Online-Musikanbieter profitieren von EU-Richtlinie

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Abbildung 1: Neue EU-Regelung ermöglicht einfachere Lizenzvergabe

In Straßburg einigte sich das EU-Parlament am 4. Februar 2014 auf eine neue Richtlinie für den Umgang mit Lizenzen für Musiktitel. Der Name der Richtlinie lautet „Richtlinie über die kollektive Wahrnehmung von Urheber- und verw andten Schutzrechten und die Vergabe von Mehrgebietslizenzen für die Online-Nutzung von Rechten an Musikwerken im Binnenmarkt“. Damit soll es für Online-Anbieter einfacher werden, ab 2016 europaweite Lizenzen für Songs zu erstehen. Musikanbieter aus dem Internet wie Simfy oder Spotify müssen danach in Zukunft nicht länger mit einzelnen EU-Ländern über Musiktitel und ihre Lizenzen verhandeln.

Mehr Transparenz bei den Verwertungsgesellschaften

Ziel ist es, dass es vor allem für neue digitale Musikanbieter schneller und einfacher möglich sein soll, Online-Rechte überall in Europa zu erhalten. Für die Verwertungsgesellschaften, also jene, die sich um die sekundären Verwertungsrechte kümmern wie zum Beispiel in Deutschland die GEMA, soll es strengere Regeln geben, um insbesondere mehr Transparenz zu erhalten. So sollen vor allem die Rechte der Urheber gegenüber den Verwertungsgesellschaften gestärkt werden. Allerdings wird es keine „EU-Lizenz“ geben, sondern das EU-Parlament erhofft sich sogenannte Mehrgebietslizenzen, welche von den Verwertungsgesellschaften vergeben werden. Dabei müssen diese EU-Standards erfüllen, ansonsten werden diese Mehrgebietslizenzen nicht vergeben werden dürfen.

Der Musikmarkt insbesondere im Netz wächst

Der Musikmarkt kann laut dem Bundesverband Musikindustrie nach 15 Jahren wieder ein leichtes Plus vorweisen. Grund dafür ist nicht zuletzt der Online-Musikmarkt. Der digitale Markt wächst rasant durch Streamen oder Downloaden von Musiktiteln aus dem Internet. Mit einem Wachstum von zwölf Prozent kann der Digitalmarkt ein erhebliches Plus verzeichnen. Die Musikindustrie hat mit dieser Entwicklung allerdings gerechnet. Bereits 2012 konnten sich besonders Anbieter im Internet über positive Entwicklungen freuen. Laut Europäischem Parlament sollen 2012 über 390 Millionen Musiktitel verkauft worden sein. Mit der zunehmenden Nutzung von Smartphones und der wachsenden Zahl an Online-Anbietern für das Streamen und Downloaden von Musiktiteln lässt sich vermuten, dass der digitale Markt auch weiterhin wachsen wird. In Deutschland werden allerdings immer noch zweidrittel des Erlöses vom CD-Verkauf erbracht.

Musik-Apps und eine Auswahl an aktuellen Anbietern im Überblick

Im Folgenden werden einige Anbieter vorgestellt, die auf dem deutschen digitalen Musikmarkt bereits entscheidende Umsätze verzeichnen und insbesondere für das Musikhören auf den mobilen Endgeräten relevant sind:

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Abbildung 2: Musik-Apps gewinnen zunehmend an Bedeutung
  • Spotify: Spotify ist ein Musik-Streaming-Dienst, der eine Vielzahl an Musiksongs von Plattenlabels wie EMI, Sony oder Universal anbietet. In Stockholm ist der Hauptsitz der Spotify AB, die im Jahr 2008 ihren Onlinedienst startete. In vielen Ländern verfügbar, machte das Unternehmen u.a. mit der Heavy Metal-Band Metallica Schlagzeilen, mit der sie einen Exklusivvertrag 2012 abschloss. Die Spotify-App kann kostenlos aufs Smartphone geladen werden und der Nutzer verfügt über die Möglichkeit, verschiedenste Songs zu streamen, sich Playlisten zu erstellen. Premiumnutzer können zudem die Qualität des Klangs ändern.
  • Simfy: Der Online-Musikdienst kann ebenso als App für Android-Geräte runtergeladen werden. Es gehört mittlerweile zu den älteren Diensten mit dem in Berlin gegründeten Unternehmen simfy AG im Jahr 2007. Auch hier besteht die Möglichkeit eines kostenlosen Zugangs, wobei ein Freenutzer lediglich Liedausschnitte von 30 Sekunden hören kann. Als Premiumnutzer hat man Zugriff auf mehr Songs und kann alle Musiktitel uneingeschränkt hören. Auch hier sind alle großen Plattenlabels wie Sony oder EMI vertreten. Mit 192 kbit/s können die Audio-Streams abgerufen werden. Der Anbieter bietet mehr als 20 Millionen Musiktitel zum Streamen an.
  • Ampya: Am 10. Juni 2013 gestartet, ist Ampya einer der neueren Streaming-Dienste, der aber bereits von techfacts.de verglichen wurde. Der Sitz der Firma Magic Internet Musik GmbH befindet sich in Berlin. Auch hier wird das Basisprodukt kostenfrei angeboten und das Vollprodukt ist hingegen kostenpflichtig. Die App kann mit einem Premium-Plus-Paket ohne Probleme abgespielt werden. Das Unternehmen ist mit seinem Dienst bereits zahlreiche Kooperationen eingegangen zum Beispiel mit Künstler Xavier Naidoo oder Lady Gaga oder mit dem Unternehmen Vodafone.

Insofern die neue EU-Regelung wie gedacht umgesetzt werden kann, öffnet sich der Markt für weitere Online-Musikanbieter. So ist beispielsweise Beats Music als neuer Streaming-Dienst in den USA am 21. Januar an den Start gegangen und gilt bereits jetzt als starker Konkurrent zu Spotify. Beats Music stammt vom Unternehmen Beats by Dre, welches bisher mit hochwertigen Kopfhörern bekannt geworden ist. Weiterhin bleibt abzuwarten, wie sich die die Musiknutzung im digitalen Umfeld entwickelt. Bleiben die positiven Wachstumsraten weiter bestehen, werden weitere Streaming-Dienste im Netz um die Gunst der User buhlen.

Bildquellen:
Flickr.com © Sascha Kohlmann (CC 2.0)
Pixabay.com © PublicDomainPictures (CC0 1.0)


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