Organisierte Abnormität

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Der Fall Edathy zeigt deutlich, wie schwer sich die Strafverfolgung mit pädophilen Straftaten tut. Egal wohin man blickt, es gibt nur Opfer und Beschädigte. Ermittlungen waren dilettantisch und fragwürdig, der Ruf einiger Politiker ist zerstört und der Polizei wird Geheimnisverrat vorgeworfen. Es ist bedenklich, wie leicht es die Pädophilen teilweise haben.

Oft beginnen die grausamen Filme in Ländern wie Rumänien, Tschechien oder der Ukraine. Pädophile bieten Sportarten für Kinder an und die Eltern freuen sich, dass die Kinder ein wenig Beschäftigung in grauen Alltag finden. Welche Pläne die oft westdeutschen Männer wirklich haben, ist oft nicht zu erahnen. Familien vertrauen den engagierten Menschen, stattdessen werden die Kleinen halbnackt gefilmt und auch in bestimmte Situationen gedrängt. Anschließend landen diese Filme via Mail bei amerikanischen oder kanadischen Firmen. Die Firma Azov-Films aus Kanada vertreibt mittlerweile etwa 600 FKK Filme, davon gelten ungefähr 160 als kinderpornografisch. Auf diesem Spielplatz der Abnormen tummelte sich auch Sebastian Edathy.

Wie krank viele Fantasien der Pädophilen sind, zeigt sich deutlich bei der Vermarktung der Videos. Wenn die Kinder miteinander ringen, finden sich Titel wie Boys Fight oder FKK Water Guns. Werbewirksam ist oft zu lesen: “Lassen Sie sich nicht täuschen, hinter diesem unschuldigen Blick steckt ein schelmischer Knabe.” Für normale Menschen sind diese Aussagen schwer zu ertragen. Die Opfer sind aber die Kinder, die in vielen Fällen mit Eis und Pizza gefügig gemacht werden. Diese Täter – und ein anderer Begriff ist für die Szene nicht zu finden – gehören hinter Schloß und Riegel. Da die Schwelle zwischen dem Filmen als Straftat schwer einzustufen ist, verlieren die Ermittler jedoch oft das richtige Maß.

Natürlich ist jetzt nach dem Fall Edathy wieder eine Diskussion über die Verschärfung des Strafrechts laut geworden. Hier aber müssen wir vorsichtig sein, sonst erreichen wir einen Punkt, an dem die bloße Betrachtung an sich harmloser Kinderbilder strafbar ist. Damit ist niemandem geholfen. Hier muss auf das Recht am eigenen Bild geachtet werden, dann haben Eltern es in der Hand, auf diese Bilder zu achten. Wir haben gute Gesetze, es ist einfach nur wichtig, diese entsprechend umzusetzen, auch im Fall Edathy.

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Joern Petersen Joern Petersen

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