Öko-Nähstudio / DIY: Bio-Stofftiere und Puppen selber nähen

Von Verrueckteshuhn @TADRA_C

Stofftiere und Puppen werden – besonders von Babys – gern ausführlich in den Mund genommen und müssen womöglich gar als Schnuller-Ersatz herhalten. Da sollte man sich zweimal überlegen, ob man ein Bio-Produkt kauft oder ein höchstwahrscheinlich mit einigen Rest-Chemikalien belastetes konventionelles. – Oder man näht sich sein Stofftier einfach selbst!

Guter Stoff!

Bio-Stoff und Nähgarn dafür ist schnell gekauft (hier findet ihre unsere aktuellen Empfehlungen für den Online-Einkauf von Bio-Stoffen und Bio- bzw. Recycling-Nähgarn). Alternativ kann man auch den Stoff von hundert mal gewaschenen, ausrangierten Klamotten nehmen, die dann gleich eine sinnvolle Verwendung finden. Verwendet man festen Stoff, erfordert das Wenden und Füllen etwas mehr Feingefühl, als bei dehnbaren Stoffen.

Muster oder Free-Style?

Mein Test-Kuscheltier ist ein selbst entworfener Fuchs geworden.

Online und in Nähzeitungen findet ihr viele (manchmal kostenpflichtige, manchmal gratis) Schnittmuster für Stofftiere und Puppen – und so lange hier eure Werke nicht verkaufen wollt, ist es auch kein Problem darauf zurückzugreifen. Eine tolle Sammlung mit Schnittmustern und Anleitungen für Puppen findet ihr hier, für Stofftiere hier und für Teddybären hier.

DIY – komplett!

Es ist aber auch gar kein Problem, sich einfach selbst ein lustiges Püppchen zu entwerfen. Dabei sollte man nur darauf achten, dass Arme und Beine nicht zu dünn aufgemalt werden, denn schließlich muss das Ganze noch gewendet und gefüllt werden. Ich hab mich entschieden, ein kleines Fantasie-Füchschen selbst zu entwerfen (wobei mir hier die “Schnauze” auch etwas schmal geraten ist). Es besteht aus einem Mix aus Bio-Stoff und alten Stoffresten und ist in jedem Fall ein ganz persönliches und individuelles Geschenk für meinen Neffen geworden.

Die Füllung macht’s

Als Füllung kommen z.B. Bio-Kapokfasern in Frage.

Für die Bio-Füllung gibt es verschiedene Möglichkeiten: Ich habe mich für Bio-Kapokfasern entschieden, die ich bei Biostoffe.at gekauft habe. Die Fasern des in den Tropen heimischen Kapokbaumes sind genauso weich wie Watte und von der Konsistenz her ähnlich. Natürlich haben sie den Nachteil, dass sie nun wirklich nicht als “heimische Produkte” gezählt werden können und importiert werden müssen. Alternativen sind z.B. Lavendelblüten aus Frankreich (duften dazu noch gut, aber der Teddybär knistert vielleicht ein wenig und ist nicht ganz so weich), Hirseschalen und Dinkelspelzen. Die habe ich noch nicht getestet, kann mir aber vorstellen, dass sie sich außer für Kissen auch prima für Kuscheltiere eignen. Von den aufgezählten und bei Biostoffe erhältlichen Füllmaterialien sind nur die Kapokfasern bei max. 30 Grad waschbar. Alle anderen Stofftiere sollte man besser im Gefrierfach desinfizieren.

Zum Schluss: Das Nähen

Und fertig ist der merkwürdige Fuchs!

Nach dem (inkl. Nahtzugabe) zuschneiden des Musters, sollte man zuerst eventuell notwendige Teile des Gesichts (wie z.B. Augen, Mund, …) annähen. Knöpfe würde ich nur verwenden, wenn das Stofftier für größere Kinder gedacht ist. Babys lutschen Knöpfe und Schleifen womöglich ab und verschlucken sie. Danach muss man nur noch den Rest mit der linken (der Innenseite) nach außen zusammennähen und dabei rund 5 cm offen lassen. Dann wenden und füllen, zunähen und fertig ist das Kuscheltier. Meinen Neffen hat’s gefreut und das erste, was er damit machte, war die Fuchs-Nase in den Mund zu nehmen und so richtig durchzukauen.