinweg nicht ausreichend, ändere gelegentlich die Sitzhaltung, versuche wenn möglich auch im stehen zu arbeiten und etwas zu gehen. Eine Faustregel (50/25/25) besagt 50% der Zeit sitzen, 25% stehen, 25% gehen.

Um die Muskulatur generell vor einer Überbeanspruchung zu schützen ist Sport sehr wichtig. Er stärkt die Muskeln was dazu führt, dass diese erst gar nicht erst überbeansprucht werden bzw. es länger dauert. Eine zusätzliche Maßnahme ist die Dehnung der Beckenmuskulatur, denn durch das heutzutage viele Sitzen verkürzt sich diese was zwei Aspekte mit sich bringt.

Speziell der verkürzte Hüftbeuger zieht beim stehen nach vorne und die untere Rückenmuskulatur muss dann dagegen halten und mehr Kraft aufwenden, d. h. der Anspannungsgrad wird erhöht und die Belastung steigt.

Entspannung

Wer einen stressigen Alltag hat und dafür keinen Ausgleich findet belastet seine Muskulatur stärker. Den Stress und Ängste führt zu einer Ausschüttung von Hormonen, die die Muskeln unbewusst anspannen. Dauerhaft führt dies ebenfalls zu einer Überbeanspruchung.

Maßnahmen wie eine Wärmetherapie, Akupressur, progressive Muskelentspannung, Massagen etc. tragen wesentlich zu einer Entspannung der Muskeln und des Geistes bei.

7. Zusammenfassung

Osteochondrosis intervertebralis ist eine degenerative Erkrankungen der Bandscheiben die meist im Alter auftritt und dann am häufigsten im Lendenwirbelbereich, weil dort die Belastungen am höchsten sind. Dabei flachen die Bandscheiben ab und

Die Symptome reichen von Rückenschmerzen bis hin zu neurologischen Ausfallerscheinungen. Diagnostiziert werden kann die Osteochrondrose sehr gut über bildgebende Verfahren, wobei das Röntgenbild hier das Mittel der Wahl ist.

  • der Gabe von Schmerzmitteln über
  • Physiotherapie hin zu
  • Chirurgischen Eingriffen.

Die Therapiemöglichkeiten reichen von

Darüber hinaus können alternative Behandlungsmöglichkeiten wie

die Heilung fördern.

Vorbeugend ist im allgemeinen Bewegung sehr wichtig. Sie stärkt Muskulatur und hilft somit eine Überlastung der Wirbelsäule zu vermeiden. Die und sind ebenfalls bedeutende Faktoren.


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