"Nymphomaniac 2" [DK, D, F, B, GB 2013]

[...] Wo "Nymphomaniac  1" Vollmilchschokolade und Eierlikör war, ist "Nymphomaniac 2" Bitterschokolade und hochprozentig. Der erste Teil, ein Jux. Der zweite, ein Magenhieb. Licht und Dunkel. Insofern ergibt die strikte Zweiteilung Sinn. Nach einem flotten Einstieg in vergleichsweise mittelschweren Blümchensex ("Nymphomaniac 1") beginnt "Nymphomaniac 2" schwermütig den Zerfall zu zeigen, wenn eine zunächst zwanglos fabulierte Lebensgeschichte ihre Finsternis offenlegt. Jetzt ist daraus ein Manifest über gesellschaftlich geächtete Sexualität geworden: über Sadomasochismus, Homosexualität und Pädophilie. In schweren, ausgetrockneten Bildern konterkariert von Trier das Stimmungsbild des ersten Teils. Auf dem Höhepunkt des Glücks setzt er einen Schnitt. Die Gunst des Schicksals verstummt. Joes (jetzt dauerpräsent: Charlotte Gainsbourg) intimer Erlebnisbericht stoppt dort, wo sich gleichzeitig ihre größte Angst manifestiert: beim Orgasmus und seiner Energie, die keine Sättigung mehr freisetzt. Um ihn, den Moment tiefster Lust, zu reaktivieren, nimmt sie im wahrsten Sinne des Wortes die Peitsche in Kauf. Hier ist "Nymphomaniac 2" entschieden mehr Lars von Trier, mehr Verweis auf das Schaffen eines Auteurs sperriger Emanzipationsdichtungen. Mehr ungefilterte Schönheit und einnehmende Hässlichkeit. [...]
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