Once Upon a Time in Hollywood

Erstellt am 16. August 2019 von Philipp

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Szenenbild © 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH/Photo by Andrew Cooper

Worum geht's?

Hollywood, 1969. Filmstar Rick Dalton hat seine größten Erfolge hinter sich und sieht einer beruflich ungewissen Zukunft entgegen, genau wie sein Stuntdouble und bester Freund Cliff Booth. Ricks neuer Nachbar ist kein geringerer als der angesagte Regisseur Roman Polanski, mit seiner Frau Sharon Tate. Die Traumfabrik befindet sich im Wandel.

Wie ist der Film?

„Once Upon a Time in Hollywood" ist der neunte Film von Quentin Tarantino - sofern man „ Kill Bill: Volume 1" und „ Volume 2 " als ein Werk zählt - und nach Nummer Zehn soll Schluss sein, wie der Regisseur und Autor mehrfach ankündigte. Dabei hätte er schon jetzt einen adäquaten Schlusspunkt für seine Regiekarriere, denn „Once Upon a Time in Hollywood" ist Tarantinos ultimative Liebeserklärung an das Kino, die sich mit einer eigenen, versöhnlichen Bearbeitung der Wahrheit verbeugt.

Auch inhaltlich geht es um Schlusspunkte. Die Geschichte spielt am Ende der alten Hollywood-Ära, bevor neue Künstler wie Martin Scorsese oder Steven Spielberg das Kino revolutionierten, und ein Protagonist bangt um das Ende seiner Karriere. Tarantino vermischt historische mit rein fiktiven Charakteren und schreibt die wahre Geschichte kurzerhand um, wie schon in „ Inglourious Basterds ". Dadurch sorgt das Drehbuch auch für Kontroverse, aber genau jenes Ausreizen der Kunstfreiheit macht den Filmemacher so spannend. Nicht zu vergessen suggeriert schon der Filmtitel, dass der weise Onkel ein persönliches Märchen erzählt, ohne Anspruch auf Richtigkeit.

Während der stattlichen Laufzeit wird zumindest etwas mehr Abwechslung geboten als in Tarantinos Vorgängern „ Django Unchained" und „ The Hateful 8 ". Die Handlung ist verhältnismäßig flott erzählt, tritt zwischenzeitlich aber immer wieder auf die Bremse, um neue Spannung zu erzeugen. In diesen Pausen frönt Tarantino seinen berühmten Dialogen, stellenweise länger als es dem Gesamtkonzept guttut. Auch Gewalt ist wieder ein Thema, und die brutalen Spitzen wirken hier einerseits etwas erzwungen, bereiten in ihrer Absurdität aber auch einen Riesenspaß.

Erstmals arbeitet Tarantino unter anderem mit Shootingstar Margot Robbie („ The Wolf of Wall Street ") sowie Schauspiellegende Al Pacino („Scarface"), jedoch bleiben deren Auftritte unspektakulär. Schauspielerisch macht Leonardo DiCaprio niemand etwas vor. Und dann ist da noch Brad Pitt: Seine Rolle ist mimisch eher zurückhaltend angelegt, doch ihm gehören die meisten herausragenden Momente des Films. Generell erweist sich der von Pitt gespielte Stuntman Cliff Booth als eine der coolsten und sympathischsten Figuren, die Tarantino je erfunden hat.

„Once Upon a Time in Hollywood" vereint alle typischen Tarantino-Stilmittel mit unterschiedlicher Effektivität - zum Beispiel gelingt diesmal kein wirklich nachhaltiger Soundtrack-Moment, obwohl hinreichend Songs ertönen; dafür bleibt Tarantinos Gespür für (schwarzen) Humor meisterhaft. Die nostalgisch gefärbte Hollywood-Hommage kommt nicht ohne Längen aus, bietet allerdings auch einige raffinierte Spannungsepisoden. „Once Upon a Time in Hollywood" ist vielleicht nicht der relevanteste, aber der unterhaltsamste Tarantino-Streifen seit „Inglourious Basterds".

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