Oskar Panizza – "Die Menschenfabrik"

Die Geschichte ist folgende: ich bekomme durch Zufall einen Sampler mit Proben von Hörbüchern und Hörspielen in die Hand, auf der sich ein Titel verbirgt, den ich unglaublich toll finde. Ein Kumpel von mir mag Hörspiele und zum Geburtstag schenke ich ihm das Hörspiel, was ich als Ausschnitt hörte. Anschließend sagt er: „ja, wirklich gut produziert. Es ist aber irgendwie doch etwas zu avantgardistisch. Betont avantgardistisch, leider.“

Dem muss ich – leider – zustimmen, und ich glaube jetzt schon, dass kaum einer, eher wahrscheinlich gar keiner sich Oskar Panizzas „Die Menschenfabrik“ zulegen wird. Dennoch will ich hier dafür werben.Oskar Panizza – Die Menschenfabrik

Der Plot ist schnell erzählt: In der Kurzgeschichte von Panizza zieht ein Wanderer durch das Land und klopft spät abends an ein Haus. Dieses Haus wird als „Die Menschenfabrik“ vorgestellt. Die Nacht verbringt der Wanderer damit, die Räumlichkeiten und einzelnen Fertigungshallen sich anzusehen. Philosophische Diskussionen über „wo beginnt menschliches Leben“ sind vorprogrammiert. Hier die einzige Hörprobe, die ich finden konnte – und leider in grausig schlechter Qualität.

Mir hat das Hörspiel gefallen, da es eine Groteske in noch groteskerer Darstellung ist. Man beachte die pompöse, untermalende Musik; die wunderbar alten Textzeilen in modernem Vortrag und auch die Schnitt- und Geräuschtechnik. Mein Freund nennt das etwas abwertend „betont avantgardistisch“. Egal. Ich find’s trotzdem gut.

Man beachte beim Kauf, dass ich das Hörspiel aus dem Jahr 2002 vom Der Audio Verlag meine. Und nicht die Lesung aus dem Jahr 2009. Wer den Text übrigens einfach nur lesen möchte, kann den sich beim Projekt Gutenberg kostenlos ansehen.


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